Schlau wie 4 – 11. Wikinger – Bootsbauer und Seeräuber



Ein Schulausflug verschlägt Tobi, Samir, Pia und Lisa in eine Wikingerstadt, die als Museum umgebaut wurde. Blöderweise hat Samir seine Kappe verloren, sodass die vier eine große Suchaktion in der Umgebung starten. Die Mütze finden sie zwar nicht, aber dafür eine alte Kleidernadel mit seltsamen Schriftzeichen daraus. Natürlich wollen die neugierigen Kinder herausfinden, was es damit auf sich hat, glücklicherweise hat Samir den Navinauten mitgebracht...

Jaja, das ist der Fluch der Rezensenten. Da schreibt man so oft, dass Logiklücken vorhanden sind und einige Teile zu knapp erzählt werden. Und dann kommt die elfte Folge von „Schlau wie 4“ daher und erklärt alles sehr ausführlich, bringt dabei den ersten Teil aber auch ziemlich holprig daher. Da wird von den Kindern um so einige Details eine recht lange Diskussion gestartet, die richtige Vorgehensweise aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, der Fortlauf wird aber einfach zu sehr verzögert. Natürlich ist dem Hörer der Serie sofort klar, dass die Hauptfiguren den Wikingern einen Besuch abstatten, das ist aber erst nach recht langer Laufzeit der Fall. Danach findet die Serie dann aber zu ihrer alten Stärke zurück und stellt das Leben von damals sehr lebendig dar, zeigt besonders wie Kinder bei dem Volk der Seefahrer gelebt haben, räumt mit allerlei Vorurteilen auf und setzt dabei einige sehr markante Charaktere in den Mittelpunkt. Ein bisschen spannend, sehr unterhaltsam und gleichsam informativ wird das damalige Leben aus den Augen von modernen Kindern beleuchtet. Die Übergänge zwischen der Zeitreise und der Klassenfahrt sind gut gelungen, beides hängt gut zusammen und sorgt für einige sehr lebendige Momente. Toll auch, dass der Bogen von damaligen Erfindungen zu heutigen Selbstverständlichkeiten geschlagen wird. Auch die nordische Götterwelt wird immer mal wieder thematisiert, was der Folge zusätzlichen Reiz verleiht. Ein bisschen mehr Tempo hätte die Folge am Anfang dann aber doch vertragen.

Sven, der Wikingerjunge in der Vergangenheit, wird von Tim Kreuer gesprochen. Er wirkt dabei sehr spontan und lebendig, bringt viel Energie mit ein und liefert mal wieder eine sehr saubere Leistung ab. Christian Rudolf spricht seinen Onkel Sigtrygg und bedient schon etwas mehr das Klischee des polternden und lauten Wikingers, spricht ihn aber auch sehr gutmütig und liebenswert, was ihn zu einer sehr gelungenen Figur macht. Toll ist auch Iris Schumacher in der Rolle der ebenso geheimnisvollen wie resoluten Günhil, die mit ihrer rauen Stimme die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Weitere Sprecher sind Claudia Schermutzki, Tim Grobe und Max König.

Passend zu der Geschichte wirkt auch die Umsetzung modern und jugendlich. Die Geräuschkulisse ist dabei vielfältig geraten, wobei besonders die Szenen bei den Wikingern mit Möwengeschrei und Wellengeräuschen sind sehr gut gestaltet. Die Musik hält sich dabei wie immer eher zurück, der fröhliche Titelsong am Anfang darf aber natürlich nicht fehlen.

Einen guten Eindruck vom Leben der Wikinger bekommt man auch auf dem Cover geboten, das eine sehr vielfältige Szenerie zeigt. Viele Details aus dem Hörspiel sind hier zu sehen, der ansprechende und moderne Zeichenstil gefällt mir ebenfalls sehr gut. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben den üblichen Informationen und einer kleinen Folgenübersicht noch viele weitere Informationen über die Wikingerzeit in kleinen Häppchen.

Fazit: Der Anfang der Folge ist zwar stimmig geraten, für meinen Geschmack aber deutlich zu lang, eine stärkere Konzentration auf die Szenen in der Wikingerzeit hätte mir besser gefallen. Diese sind nämlich wieder sehr lebendig geraten und vermitteln Wissen und Lebensgefühl der damaligen Zeit auf sehr unterhaltsame Art – besonders, da das Leben eines Kindes der Wikinger im Mittelpunkt steht.

VÖ: 8. Februar 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190759116623

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