Johnny Sinclair – 4. Dicke Luft in der Gruft 1/3



Nachdem er das Schloss seiner Eltern von den dort hausenden Geistern befreit hat, ist Johnny Sinclair nun endlich ein richtiger Geisterjäger – trotz einiger Startschwierigkeiten. Gern würde er diese mit seiner Klassenkameradin Millie lösen, doch diese ist seit Tagen nicht mehr beim Unterricht erschienen. Doch Johnny schwant nichts Gutes, er wittert hier seinen ersten offiziellen Fall...

Auch Kinder gruseln sich ab und an ganz gern, nur die Hörspiele für Erwachsene sind dafür vielleicht doch nicht allzu geeignet. Genau in diese Lücke stößt die Serie „Johnny Sinclair“, dessen Namensähnlichkeit zu dem bekannten Geisterjäger nicht rein zufällig, sondern gewollt sind. Auch in der vierten Episode gibt es einige Anspielungen auf das erwachsene Pendant, und wieder ist „Dicke Luft in der Gruft“ als Dreiteiler angelegt. Der Auftakt beginnt dabei noch halbwegs ruhig, zunächst wird die neue Szenerie um den frisch gebackenen Geisterjäger aufgebaut, wobei viele aus dem ersten Dreiteiler bekannte Figuren mit eingebunden wurden und auch hier wieder ihren festen Platz haben – allen voran natürlich Erasmus von Rothenburg, der mit seinem unkonventionellen Auftreten für viel Humor sorgt. Doch auch neue Charaktere betreten die Bühne, Millies Mutter oder auch die Eltern von Johnny beispielsweise. Die Handlung, in die das alles eingebunden ist, ist recht kurzweilig geraten und überzeugt mit der mal locker-humorvollen, mal mit einer unheimlichen Szenerie. So recht an den Kern der neuen Rahmenhandlung kommt man hier noch nicht, dem Hörer werden erst spät Hinweise gegeben, in welche Richtung sich „Dicke Luft in der Gruft“ entwickeln wird – vielleicht etwas zu spät, denn gegen Mitte dieser Episode fällt die Spannung etwas ab und kann sich erst einige Zeit später wieder berappeln. Sehr gut gefallen haben mir hingegen die wunderbar unheimlichen Szenen um ein geheimnisvolles Kraut, das Johnny in einer sehr gelungenen Nacht- und Nebelaktion ergattern muss und das auch später noch eine wichtige Rolle spielt. Insgesamt wieder eine hörenswerte Folge mit der sehr charmanten Ausstrahlung der Serie, die wieder sehr gut funktioniert.

Wolf Frass ist natürlich wieder als Erasmus von Rothenburg zu hören und verfeinert seinen Charakter immer weiter, verleiht ihm weitere Facetten und sorgt immer wieder für sehr witzige Momente – beispielsweise wenn er den Text nachträglich verändert, um sich selbst in einem besseren Licht darzustellen. Stephanie Keller ist als Millies Mutter zu hören, sie spricht eingängig und markant, sodass eine sehr greifbare Figur entstanden ist, wobei auch das Geheimnis um Mrs. Edwards gut zur Geltung kommt. Leon Blaschke ist wieder als Johnnys treuer Kumpan Russel zu hören, der mit seiner sympathischen und manchmal etwas unbeholfenen Art wieder sehr gut in Szene gesetzt wurde. Weitere Sprecher sind Erik Schäffler, Jürgen Holdorf und Frank Felicitti.

Die akustische Umsetzung der Folge ist ebenfalls wieder stimmig geraten und zeichnet die verschiedenen Stimmungen der Buchvorlage geschickt nach. Da gibt es einige heitere Melodien, aber eben auch gruselige Momente, die mit vielen unheimlichen Geräuschen gespickt sind. Das passt alles sehr gut zusammen und ist passgenau umgesetzt.

Für den neuen Dreiteiler gibt es natürlich auch wieder ein neues Coverbild, welches Johnny, Russel und Erasmus auf einem dunklen Friedhof zeigt. Die Stimmung der Folge ist dabei sehr gut eingefangen: Natürlich wirkt alles gruselig und finster, durch den witzigen Zeichenstil wird aber auch wieder viel Schärfe aus der Optik herausgenommen.

Fazit: Der Auftakt zum zweiten Dreiteiler ist stimmungsvoll und unterhaltsam geraten, fällt in der Mitte zwar etwas ab, kommt dann aber auch wieder in Schwung. Humor, Grusel und herrlich exzentrische Charaktere werden gekonnt kombiniert, wobei der Aufbau des neuen Falles eine Spur zu langsam geraten ist. Dennoch liegt eine starke Episode der noch recht jungen Serie vor.

VÖ: 22. März 2019
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602577041303

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