Sherlock Holmes – 38. Das Haus mit den Zwingern



Miss Nancy Millington sucht den bekannten Meisterdetektiv Sherlock Holmes auf, der eine gemeinsame Studienzeit mit ihrem Bruder Tom verbracht hat. Mit diesem wohnt Nancy in einem ruhigen Grundstück, direkt benachbart zu einem alten Pfarrhaus. Dort ist seit einiger Zeit die alte Mrs. Hamilton, die stets einen kühlen und abweisenden Eindruck macht. Nancy vermutet immer häufiger, dass mit den vielen neu gebauten Hundezwingern etwas nicht stimmt...

Herman Cyril McNeile hat sich in seinen Werken nie mit Sherlock Holmes beschäftigt, dennoch erscheinen in der Serie um den Meisterdetektiv von Titania Medien seit einiger Zeit Geschichten des britischen Autors. Denn Marc Gruppe und Stephan Bosenius haben die Figur von Sir Arthur Conan Doyle samt Dr. Watson und Inspector Lestrade mit den eigentlichen Figuren ausgetauscht, was auch in „Das Haus mit den Zwingern“ sehr gut funktioniert hat. Beides passt nahtlos zusammen und wirkt wie aus einem Guss, Holmes und Watson agieren in für sie sehr passender Manier und verbreiten dabei ihren typischen Charme. Und da die Handlung eben auch aus dem viktorianischen Zeitalter stammt, wirkt auch der Verlauf sehr authentisch und passend. Die Erzählweise ist eher ruhig und konzentriert sich auf viele Recherchen und Beobachtungen, wobei auch durchaus einige heitere Szenen zu sehen sind. Das Rätsel um die vielen Hundezwinger ist zwar nicht sonderlich komplex, einige Grundzüge der Auflösung kann man schon seit einiger Zeit zumindest erahnen. Das tut dem großen Unterhaltungswert dieses Hörspiels jedoch keinen Abbruch und sorgt für eine starke Folge der Serie.

Sigrid Burkholder ist in dieser Episode als Nancy Millington zu hören, ihre sanfte und helle Stimme passt sehr gut zu dem bezaubernden Charakter, wobei sie auch einen gewissen naiven Charme entfaltet. Im deutlichen Gegensatz dazu steht Ursula Siegs hart klingende und dunkle Stimme, die die Rolle der Mrs. Hamilton sehr intensiv wirken lässt und ihr einen geheimnisvollen Unterton verleiht. Auch Jean Paul Baeck macht als Tom Millington einen guten Eindruck und liefert eine sehr sympathische und bodenständige Leistung ab. Weitere Sprecher sind Matthias Lühn, Thomas Balou Martin und Bert Stevens.

Die Zwinger als zentrales Element der Folge mit den vielen darin gehaltenen Hunden kommen als akustisches Element nur selten zur Geltung, das Team von Titania Medien hat sich gegen ständiges Gebell entschieden und setzt dies nur sehr dosiert ein. Die Umsetzung ist wie immer eher ruhig und fokussiert sich damit voll auf die Dialoge, wobei einige eingebaute Melodien und viele Geräusche für eine sehr passende Atmosphäre sorgen.

So ein Vollmond tut so ziemlich jedem Cover gut, auch hier ist der Erdtrabant hell leuchtend und hinter einem hoch aufragenden Gebäude zu sehen. Die Szenerie ist dementsprechend eher düster und zeigt einen wild bellenden Hund mit gefletschten Zähnen in einem der titelgebenden Zähnen. Durch die schwarz-goldene Aufmachung wirkt die restliche Gestaltung wie immer schick und ansehnlich.

Fazit: Auch hier ist die Adaption der bereits bestehenden Geschichte gelungen, Fall und Charaktere funktionieren sehr gut zusammen. Der eher ruhige Aufbau und viele prägnante Szenen sorgen für einen stimmigen Aufbau und eine rätselhafte Szenerie, die immer wieder kleine Überraschungen bietet, selbst wenn sich einige Elemente schon vorausahnen lassen.

VÖ: 29. April 2019
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 9783785759387

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