Janosch – Der kleine Tiger und der große Mut



In einer dunklen Nacht hört der kleine Tiger auf einmal ein merkwürdiges Geräusch – und es stammt nicht von dem friedlich schnarchenden Bären. Unbedingt will der kleine Tiger herausfinden, woher dieses Geräusch kommt... (Der kleine Tiger und der große Mut)
Eigentlich verbringen der kleine Tiger und der kleine Bär den ganzen Tag gemeinsam. Doch auch der Maulwurf fühlt sich manchmal einsam, weswegen der Bär einige Zeit mit ihm verbringen will. Und so bleibt dem Tiger nur, mit der Tigerente zu sprechen... (Mein Freund, die Tigerente!)

Die Geschichten von Janosch haben sich zu Klassikern der heimischen Kinderliteratur entwickelt, besonders die Figuren des kleinen Bären und des kleinen Tigers haben sich ins kollektive Gedächtnis eingeprägt. Florian Fickel hat sich nun für Oetinger Audio neue Geschichten um die beliebten Figuren ausgedacht und setzt diese als Hörspiel um, wobei der zweite Schwung mit zwei neuen CDs recht kurz nach dem Start erschienen ist – und auch diese enthalten wieder zwei kürzere Episode. Die Titelgeschichte von „Der kleine Tiger und der große Mut“ spielt sogar noch auf einige andere Geschichten des Autors an, was die große Liebe unterstreicht, mit der diese Hörspiele umgesetzt werden. Die Handlung ist natürlich wieder recht simpel geraten und konzentriert sich schnell auf die unheimlichen Nächte, die für Kinder genau das richtige Maß an Spannung enthalten. Toll ist auch, dass das Geheimnis bald aufgelöst wird und die Geschichte dennoch nicht aufhört, sondern noch zu einem richtig schönen und ein bisschen lehrreichen Ende geführt wird. „Mein Freund, die Tigerente“ ist sogar noch ein bisschen kürzer geraten und wird in 16 Minuten erzählt, wodurch auch ein eher knapper Ausdruck entsteht. Doch auch hier kommen die Charaktere sehr gut zur Geltung und wird am Ende eine stimmige und passende Moral geboten, zumal gleich mehrere kindliche Verhaltensweisen in den kleinen Tiger herein projiziert werden. Wortwahl, Erzählweise und Tempo wirken wie bei den Originalgeschichten, sodass auch nach vielen Sätzen ein „sagte der kleine Bär“ nicht fehlen darf – was aber in der zweiten Episode etwas zu oft im Einsatz ist.

Stefan Kaminski steht in beiden Episoden als kleiner Tiger noch ein bisschen mehr im Mittelpunkt als in den vorigen Episoden, füllt die Rolle aber auch mit so viel Charme, Witz und Frechheit aus, dass man den liebenswerten Charakter sofort ins Herz schließt. Ingo Albrecht ist als listiger Fuchs zu hören und spricht die Rolle durchaus hinterhältig und verschlagen, ohne aber dabei die zuhörenden Kinder zu erschrecken. Michael Pans aufgeweckte Sprechweise passt wunderbar zum Schnellen Hasen, auch er fügt sich sehr gut in die Atmosphäre der Serie ein. Weitere Sprecher sind Fritz Rott, Santiago Ziesmer und Bern Grimm.

Nach dem aufgedrehten und sehr schwungvollen Titellied vor den beiden Episoden geht es während der Handlung etwas ruhiger zu. Die Umsetzung fokussiert sich dann auf eine stimmige und lebendige Geräuschkulisse, die aber nie zu sehr in den Vordergrund tritt und von den Dialogen ablenkt. So entsteht eine sehr ausgewogene Mischung, die gut durchdacht ist.

Zu den beiden Geschichten gibt es ein hübsches Titelbild, welches auch gut zu den meisten anderen Episoden gepasst hätte: Tiger und Bär spazieren darauf über einen Baumstamm über einen Fluss, was mit vielen hübschen Details ausgeschmückt ist. Das Innere ist übersichtlich aufgebaut und enthält die üblichen Angaben zur Produktion.

Fazit: Zwei weitere Episoden der Serie, die mit ihrer Kürze und der so liebenswerten Atmosphäre wieder nicht nur Kinder erfreuen. In den kleinen Geschichten passiert nicht fürchterlich viel, dennoch ist immer eine kleine Moral eingebaut. „Mein Freund, die Tigerente!“ ist nicht ganz so stark wie die erste Episode, eine sehr hörenswerte ist aber allemal gelungen.

VÖ: 25. Februar 2019
Label: Oetinger Audio
Bestellnummer: 9783837310955

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