Dr. Morbius - 9. Abgründe



Zwar konnte das Team um den gerechtigkeitsliebenden Dr. Morbuis den gefährlichen Mörder Caine dingfest machen, doch seine Gegenspieler holen längst zum nächsten Schlag aus. Doch zunächst muss sich der Wissenschaftler mit einem einsam umherreisenden Mädchen Sally beschäftigen, das bei ihm auftaucht und ihm einige Rätsel aufgibt...

Schlag auf Schlag geht es bei der neunten Episode von Dr. Morbius zu. Die düstere Thriller-Serie, die mittlerweile von Audionarchie produziert wird, setzt dabei direkt an den Vorgänger an und fasst noch einmal die wichtigsten Ereignisse zusammen, sodass man auch nach einiger Abwesenheit von der Serie wieder gut ins Geschehen findet. Im anfänglichen Dialog wird zudem noch ein unheilvoller Schatten auf das Kommende geworfen, sodass die Spannung des Hörers direkt angeheizt wird. Doch die Handlung konzentriert sich auf einen neu eingeführten Charakter, gibt dessen Geschichte aber nur höchst stückchenweise wieder. Die Folge verpulvert ihre Möglichkeiten nicht gleich an Anfang und sorgt erst einmal für die typische, intensive Stimmung der Serie, um später so richtig loszulegen. Große Actionelemente sind dabei nicht vorhanden, aber die verschiedenen Schachzüge der Charaktere sorgen für einige sehr intensive Momente. Sehr persönliche Gefühle und Motive lassen die Figuren greifbar und prägnant wirken. Und darauf wird auch der Fokus gelegt: So furchtbar viel passiert eigentlich gar nicht, dafür gibt es sehr intensive Momentaufnahmen. Der Rahmenhandlung der Serie werden dabei neue Facetten hinzugefügt, und auch wichtige Fragen nach Moral und Anstand werden gestellt, Rachedurst und persönliche Befreiung spielen ebenso eine Rolle. Das fügt sich alles sehr intensiv zusammen und macht „Abgründe“ zu einer hörenswerten Episode der Serie.

Sally wird von Florentine Draeger gesprochen, die dem jungen Mädchen mit für sie überraschend dunkler Stimme eine intensive Aura verleiht und so die vielen Geheimnisse betont, die sie umgeben, später aber auch mit heftigen, glaubhaften Gefühlsausbrüchen punktet. Helmut Krauss ist wieder als Pater Hendrik zu hören, der in seinen Dialogen sehr gut zur Geltung kommt und trotz seiner vergleichsweise kurzen Auftritte positiv im Gedächtnis haften bleibt. Erzählerin Karen Schulz-Vobach macht ihre Sache ebenfalls sehr gut und sorgt mit ihrer hintergründigen Art für zusätzliche Stimmung. Weitere Sprecher sind Dagmar Dreke, Hans-Geord Panczk und natürlich Udo Schenk in der Titelrolle.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist auch hier wieder sehr gut gelungen, wobei im Hintergrund recht viel los ist und so für einen intensiven Ausdruck sorgt. Die düstere Musik und die vielen Geräuschen fügen sich dabei sehr eng aneinander und sind sehr gut auf die Handlung abgestimmt, überdecken aber nie die Sprecher.

Der Torso eines Menschen, blutverschmiert und mit einem Tuch abgedeckt, ist auf dem Cover zu sehen, das scharfe Skalpell des Täters ist ebenfalls zu sehen. Der leicht verschwommen wirkende Zeichenstil und der nur kleine Ausschnitt des Motivs sind passend gewählt und sorgen für ein ansprechendes Titelbild für diese Episode.

Fazit: Die Folge konzentriert sich ganz auf die Charaktere, ihre Hintergründe und abgründigen Gefühle, was genau der richtige Weg ist, um sie sehr intensiv in Szene zu setzen. Da die Fassade bei allen nur langsam bröckelt, ist die Spannung sehr hoch und steigert sich bis zu einem sehr intensiven Finale. Die moralischen Aspekte der Serie sind dabei wieder sehr gelungen eingebaut und werden hier infrage gestellt – sehr hörenswert.

VÖ: 30. November 2018
Label: Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-963282-276-7

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