DreamLand Grusel - 37. Die dämonische Statue



London wird von einer Serie grausamer Morde geschockt, bei der den Opfern das Herz entnommen und durch einen Stein ersetzt werden. Auch die ehemalige Psychotherapeutin Alice Sutton, die mittlerweile als Künstlerin tätig ist, erfährt aus den Medien von den Ereignissen und ist froh darüber, dem Trubel entgehen zu können. Denn ein alter Freund vermittelt ihr eine Auftragsarbeit bei dem geheimnisvollen und attraktiven Dave Miller, der außerhalb der Stadt wohnt...

Gruselserien mit in sich abgeschlossenen Episoden haben den Vorteil, den Hörer immer wieder mit neuen Ideen zu überraschen und so für viel Abwechslung zu sorgen. Und so ist die Szenerie der 37. Folge von „DreamLand Grusel“ eher untypisch für die Reihe – ebenso wie der Verlauf. Zwar wird am Anfang mit den grausam entstellten Leichenfunden mit einem gelungenen Schockeffekt das Interesse des Zuhörers geweckt, doch danach geht die Handlung erst einmal recht langsam los. Alice wird samt ihrer Vergangenheit als Psychotherapeutin vorgestellt, wobei auch gleich einige Ausführungen einer bestimmten Erkrankung eingebaut sind. Das gibt unheilvolle Hinweise auf das Kommende, die vielen Hinweise lassen dabei zwar schon erahnen, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird, der Spannung tut das jedoch keinen Abbruch. Auch nach dem ersten Zusammentreffen von Alice und Dave nimmt sich die Folge Zeit, die Charaktere zu entwickeln, was mir deutlich besser gefällt als eine flach vor sich dahin erzählte Handlung, die nur auf billige Schockmomente setzt. Diese kommen so gut wie gar nicht vor, das Grauen schleicht sich langsam, aber effektvoll ein. Das Finale ist packend geraten und zieht sich über mehrere Minuten, die sehr intensiv geraten sind und alle losen Enden gekonnt zusammenführt. Zugegeben, diese Serie hat mich nicht immer überzeugt. „Die dämonische Statue“ ist aber richtig gut gelungen und eine sehr starke Episode, die sicherlich nicht das letzte Mal in meinem Player gelandet ist.

Das Sprechensemble ist mit einigen hochkarätigen Sprechern besetzt, wobei die Namen absolut halten, was sie versprechen. Die Hauptrolle der Alice wird von der wunderbaren Ulrike Stürzbecher übernommen, die mit ihrem ganz eigenen Charme und einer sehr präsenten Sprechweise überzeugt und das Grauen, das die Künstlerin langsam überkommt, sehr gut in Szene setzt. Dave bekommt seine Stimme von Gerrit Schmidt-Foß geliehen, der ihm eine geheimnisvolle Aura verleiht und einen sehr markanten Eindruck hinterlässt, sodass seine Dialoge sehr gut zur Geltung kommen. Sehr gefreut habe ich mich auch über den Auftritt von Reinhilt Schneider als Mary Miller, der zwar nicht sonderlich umfangreich ist, der Folge aber dennoch eine gelungene Facette verleiht. Weitere Sprecher sind Christian Weigand, Marie Bierstedt und Patrick Bach.

Technisch ist das Hörspiel sauber umgesetzt worden, wobei die Musik die vorherrschenden Stimmungen gut aufgreift und diese so noch verstärkt. Auch die Geräuschkulisse ist treffend und nicht zu aufdringlich geraten, sodass der Fokus dieses Mal auf den Sprechern liegt. Allerdings hört man an einigen Stellen allzu deutlich, das die Sprecher getrennt voneinander aufgenommen und später zusammengefügt wurden.

Die Statue, die eine so wichtige Rolle in dem Hörspiel einnimmt und ihr nicht umsonst auch den Namen gegeben hat, ist auch auf dem Titelbild zu sehen. Die dunkle, blau-schwarze Optik funktioniert dabei besonders gut und stellt neben leuchtenden Augen und spitzen Zähnen noch viele weitere Details parat, die zusammen ein sehr ansehnliches Konzept ergeben.

Fazit: Eine sehr starke Folge von Dreamland Grusel mit einem langsamen, aber sehr stimmigen Aufbau und gut miteinander verwobenen Themen. Die Charaktere stehen hier im Vordergrund und werden ebenso unterhaltsam wie ausführlich vorgestellt. Hier geht es eher um den sich langsam einschleichenden Grusel, der sich in einem packenden Finale entlädt. Schön, dass hier alles so gut zusammenpasst.

VÖ: 25. Januar 2019
Label: DreamLand
Bestellnummer: 9783960661566

Datenschutzerklärung