Gruselserie – 2. Yeti – Kreatur aus dem Himalaya



Einer britischen Tageszeitung wird ein Foto zugespielt, das den sagenumwobenen Yeti recht deutlich zeigt. Fünf erfahrene Bergsteiger werden daraufhin engagiert, um exklusives Material und Beweisstücke seiner Existenz zu sichern. Zunächst verläuft die Bergtour auf dem Mount Everest wie geplant, mit Ausnahme der Horden an Touristen, die die raue Umgebung oft zu leicht nehmen. Doch dann geraten auch die Experten in gefährliche Situationen...

Zum Start der Neuauflage der legendären Gruselserie von Europa sind gleich zwei Folgen erschienen, die sehnsüchtig von den Fans des Labels erwartet wurden. Nach dem gelungenen Start mit „Polterabend“ geht es mit einem ganz anderen Thema weiter, das schon im Titel erwähnt wird: „Yeti – Kreatur aus dem Himalaya“. Nach einer stimmungsvollen Introszene um das oben erwähnte Foto und einer kurzen Szene im Zeitungsverlag gehen dann auch schon die fünf Männer auf ihre Expedition, was zunächst in ziemlich vielen Dialogen ausläuft, die durchaus interessant sind, aber für meinen Geschmack zu lang geraten sind, ohne das wirklich etwas passiert. Es dauert dann noch eine ganze Weile, bis die Geschichte etwas mehr in Fahrt kommt und ein weiterer wichtiger Charakter der Folge vorgestellt wird. Doch auch hier ist erst einmal in einem Rückblick ihre Geschichte zu hören, zwar mit mehr spannenden Momenten gespickt, aber doch etwas dröge. Glücklicherweise findet die Folge zum Schluss noch einmal einen Dreh, um mehr Dramatik und direkte Aktionen zu finden, was in einem sehr gelungenen Finale endet. Ein sehr gelungener Kniff am Ende stellt das bisher gehörte und den ganzen Mythos um den Yeti noch einmal auf einer anderen Ebene dar, was mir sehr gut gefallen hat. Leider hat die Folge einen deutlichen Schwachpunkt: Die Dialoge wirken an vielen Stellen sehr gestelzt, die Wortwahl ist unglaubwürdig, die Charaktere handeln an einigen Momenten völlig unpassend – beispielsweise wenn in einer Szene größter Not erst einmal die Spitznamen ausgetauscht werden oder bei einem emotionalen Ausbruch ein „Zurück zum Text“ eingeworfen wird. Leider trübt dies die Freude an der Geschichte deutlich, die gerade gegen Ende ansonsten stark ist.

Erzähler der Folge ist niemand anderes als Udo Schenk, der mit seiner markanten und tiefen Stimme die vorherrschende Stimmung verstärkt und die Atmosphäre so noch weiter ausgestaltet. Giovanni Galliano wird von Nico König gesprochen und arbeitet dabei die Eigenheiten des italienischen Expeditionsteilnehmers gut heraus, sowohl die einfühlsame als auch die eigensinnige Art kommen dabei gut zur Geltung. Als Beatrix ist Henrike Fehrs zu hören, die immer etwas gehetzt klingt und dabei vor allem den Bericht ihrer bisherigen Reise treffend darstellt. Weitere Sprecher sind Till Demtröder, Marek Harloff und Achim Buch.

Die atmosphärische Gestaltung hält sich hier sehr zurück, nur am Ende kommen etwas mehr akustische Elemente mit ein. So kommt die unwirtliche Gegend mit den harschen Wetterbedingungen während der Folge nur selten zur Geltung, hier hätte man mehr herausholen können. Die Musik ist durchaus stimmungsvoll komponiert, wenn auch etwas einfach umgesetzt und lässt sich ebenfalls zu selten hören, um eine dichte Atmosphäre zu erzeugen.

Ich mag die Covergestaltung der Serie auch hier wieder sehr gern, wobei die blaue Grundfarbe hier besonders gut zum Thema passt und mit Weiß, Schwarz und ein wenig Gelb in deutlich abgegrenzten Flächen einen ganz besonderen Look erzeugt. Der Yeti ist darauf als riesiges und wütendes Monster zu sehen und ragt bedrohlich über den beiden Bergsteigern auf.

Fazit: Das Thema ist gut gewählt, auch einige Ideen sind sehr gelungen und treffend umgesetzt. Das ist stellenweise aber zu wenig dynamisch umgesetzt und funktioniert besonders durch die hölzerne und unglaubwürdige Dialogführung nicht. Und auch einige Logiklücken stören mich und hätten auch in einem Gruselhörspiel nicht sein müssen.

VÖ: 1. März 2019
Label: Europa
Bestellnummer: 190758995823

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