Insel-Krimi – 4. Todesfalle Fehmarn



Immer noch hat Hannah nicht mit den schrecklichen Ereignissen um ihren Ehemann Arno abgeschlossen, der seit einem Mordversuch an ihr seit Jahren in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht ist. Auch ihr neuer Partner Daniel kann sie nicht immer aus ihrem Gedankenkarussell erlösen. Doch als eine gute Freundin Arno gesehen hat, ist Hannah völlig aufgelöst und kann ihren Urlaub mit Daniel auf Fehmarn nicht mehr genießen...

Es ist schon etwas her, seit die letzte Episode von „Insel-Krimi“ bei Contendo Media erschienen ist, doch nun ist mit „Todesfalle Fehmarn“ ein in sich abgeschlossenes Hörspiel erschienen, welches statt einem Krimi eher einen Psycho-Thriller präsentiert. Dabei setzt die Folge gleich zu Beginn auf eine bedrohliche und düstere Stimmung setzt. Lange ist nicht klar, was es mit Arno auf sich hat, ob er tatsächlich zurückgekehrt ist, um die geplante Tötung von Hannah nun nachzuholen. Autor Marc Freund hat hörbaren Spaß daran, den Hörer an der Nase herumzuführen, immer neue kleine Schockmomente zu setzen und so den Druck auf Hannah und damit auch auf die Geschichte zu erhöhen. Das hat mir über weite Teile gut gefallen und wurde stimmungsvoll erzählt, indem immer neue Elemente hinzugefügt wurden. Doch am Ende meint er es etwas zu gut mit den unerwarteten Wendungen. Was zunächst noch aufregend wirkt, ist später einfach nur deutlich zu viel, da im Minutentakt neue Kehrtwenden präsentiert werden, die das zuvor Gehörte in einem anderen Licht erscheinen lässt. Das Finale überschlägt sich dann immer wieder, was in dieser Dichte schon nicht mehr so recht zur Geltung kommt. Das mindert des ansonsten positiven Eindruck dieser Folge leider doch etwas, sodass der sehr hörenswerte Mittelteil leider in den Hintergrund gerät.

Runina Nath hat sich hier als Hannah schnell profiliert und spricht die Hauptfigur der Folge sehr sicher und mit treffendem Ausdruck, sodass der langsame psychische Verfall gelungen dargestellt wird. Florian Hoffmann sorgt als Arno für viele intensive Momente und sorgt für einen sehr bedrohlichen Ausdruck, was den Druck der Handlung spürbar erhöht. Alexandra Lange ist in einer Nebenrolle als Arnos Mutter Gerda zu hören, die sie sehr präzise und ausdrucksstark spricht und so positiv im Gedächtnis haften bleibt. Weitere Sprecher sind Marios Gavrilis, Thomas Balou Martin und Santiago Ziesmer.

Die Szenerie wird durch die akustische Gestaltung gekonnt unterstrichen. Dabei sind nicht nur in den Szenen passende Hintergrundgeräusche eingefügt, die das Flair der Insel betonen und für mehr Stimmung sorgen. Auch die Musik ist passend ausgewählt und unterstreicht den Spannungsbogen der Handlung, sodass insgesamt eine stimmige Umsetzung geraten ist.

Die raue See rund um die Insel wurde als Titelbild gewählt. Ein eindrucksvolles Foto mit dem stürmischen Wasser und den dunklen Wolken am Himmel sowie einem langen Steg in das Wasser passt in Sachen Stimmung gut zu der Folge – was aber auch für einige andere Episoden der Serie gelten würde und deswegen wenig individuell wirkt. Im Inneren setzt sich die insgesamt recht schlichte Aufmachung weiter fort.

Fazit: Die Stimmung wird sorgsam aufgebaut, nach dem aufregenden Beginn und einem gut konstruierten Mittelteil wird aber deutlich zu viel gewollt. Dann überstürzen sich die Wendungen, die immer wieder für andere Voraussetzungen sorgen und genau damit ihre Wirkung verhindern. Sorgsam eingesetzt ist das sicherlich ein packendes Element, die Taktung ist hier aber leider zu hoch geraten.

VÖ: 15. März 2019
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-87-1

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