Die drei ??? - und die schwarze Katze (Planetarium-Special)



Der Besuch eines Rummels beschwert Justus, Peter und Bob einen neuen Fall. Denn gleich mehrere Unglücksfälle sorgen bei den Schaustellern für Aufruhr. Im Zentrum des Ganzen scheinen die schwarzen Katzen zu stehen, die als Preis an einem der Stände zu gewinnen waren, denn schon am nächsten Tag werden die anderen Exemplare per Zeitungsanzeige gesucht...

Die ersten drei eigens für die Vorführung in Planetarien aufgenommenen Folgen um die „drei ???“ haben große Erfolge gefeiert, sodass auch eine zweite Staffel mit drei weiteren Geschichten produziert wurde. Und da scheinbar auch die Veröffentlichung der ersten Staffel wenig überraschend von Erfolg gekrönt war, gibt es nun auch die erste der neuen Folgen auf CD. Wobei „neu“ hier ein recht dehnbarer Begriff ist, mit „die schwarze Katze“ ist es die Neuvertonung eines Klassikers geworden, der vierten Folge der eigentlichen Serie. Das Setting ist dabei sehr interessant gewählt, ein Wanderzirkus mit angehängtem kleinen Rummel sorgt für sehr prägnante Schauplätze, die auch sehr atmosphärisch dargestellt werden. Vor dieser Kulisse agieren allerlei starke Charaktere, die mit ihrer teilweise skurrilen Anmutung im Gedächtnis haften bleiben. Der Fall, der darum gestrickt wurde, ist ebenfalls interessant gestaltet und mit starken Motiven versehen, ist aber auch nicht mehr ganz so sehr auf den Punkt gebracht wie das Original. Es gibt einige zusätzliche Szenen aus der Buchvorlage, die das Tempo aber auch deutlich drosseln und so auch Spannung aus der Folge nehmen. Auch ist deutlich zu spüren, dass einige Klangeffekte vor allem auf die Planetarien zugeschnitten wurden. Einiges davon funktioniert auch in Stereo prächtig, beispielsweise die Introszene mit den chaotischen Zuständen. Wenn ein Pfeil aber von links nach rechts geschossen wirkt, entfaltet das auf dieser CD nun mal nicht seinen ganzen Reiz. Gut gefällt mir hingegen, dass die Texte des Erzählers auch mal etwas anders gestaltet sind und der Zuhörer beispielsweise direkt angesprochen wird. So ist diese Folge ein bisschen zweischneidig, das volle Potenzial der Geschichte wird leider nicht ausgeschöpft.

Natürlich übernehmen die drei wohlbekannten Sprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich wieder die Hauptrollen (wie schon 1979), aber auch andere Hörspiel-Urgesteine sind zu hören. So spricht Ursula Sieg mit ihrer rauen Stimme eine Schaustellerin, die trotz ihres vergleichsweise kleinen Auftritts im Gedächtnis haften bleibt. Stefan Schwade ist als Andy Carson zu hören und spricht agil und dynamisch, sodass eine sympathische und präsente Figur entsteht. Auch Manfred Redemann hat mir als Gabbo sehr gut gefallen, auch er hinterlässt einen lebendigen Eindruck.

Die einzelnen Klangbausteine sind hier natürlich sehr gut aufeinander abgestimmt, sodass gerade die Geräusche ein hervorragendes und sehr lebendiges Klangbild ergeben. Auch in Stereo fühlt man sich dabei wie mitten auf dem Rummelplatz. Doch leider fällt die Stimme von Oliver Rohrbeck aus dem Rahmen, klingt dumpfer und wie ein Fremdkörper in der ansonsten so hochwertigen Produktion.

Wie schon bei der ersten Staffel der Planetariums-Hörspiele stecken die beiden CDs in einem stabilen, dicken Digipack. Die Infos über Sprecher und andere Mitwirkenden sowie die Trackliste sind dabei im Inneren aufgedruckt, ein zusätzliches Booklet liegt nicht bei. Die Elemente in Pink stechen dabei hervor und bilden einen gelungenen Kontrast zu der bekannten Zeichnung der schwarzen Katze.

Fazit: Die Neuvertonung des Klassikers fällt durch einige zusätzliche Szenen auf, die oft das Tempo aus der Handlung nehmen, statt weitere Hintergründe spannend aufzubereiten. Der Grundsatz ist gelungen, ebenso wie viele starke Momente und interessante Einfälle eingebunden wurden. Die entstandene Klangwelt ist dabei sehr intensiv, doch nicht jeder Effekt funktioniert auch in Stereo so gut.

VÖ: 15. Februar 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190758784229

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