Fünf Freunde – 130. und die Glocke der Wikinger



Ein Forschungsprojekt treibt Onkel Quentin kurzfristig aus Quirrin nach Nordengland, auch die fünf Freunde verbringen deswegen ihre Ferien nicht an der Felsenküste. Alles andere als begeistert erkunden sie die neue Umgebung und stoßen auf ein Museum, das in einem alten Wikingerdorf wertvolle Exponate aus vergangenen Zeiten ausstellt. Doch ihr Führer Mr. Rasmussen verhält sich ganz plötzlich ziemlich merkwürdig...

Zugegeben, der Start der 130. Episode der „Fünf Freunde“ ist nicht der kreativste, immerhin ist es nicht das erste Mal, dass Julian, Dick, Anne und George urplötzlich wegen der Forschungen von Georges Vater verreisen müssen. Auch das Wikinger-Thema wurde nicht das erste Mal in der Serie verarbeitet, wird hier aber auf ganz neue Weise verarbeitet. Dreh- und Wendepunkt der Folge ist das Museum, das von den Hauptfiguren mit seinen vielen Exponaten erkundet wird – immer wieder, denn durch verschiedene Umstände können sie nie alles sehen, was es zu sehen gibt. Später haben sie dann genügend Verdachtsmomente gesammelt, um die gestellten Rätsel lösen zu können. Dies gelingt dem aufmerksamen Hörer schon deutlich vor den Hobbydetektiven, dazu sind einige Hinweise zu deutlich gestreut, nur einige Detailfragen bleiben bis zum Ende offen. Dennoch ist die Handlung unterhaltsam geraten, da die einzelnen Szenen eine angenehme Länge haben und auf das Wesentliche und einige gelungene Verzierungen hier und da reduziert wurden. Auch die Szenerie kommt immer gut zur Geltung und verliert über die gesamte Laufzeit nicht ihren Reiz. Die Auflösung wird gelungen erzählt, und auch wenn es im Anschluss noch einen etwas pathetischen Abschluss gibt, der von Lutz Mackensy erzählt wird, ist eine stimmige und unterhaltsame Episode geraten.

Wolfgang Häntsch hat als Mr. Rasmussen eine sehr wichtige Rolle und füllt diese mit viel Präsenz aus. Seine Stimme nimmt immer wieder andere Facetten an, wobei er eben nicht immer sympathisch wirkt und so noch lebendiger wirkt. Udo Schenk ist als Museumsdirektor Prof. Portland zu hören, sein voller und markanter Klang passt wunderbar zu der Figur und verleiht ihm direkt viel Präsenz. Eine weitere einprägsame Stimme stammt von Jürgen Thormann, der in seinen kleinen Szenen dennoch die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Weitere Sprecher sind Madeleine Tusk, Heidi Schaffrath und Wolfgang Berger.

Akustisch wird eine saubere Leistung geboten, besonders die Geräusche fügen sich dabei sehr stimmig in die Handlung ein. Manchmal hätten diese aber noch etwas prägnanter sein können und sich mehr in die Wahrnehmung der Hörer drängen können. Auch die Musik bleibt eine Spur zu blass, um die Atmosphäre der Folge nachhaltig beeinflussen zu können.

Die Glocke, die im Hörspiel eine wichtige Rolle spielt und ihr sogar den Titel verliehen hat, ist auch auf dem Cover zu sehen und wird von George gerade aus den Ufergewächsen gezogen, während ihre Cousins und Cousine sie dabei beobachten. Der Hintergrund ist wieder sehr malerisch geraten und sorgt für ein sehr ansehnliches Cover. Im Inneren gibt es eine Übersicht aller bisher erschienenen Folgen in winziger Schrift.

Fazit: Das Thema ist gut gewählt, und während man ein paar Details aus der Lebensweise der Wikinger erfährt, wird auch das Museum näher beleuchtet. Dem Hörer ist zwar deutlich vor den vier Ermittlern klar, worauf dies alles hinauslaufen wird, durch die gut geschriebenen Dialoge kommt dennoch keine Langeweile auf. Eine grundsolide Folge, die mir viel Spaß gemacht hat.

VÖ: 15. Februar 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190758892627

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