Gruselkabinett – 146. Der rote Raum



Simon Price kann endlich die adelige Besitzerin des Schlosses Lorraine sprechen und bittet sie darum, eine Nacht in dem altehrwürdigen Gebäude verbringen zu dürfen. Denn um einen bestimmten Raum haben sich bereits zahlreiche Unglücksfälle ereignet, noch nie hat jemand dort eine Nacht verbracht und ihn unbeschadet überstanden. Doch zunächst ist die Herzogin skeptisch ob des ungewöhnlichen Wunsches...

H.G. Wells Geschichten standen auch für die 146. Episode des Gruselkabinetts von Titania Medien Pate, wobei dieses Mal eine eher unbekannte Vorlage umgesetzt wurde: „Der rote Raum“. Die Idee hinter der Folge ist nicht ganz neu, eine nächtliche Szene in einem unheimlichen alten Haus hat man auch in dieser Serie bereits gehört. Wells geht dabei aber einige andere Wege und kombiniert diese mit recht klassischen Elementen. So wird zunächst die Szenerie um das unheimliche Zimmer aufgebaut, um das sich die Folge dreht. In diversen Gesprächen wird Simon immer wieder gewarnt, das Zimmer zu betreten, die bisherigen Unglücksfälle werden angesprochen und bringen erste unheimliche Momente in die Handlung mit ein. Höhepunkt und Hauptteil sind aber natürlich die Nacht im roten Raum, die von Simon kommentiert wird. Er schildert dabei seine Sinneseindrücke, was mit vielen Geräuschen und Sounds unterlegt ist und dennoch etwas steif wirkt. Der fehlende Dialogpartner für Simon lassen große Teile eher wie eine inszenierte Lesung wirken und keinen dynamischen Eindruck machen. Das ist in der Erzählweise der Geschichte sicherlich auch nicht anders möglich, hat mich aber nicht so sehr gefesselt wie andere, ähnlich gelagerte Episoden der Serie. Dennoch gibt es auch viele sehr stimmungsvolle Momente, sodass insgesamt eine gute Episode entstanden ist.

Valentin Stroh ist in dieser Episode als Hauptfigur Simon Price zu hören und übernimmt den weitaus größten Teil der Folge. Dabei übernimmt er sowohl Dialogszenen, die er lebendig gestaltet, als auch den mittleren Abschnitt, der als Monolog angesetzt ist. Hier spricht er sehr betont und dynamisch, sodass er die unheimliche Szenerie gekonnt umsetzt. Ursula Sieg sorgt in der ersten Szene mit ihrer dunklen, markanten Stimme für einen eingängigen Einstieg und gestaltet diesen mit viel Ausdruck. Auch Dagmar von Kurmin stimmt den Hörer als Haushälterin gekonnt auf das kommende Unheil ein und betont dabei den mysteriösen Aspekt besonders stark. Weitere Sprecher sind Horst Naumann und Bert Stevens.

Die akustische Umsetzung ist Titania Medien wieder hervorragend gelungen, die verschiedenen Szenen kommen dadurch sehr gut zur Geltung. Besonders während des langen Monologs von Valentin Stroh werden viele Hintergrundgeräusche eingespielt und seine Aussagen mit den passenden Sounds oder kleinen Melodieschnipseln unterlegt, was für etwas mehr Dynamik sorgt.

Ein dunkles rot in vielen Facetten, dazu einige Elemente in Schwarz und Weiß – mehr Farben sind auf dem Covermotiv nicht zu sehen. Das wirkt ein wenig entrückt und bildet ein sehr starkes Konzept für dieses Titelbild, das eine der nächtlichen Szenen sehr gekonnt umsetzt. Die übersichtliche Gestaltung im Inneren enthält natürlich wieder eine Übersicht der bisher erschienenen Episoden.

Fazit: Die Umsetzung dieser Geschichte konzentriert sich stark auf die unheimlichen Aspekte und baut diese von Anfang an geschickt auf. Der eigentliche Hauptteil besteht allerdings aus einem langen Monolog mit Simons Sinneseindrücken, was trotz sehr gelungener akustischer Untermalung nicht sehr dynamisch wirkt. Die letzten Dialoge sind dann mit einer kleinen Wendung noch einmal unterhaltsam gestaltet.

VÖ: 29. April 2019
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783785759462

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