Asterix – 37. in Italien



So fortschrittlich das römische Reich auch sein mag, das Straßennetz ist marode und behindert immer wieder die Reisenden. Um genau diesen Zustand zu vertuschen, organisiert der korrupte Senator Lactus Bifidus ein Wagenrennen quer durch das ganze Land. Auch Asterix und Obelix melden sich an, wobei dem wohlbeleibten Gallier sogar der Sieg vorausgesagt wird. Doch die Konkurrenz ist hart...

Die Nummerierung der Hörspiel-Umsetzung von „Asterix“ hält sich strikt an die Veröffentlichung der Comicreihe, wie sie in Deutschland erschienen ist. Und ironischerweise führt genau dies momentan zu einer Lücke in der Serie, denn um die neuen Geschichten zeitnah zum Erscheinen des Comics zu garantieren (und so den kostenlosen Werbeeffekt mitzunehmen), wird die 37. Episode „Asterix in Italien“ vorgezogen. Was problemlos möglich ist, da die Folgen ja nicht in eine Rahmenhandlung eingebunden sind. Der Start ist dieses Mal nicht vom Dorfgeschehen geprägt, sondern eben von den Vorgängen in Rom um Lactus Bifidus, was unterhaltsam geraten ist, aber eben auch erst recht spät zu den beliebten Galliern umschwenkt. Der Start hätte so etwas prägnanter geraten können, ab dem Mittelteil wird aber eine sehr stimmige und gut erzählte Handlung präsentiert. Dabei gefällt mir besonders, dass recht viele verschiedene Völker auftreten, die mit ihren Klischees herrlich schrullig und liebenswert wirken. Und noch ein Element gefällt mir sehr gut: Dieses Mal steht Obelix noch mehr im Vordergrund als vorher, er löst die meisten Konflikte auf seine charmant-tumbe Art, während Asterix eher im Hintergrund agiert. Das gibt der Serie noch einmal einen anderen Anstrich und sorgt für Abwechslung. Die Gags funktionieren hier gut und ließen sich passend an das neue Medium übertragen, sodass eine stimmige Episode entstanden ist.

Douglas Welbat spricht natürlich wieder die Rolle des Obelix und fängt dabei den großen Charme der Figur ein, die Begriffsstutzigkeit gepaart mit der gutmütigen Streitlustigkeit kommen durch seine Sprechweise bestens zur Geltung. Thomas Karallus ist als Lacturs Bifidus zu hören, er betont den heuchlerischen und schmeichlerischen Charakter gekonnt und passt sehr gut in die lebendige Atmosphäre der Serie. Auch Julius Cäsar selbst hat mal wieder eine größere Rolle, die von Bernd Stephan sehr professionell und treffend umgesetzt wurde. Weitere Sprecher sind Patrick Bach, Michael Bideller und Jannika Jira.

Das Zusammenspiel der Dialoge und der akustischen Gestaltung funktioniert wieder gut, wobei die Atmosphäre comichaft und lebendig wirkt. Die vielen Geräusche sorgen für witzige Momente, während die eingebauten Melodien größtenteils schon aus vorigen Episoden bekannt sind. Da diese aber nicht allzu markant sind, ist der Nervfaktor glücklicherweise sehr gering.

Natürlich wurde auf dem Cover das Titelbild des Comicbandes adaptiert, welches ebenso natürlich eine Szene des Wagenrennens zeigt. Nicht nur die beiden Gallier, sondern auch die anderen Teilnehmer und ein hübscher Hintergrund sorgen für einen stimmigen Eindruck. Im Inneren des kleinen Booklets gibt es neben weiteren kleinen Zeichnungen noch Folgenübersicht der bisherigen Titel.

Fazit: „Asterix in Italien“ überzeugt mit der flotten Geschichte und vielen witzigen Anspielungen, besonders auf die verschiedenen Völker, die in einem gelungenen miteinander agieren. Viele Running Gags, ausdrucksstarke Figuren und ein sehr gelungenes Ende sorgen für eine starke Episode der Serie.

VÖ: 22. Februar 2019
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602577079412

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