Sherlock Holmes Chronicles – Das goldene Osterei (Oster-Special)



Kurz nachdem Sherlock Holmes zum Osterfest sowohl sein erstaunliches medizinisches Wissen bewiesen hat als auch bei Watson für eine ganz besondere Überraschung gesorgt hat, kommt ein Mitglied des britischen Hochadels auf ihn zu, um ein ganz besonderes Ei zu finden. Denn der Prototyp der bekannten Faberge-Eier ist aus seinem Besitz verschwunden...

Nach mehreren Weihnachts- und einem Halloween-Special überrascht WinterZeit seine Hörer mit einer weiteren Sonderfolge der „Sherlock Holmes Chronicles“, das dieses Mal ein österliches Thema hat. Das wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven angegangen, was gleich zwei sehr unterhaltsame Introszenen mit sich bringt. Eine ungewöhnliche Auferstehung, die erst gegen Ende aufgelöst wird, sowie eine sehr heitere Episode mit zwei Ostereiern sind ein sanfter und sehr unterhaltsamer Einstieg in die eigentliche Handlung, die sich um die berühmten Faberge-Eier dreht. Die Szenerie um den adeligen Mann wird dabei gekonnt aufgebaut, wobei besonders bei Watson ein Hang zum Klatsch und Tratsch der damaligen Zeit nicht zu leugnen ist, was immer wieder charmant und humorvoll aufgegriffen wird. Auch ansonsten präsentiert sich diese Folge eher locker, kein Mord, keine Bedrohung, kein Zeitdruck. Aber es gibt dafür viele sehr charmante Einschübe, beispielsweise die bissigen Bemerkungen von Holmes oder das Kräftemessen zwischen ihm und das Andeuten einiger bekannter Persönlichkeiten im historischen Kontext. Und auch die Herangehensweise an die ganz besondere Eiersuche hat mir äußerst gut gefallen und sorgt für einen kurzweiligen Verlauf der Handlung, die dann auch endet, wie sie startet: Mit sehr unterhaltsamen, nur lose mit dem eigentlichen Fall verbundenen Szenen, die den Charme der Figuren mit sehr gelungenen Dialogen kombinieren.

Es sind gerade einmal vier Sprecher, die für dieses Hörspiel notwendig sind, wobei Margot Rothweiler aus terminlichen Gründen Viola Sauer als Mrs. Hudson vertreten hat und nur wenige Sätze spricht – das aber sehr überzeugend. Hervorragend ist Lutz Mackensy als adeliger Hilfesuchender, er spricht sehr markant, präsent und mit einer wunderbar hochnäsigen Art, gemeinsam mit dem wachsenden Respekt seiner Figur Holmes gegenüber wird seine Stimme aber auch weicher und zugänglicher. Dieser wird natürlich wieder von Till Hagen gesprochen, der wieder den feinen Witz der Figur unterstreicht und ebenso seinen Scharfsinn und seinen vielseitigen Wissensdurst zur Geltung bringt. Tom Jacobs überzeugt einmal mehr in der Rolle des John Watson, er hat hörbaren Spaß an der eher lockeren Ausstrahlung der Folge und lässt sich vollkommen auf seine Rolle ein.

Die akustische Umsetzung ist wieder sehr dezent geraten, was sehr gut zur Stimmung der Folge passt. Dafür wurden während einiger Dialoge sanfte Melodien eingespielt, die sich aber nicht in den Vordergrund drängen und die Stimmung nur sanft beeinflussen. Auch die Geräusche sind hier nur ab und an leise eingesetzt, lassen die Szenen aber durchaus lebendig wirken.

Natürlich ist eines der aufwendig verzierten Faberge-Eier auf dem Cover abgebildet, inmitten eines bläulich schimmernden Glanzes kommen die goldenen Linien mit den Edelsteinen sehr gut zur Geltung. Die drei wichtigsten Sprecher der Folge sind zudem – ähnlich wie bei einem Kinoplakat – direkt vorn genannt. Diese werden im Inneren des Booklets noch mit einer kurzen Biografie vorgestellt und durch einen einleitenden Text von Markus Winter ergänzt.

Fazit: Das Oster-Special der Serie präsentiert sich sehr charmant und mit viel Wortwitz und bissigen Kommentaren, zudem mit einigen sehr liebevoll gestalteten Szenen, die mit dem eigentlichen Fall nur lose zusammenhängen. Aber ich mag gerade diese Entspanntheit der Folge sehr gern, die sich als sehr unterhaltsam und bestens zu der Serie passend entpuppt.

VÖ: 22. März 2019
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960661870

Datenschutzerklärung