Geister-Schocker – 80. Der Seelenfresser



Gemeinsam mit seiner Freundin Jolene sucht Neville während eines Gewitters Unterschlupf in einer alten Scheune, die seit langen von ihrem Besitzer kaum noch genutzt wird. Umso überraschter sind die beiden, als sie eine alte Geisterbahn samt der dazugehörigen Figuren entdecken. Neville will die Geisterbahn unbedingt kaufen und wieder in Betrieb nehmen, doch davon wird ihm dringend abgeraten...

Wieder einmal spielt Romantruhe Audio den großen Vorteil der „Geister-Schocker“ aus und präsentiert eine gänzlich neue Idee, die eine neue Facette in die Serie bringt. Eine Folge über eine Geisterbahn hat es in dieser Form noch nicht gegeben, zumal die eigentlich simple Grundidee mit vielen interessanten und unheimlichen Szenen ausstaffiert wurde. Am Anfang die nächtliche Szene mit einem gelungenen Schockmoment, später die Verhandlungen mit dem Besitzer der Geisterbahn und einigen Erzählungen aus der Vergangenheit. Diese werden jedoch nicht einfach als Monolog umgesetzt, sondern wurden ebenso als Hörspiel vertont und so mit vielen spannenden Szenen versehen. Die Emotionen der Personen kommen dabei sehr gut zur Geltung, sodass sogar die erste Fahrt durch die Geisterbahn sehr gut funktioniert und unheimlich umgesetzt wurde. Natürlich geht es irgendwann auch wieder in der Gegenwart weiter, und auch wenn sich dann einige Ideen wiederholen, ist der Reiz der Folge ungebrochen und wird immer weiter gesteigert. Das Finale ist dann sehr packend, zumal immer ein Hauch des Unbekannten, des nicht Aufgeklärten bleibt. Mir gefällt diese Machart sehr gut, zumal es hier mal eben nicht an allen Ecken und Enden knallt, sondern neben einigen wohl platzierten dramatischen Szenen auch Handlung und Charakteren der Raum zur Entwicklung gegeben wird. Eine sehr starke Folge der Reihe!

Nicolai Tegeler ist in dieser Folge als Neville zu suchen, wobei er sehr spontan und glaubhaft wirkt. In den verschiedenen Szenen agiert er zudem sehr sicher und kann so einen vielfältigen Charakter schaffen, der gerade gegen Ende noch einmal mehr Tiefe erhält. Seine Freundin Jolene wird von Marieke Oeffinger gesprochen, die viel Energie mit einbringt und den Schrecken, der immer wieder auf die zukommt, sehr gut zum Hörer transportiert. Uwe Jellinek überzeugt als Derek Curtis, indem er die Stimmung der Folge mit seiner tiefen Stimme noch verstärkt. Weitere Sprecher sind Tino Kießling, Jürgen Thormann und Yvonne Greitzke.

Akustisch wird hier ebenfalls eine überzeugende Leistung geboten, da der Verlauf der Handlung gekonnt nachgezeichnet wird. So werden die spannenden, unheimlichen Szenen mit viel Wucht und dramatischer Musik umgesetzt, wobei auch die Geräusche passgenau eingesetzt wurden. Die ruhigeren Momente sind ebenso treffend und atmosphärisch umgesetzt.

Die Coverzeichnung stammt dieses Mal von Ertugrul Edirne, der das Geisterbahn-Thema stimmig umgesetzt hat. Aus dem weit aufgerissenen Mund eines Totenschädels laufen zwei Jugendlicher in heller Panik aus einem gleißenden Lichtkegel, während die Augen des Schädels unheilvoll glimmen. Im Inneren gibt es wieder ein paar Fotos der teilnehmenden Sprecher.

Fazit: Dass es in einer Geisterbahn wirklich gruselig zugehen kann, beweist diese Folge, die sehr spannend und stimmungsvoll aufgebaut ist. Dabei gibt es durchaus einige Ausflüge in andere Zeiten und stimmige Nebenarme, die die Handlung ausschmücken, ohne überfrachtet zu werden. Die Gruseleffekte funktionieren bestens und enden in einem sehr packend erzählten Finale. „Der Seelenfresser“ hat mir bestens gefallen.

VÖ: 22. März 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 9783864734298

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