Inspector Lestrade – 5. Rot wie Blut



Als die Gattin eines wohlhabenden Bankiers auf einer ausgelassenen Feier plötzlich tot zusammenbricht, wird sofort Inspector Lestrade zum Tatort gerufen. Ein Schuss hat die Dame getötet, der Täter konnte hingegen unentdeckt bleiben. Und so müssen alle Besucher des rauschenden Festes befragt werden – doch dann macht Lestrade bei der Untersuchung der Leiche eine äußerst merkwürdige Entdeckung...

Deutlich schillernder und vielschichtiger als in den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle wird „Inspector Lestrade“ in der gleichnamigen Hörspielserie beschrieben. In Folge fünf wird dann auch der Bezug zu Meisterdetektiv Sherlock Holmes nicht weiter thematisiert wird. Aber sei es drum, solange die Geschichte so stimmig und ungewöhnlich ist wie „Rot wie Blut“. Da ist zum einen die „menschliche“ Seite in der Handlung, mit Szenen aus Lestrades Eheleben, seinem einfühlsamen und doch bestimmten Umgang mit seinen Kollegen oder geschickt eingestreuten Szenen um einige Nebenfiguren, die die Handlung zwar nicht voranbringen, aber äußerst unterhaltsam geraten sind. Auf der anderen Seite steht ein Fall, der einige neue Facetten in das Genre Krimihörspiel einbringt, denn Tatmotiv und -hergang bleiben lange Zeit im Dunkeln. Nur langsam erkennt man einige wenige Zusammenhänge, die dann auch gleich für zusätzliche Spannung sorgen. Wie sich Lestrade dem Täter nähert, ist mal nicht über Motiv oder Möglichkeit, sondern über die Tatwaffe gelöst, was gekonnt ausgekostet wird. Das Finale punktet dann auch mit einigen leidenschaftlichen und markanten Szenen, die alle ausgelegten Fäden zusammenführen und mir – genauso wie der Rest des Hörspiels – wirklich sehr gut gefallen haben.

Michael Pink darf natürlich auch in dieser Episode nicht als Inspector Dash fehlen, mit seiner klaren Stimme und dem glaubhaften Ausdruck überzeugt er vollkommen und gibt der Hauptfigur einen gelungenen Gegenpart. Jörg Hengstler ist als D. Thomas Lovell zu hören, der eine ganz eigene Facette in die Handlung einbringt und mit viel Energie bei der Sache ist. Margrit Strassburger hat mir als Gattin der Hauptfigur wieder sehr gut gefallen, mit spitzer Zunge und sehr präsentem Auftreten sorgt sie für viel Schwung und Erheiterung. Weitere Sprecher sind Arne Stephan, Marieke Oeffinger und Dagmar Dreke.

Die akustische Gestaltung der Serie gefällt mir auch bei dieser Episode wieder sehr gut, weil sie eher unaufdringlich ist und dennoch für zusätzlichen Charme sorgt. Die eingebundenen Melodien passen gut zu der vorherrschenden Stimmung, die Geräusche sind stimmig eingefügt und lassen die Szenen lebendiger wirken.

Die erste Szene auf der Party mit der ermordeten Frau wird auf dem Cover im Stil eines Ölgemäldes treffend dargestellt. Die verwendeten Farben sind kräftig und bringen das Rot am Hals der Dame sehr gut zur Geltung, während die im weißen Kleid auf dem Boden liegt. Ihr sich über sie beugende Mann und die anderen Gäste sind in gedeckten Farben gehalten. Ein sehr hübsches und passendes Titelbild, während die restliche Gestaltung wieder eher schlicht ist.

Fazit: Ein sehr unterhaltsamer Fall für Inspector Lestrade mit zahlreichen gelungenen Ideen, die sehr gut zusammen funktionieren und in einen flüssigen Verlauf eingebunden sind. Die Herangehensweise an diesen Fall ist ungewöhnlich, passt aber sehr gut zu der Serie und den Charakteren. Diesen wird auch immer wieder die Möglichkeit gegeben, sich weiter zu entfalten, sodass es immer wieder kräftig „menschelt“. Sehr hörenswert!

VÖ: 12. April 2019
Label: Fritzi Records
Bestellnummer: 9783864734014

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