Sherlock Holmes – Die neuen Fälle – 40. Die Speise der Götter



Ein ungewöhnlicher Fall wartet auf Sherlock Holmes, denn ein Spitzenkoch bittet um seine Hilfe – weil ihm eine wertvolle Zutat aus seiner Speisekammer gestohlen wurde. Trotz den scheinbar simplen Voraussetzungen reizt der Fall den Meisterdetektiv, da er zunächst das komplexe Geflecht der Londoner Gastronomie durchdrungen werden muss. Der Fall nimmt mehr Fahrt auf, als ein Toter aufgefunden wird...

Nach 40 Folgen der „neuen Fälle“ von Sherlock Holmes, die unter diesem Titel bei Romantruhe Audio erscheinen, sind immer noch keine Ermüdungserscheinungen entstanden. Denn auch „Die Speise der Götter“ bietet eine ganz neue Szenerie, neue Ideen und einen ungewöhnlichen Verlauf. Der Start ist recht ruhig geraten, der Fall wird zwar interessant gestaltet und mit der unbekannten Geheimzutat des Kochs mit einem gelungenen Reizpunkt versehen, wirkliche Dramatik kommt dabei aber nicht auf. Das Entdecken viele Beziehungen in der Spitzengastronomie, in dem niemand dem anderen etwas gönnt, hart mit den Konkurrenten ins Gericht geht und dies in Kritiken auch deutlich nach außen kommuniziert. Diese Welt zu entdecken ist unterhaltsam und vielseitig geraten, bis dann ein deutlicher Wendepunkt kommt und eben doch noch ein Todesfall aufkommt. Dieser wirkt wie ein Paukenschlag und reißt Hörer wie Charaktere aus der bisher heiteren und lockeren Stimmung. Das Bild, das sich dabei ergibt, ist dann auch reichlich exzentrisch und wie eine kleine Schreckensvision inszeniert, was die Spannung dann noch einmal deutlich steigert. Ab da fügen sich die verschiedenen Elemente sehr interessant zusammen, nach den klassischen Ermittlungen gibt es eine nicht minder klassische Auflösung, bei der einige Verdächtige zusammenkommen und von Holmes noch einmal in die Mangel genommen werden. Die Hintergründe sind dann doch anders als gedacht und schlagen eine sehr interessante Brücke zu heutigen Verhältnissen. Schön, wie sich hier alles zusammenfügt und gegen Ende noch einmal eine andere Wendung bekommt.

Starke Stimmen ergänzen die Geschichte und lenken die Aufmerksamkeit auf die Charaktere. Bernd Vollbrecht ist als Oberst Wolf von Wewald zu hören, wobei er seine Betonung sehr bedacht wählt und so jeder Szene die richtige Stimmung verpasst. Udo Schenk ist als Camberdor zu hören, spricht dabei recht exaltiert und mit viel Energie, er wird so zur gelungenen zentralen Figur und sorgt immer wieder für eindrucksvolle Momente. Auch Gabrielle Schramm hat mir sehr gut gefallen, sie spricht kräftig und sehr präsent, sodass ein weiterer interessanter Charakter entsteht. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Martin Kautz und Lutz Harder.

Auch die akustische Gestaltung der Folge ist sehr gut auf die Handlung abgestimmt. Die Geräusche wirken lebensnah und lebendig, sie sorgen für eine intensive Atmosphäre während der Szenen. Toll ist wieder die Musik, die dieses Mal von einem Flügelhorn eingespielt wurde und so wieder einen anderen, individuellen Klang für diese Episode schafft.

Das gut besuchte Restaurant mit einem aufgeregten Camberdor im Mittelpunkt wurde als Titelbild gewählt, das im typischen Stil eines Ölgemäldes gehalten ist und sehr viele Details enthält, andere Bereiche dann aber eher verschwommen und skizzenhaft darstellt – sehr ansehnlich. Die dunkelgrüne Grundfarbe des Rahmens wird wie immer auch im Inneren übernommen.

Fazit: Der Aufbau der Folge ist ungewöhnlich, aber sehr gelungen: Einem ruhigen und langen Beginn wird ein krasser Wendepunkt entgegengesetzt, der dann deutlich mehr Schärfe und Spannung in die Folge bringt. Die vielen Beziehungen und die harten Bandagen der Londoner Spitzengastronomie werden gekonnt aufbereitet und mit einigen sehr gelungenen Elementen verziert.

VÖ: 15. März 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-225-6

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