Professor van Dusen – 17. setzt die Segel



Bei seiner Europareise macht Professor van Dusen auch in den Niederlanden Halt, schließlich sind seine Vorfahren von dort aus nach Amerika ausgewandert. Die Informationen über seine Verwandtschaft gestalten sich aber als eher unerfreulich, sodass ihm ein neuer Kriminalfall gar nicht ungelegen kommt. Der Mord in einer Badekabine zieht aber Ereignisse nach sich, die selbst der Hobbykriminologie nicht erahnen konnte...

Die neuen Fälle von „Professor van Dusen“ landen mit erfreulicher Regelmäßigkeit in den Plattenläden und Onlineshops, sodass nun bereits die 17. Episode der Serie erschienen ist. Der Start ist dabei im typischen, ziemlich ironischen Unterton der Serie geraten und bringt den Hörer mit den Informationen über van Dusens entfernte Familie zum Schmunzeln. Auch die Vorstellung der anderen Gegebenheiten und Charaktere im Hotel ist anregend geraten, dauert aber vielleicht doch eine Spur zu lang – immerhin wird erst etwa nach der Hälfte der Zeit die Leiche aufgefunden, sodass mit den eigentlichen Ermittlungen begonnen werden kann. Mir gefällt auch hier wieder der Stil sehr gut, dass diese ohne Actionelemente oder hanebüchene Wendungen auskommt, sondern sehr ruhig und auf die Dialoge fokussiert erzählt wird. So werden dem Hörer langsam die einzelnen Puzzlestücke geliefert, und es macht hier viel Spaß, diese zusammenzufügen. Die Hinweise liegen offen da, und doch gibt es einige Kniffe, die am Ende eingebaut sind. Das wirkt keinesfalls aufgesetzt, sondern fügt sich sehr stimmig zusammen. Zwei Elemente sorgen für zusätzlichen Reiz: Zum einen wird die Umgebung des Hotels an der See gekonnt eingebunden und wirkt so sehr präsent. Zum anderen wird auf verschlungenen Pfaden ein neuer Gegenspieler für Professor van Dusen eingeführt und mit einer sehr präsenten Aura versehen – der Hörer kann sich also auf einen neuen roten Faden durch die Serie freuen.

Die Sprecher sind wieder sehr gut ausgewählt worden und sorgen für einen sehr präsenten Ausdruck ihrer Charaktere. Die äußerst sympathische Liane Rudolph findet für die Rolle der Greetje Vandermeer wieder eine andere Facette ihrer Stimme und setzt ihre Szenen mit viel Energie um. Douglas Welbats einprägsamer Klang funktioniert auch als Rudolf Hamann in dieser Episode sehr gut, zumal er gekonnt Akzente setzt und die Aufmerksamkeit so auf ausgewählte Passagen lenkt. Niels Rieke ist als Hanno Prott zu hören und passt mit seinem eingängigen Klang gut in die Atmosphäre der Folge. Weitere Sprecher sind Wolf Frass, Peter Weis und Cornelia Wabel.

Auch das akustische Ambiente der Folge punktet eher mit dezenter Zurückhaltung und unterstreicht so die Machart der ganzen Serie. So gibt es nur wenige Melodien, die dafür in ihrer schlichten Eleganz punkten können. Hintergrundgeräusche gibt es da schon deutlich mehr, sodass die Szenen greifbarer wirken, übertrieben wird es aber auch hier nicht.

Hutchinson Hatch tritt gerade kraftvoll gegen die Tür einer der kleinen Umkleidekabinen, während sich Professor van Dusen und sein Begleiter im Hintergrund halten. Schön, dass in der schlichten Bleistiftzeichnung in schwarz-weiß dennoch viel Atmosphäre erzeugt wird. Im Inneren ist neben den üblichen Angaben auch ein Foto einiger Sprecher von den Aufnahmen zu sehen.

Fazit: Die Ahnenforschung und das Abstecken der Umstände nehmen zwar etwas zu viel Zeit in Anspruch, der Unterhaltungswert ist in diesen ersten Szenen dennoch recht hoch. Die ruhigen Ermittlungen mit den präzise geführten Dialogen schließen sich nahtlos an und lassen immer etwas von dem feinen Humor der Figuren durchscheinen. Auch die Einführung eines neuen Gegenspielers ist hier gelungen eingebaut.

VÖ: 15. März 2019
Label: allscore
Bestellnummer: 4015698027532

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