Sherlock Holmes Chronicles – 61. Sechsmal Napoleon



Bei einem seiner regelmäßigen Besuche bei Sherlock Holmes berichtet Insector Lestrade von einem eher lästigen Fall, der jedoch unversehens die Aufmerksamkeit des Meisterdetektivs erweckt. Denn die Serie an Diebstählen von Statuen des Napoleon, die anschließend zerstört werden, ist skurril genug, um interessante Ermittlungen zu versprechen. Doch Holmes ahnt nicht, was seine Recherchen alles nach sich ziehen würden...

Viele neu erdachte Fälle sind in den „Sherlock Holmes Chronicles“ von WinterZeit zu hören, doch immer wieder freue ich mich auch, eine der originalen Fälle aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle zu hören – so auch wieder in der 61. Episode, die „Sechsmal Napoleon“ umsetzt. Den Klassikern merkt man auch an, dass es Klassiker sind, sie entfernen sich doch recht weit von den heutigen Hörgewohnheiten und sind weniger komplex und vielschichtig. Dass diese Folge dennoch einen so hohen Unterhaltungswert besitzt, liegt an zwei Dingen: Einerseits harmonieren die Figuren einfach gut miteinander. Neben dem Gespann aus Holmes und Watson ist das hier vor allem Inspector Lestrade, der mit seiner leicht grobschlächtigen Art einen gelungenen Kontrast zum scharf- und feinsinnigen Holmes bietet. Andererseits ist die Geschichte einfach stark durchdacht und bietet einen Hintergrund, bei dem es Spaß macht, diesen langsam zu erkunden. Immer näher kommt Holmes bei seinen Ermittlungen dem Täter, immer neue Spuren halten den Fall lebendig. Dabei ist die Umsetzung auch sehr gelungen: Statt neue Informationen in Dialogform zu präsentieren, werden diese von verschiedenen Sprechern in Kurzform erzählt, wie man vielleicht die Mitschrift ihrer Aussage bei der Polizei erwarten würde. Das ist ein ganz neuer Stil in der Serie, die dem so klassischen Fall noch einen modernen Anstrich verleiht und „Sechsmal Napoleon“ zu einer hörenswerten Produktion machen – nicht nur für Holmes-Puristen.

Die Sprecher überzeugen in dieser Episode einmal mehr, wobei mir Bernd Vollbrecht als Inspector Lestrade wieder sehr gut gefallen hat. Seine markante Stimme nimmt hier wieder einen eher kühlen Ausdruck an, was der Figur Kontur und der Folge Lebendigkeit verleiht. Gerrit Schmidt-Foß punktet als Parker mit einer weiteren Facette seines Klanges und schafft – trotz der eher kurzen Zeit seines Auftrittes – eine Figur, die positiv im Gedächtnis haften bleibt. Oliver Baumann ist als Hudson zu hören, auch er steuert einen überzeugenden Beitrag zum Gelingen des Hörspiels bei. Weitere Sprecher sind Wolfgang Wagner, Uwe Büschken und Thomas Petrou.

Die Umsetzung der Folge ist sehr sicher geraten – was man nach über 60 Episoden ja auch erwarten kann. Kleine Melodien lockern einige Dialoge auf, größere sind während der Erzähltexte oder Szenenübergänge zu hören, die Geräusche mischen sich sehr stimmig in die Handlung hinein. Klassischer Stil für die Serie ohne große Überraschungen, die es hier aber auch nicht braucht.

Eine der Büsten des bekannten und titelgebenden Feldherren ist auf dem Cover zu sehen, mit markantem Gesichtsausdruck und gräulich eingefärbt passt das gut zur Episode und ist sehr ansehnlich gelungen. Im Inneren gibt es wie immer einen einleitenden Text zur Entstehung der Episode und einen kleinen Ausblick auf das Kommende.

Fazit: Ein Original von Sir Arthur Conan Doyle, welches hier sehr gelungenen und mit kleinen neuen Elementen an das Medium Hörspiel und aktuelle Hörgewohnheiten angepasst wurde. Die Stimmung ist dabei dicht, die Charaktere markant und der Unterhaltungswert hoch, sodass mir „Sechsmal Napoleon“ sehr gut gefallen hat.

VÖ: 22. März 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662211

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