Fünf Freunde - 129. und die kleinen Detektive



Die fünf Freunde wollten eigentlich selbst ein paar kleine Abenteuer in einem Feriencamp erleben. Doch ein paar der Betreuer fallen aus, sodass sich Julian, Anne, Dick und George dazu entschließen, drei jüngere Kinder unter ihre Fittiche zu nehmen und auf sie aufzupassen. Auch sie selbst haben einen kleinen Detektivclub gegründet und wollen den nahe liegenden Wald selbst erkunden – doch von dem kleinen Ausflug tauchen sie nicht mehr auf...

Auf dem Hörspielmarkt haben die Fünf Freunde schon viel Konkurrenz, jetzt droht ihnen dies sogar auch in den Folgen selbst – zumindest in der Nummer 129, bei dem „die kleinen Detektive“ ihren Auftritt haben und auch gleich den Folgentitel prägen. Die Hauptarbeit machen aber natürlich die allseits bekannten Figuren, arbeiten dabei aber auf sehr interessante Weise mit ihren jüngeren Kollegen zusammen. Es gibt einige Ideen der geheimen Kommunikation miteinander, die unter erschwerten Bedingungen untereinander ausgetauscht werden. Der Verlauf ist dabei kurzweilig und von einigen aufregenden Szenen geprägt, die für die richtige Portion Spannung sorgen. Wohin die Geschichte führt, entfernt sich recht weit vom Ausgangspunkt weg. Das sorgt zwar für einige Überraschungen, sorgt aber auch für ein paar Stolpersteine, die doch etwas zu weit hergeholt scheinen. Dem abenteuerlichen und unterhaltsamen Verlauf tut dies zwar keinen Abbruch, trübt aber etwas den eigentlich recht positiven Gesamteindruck. Insgesamt ist das aber gut zusammengestellt und bietet nicht nur der Zielgruppe, sondern auch den erwachsenen Zuhörern einen gelungenen Spannungsbogen mit einem hübschen Setting.

Bei Kinderrollen haben Hörspielmacher oft das Problem, authentisch wirkende Sprecher zu finden, was hier leider nicht allzu gut geraten ist. Die Motivation und die Energie der kleinen Detektive sind zwar gegeben, das wirkt aber dennoch recht hölzern und gekünstelt. Tim Kreuer ist als Betreuer Tom im Feriencamp zu hören, er hinterlässt einen glaubhaften Eindruck und lässt ihn sympathisch und engagiert wirken. Herbert Tennigkeit ist als einer der Gegenspieler dieser Folge zu hören, was solide und treffend geschieht, die Klischees der Rolle kann er dabei allerdings nicht ablegen. Weitere Sprecher sind Malin Steffen, Konstantin Graudus und Lutz Mackensy.

Die Musik stammt – für Hörer der Serie nicht gerade überraschend – aus dem legendären Europa-Archiv, wirkt hier aber insgesamt recht modern und ist gut auf die Handlung abgestimmt. Die verschiedenen Stimmungen werden dabei gut aufgegriffen. Auch die Geräusche sind sauber eingebaut und sorgen für einen lebendigeren Eindruck der Dialoge.

Das Cover kommt wieder in äußerst farbenfrohen Optik daher, was einen fröhlichen Eindruck hinterlässt. Die Szenerie in dem Hafen mit LKW und Containern kommt im Hörspiel allerdings erst ganz am Ende vor und verrät vorab etwas zu viel von der Handlung. Hier hätte man sicherlich noch andere Motive finden können, während die hübsche Landkartenoptik auch hier wieder gut funktioniert.

Fazit: Der Verlauf ist kurzweilig, wobei viele gute Ideen zur verschlüsselten Kommunikation eingeflossen sind. Einige gefährliche Situationen sorgen für Spannung, der Verlauf ist jedoch nicht ganz gradlinig geraten. Das Klischee der leicht zu übertölpenden Genoven sorgt zwar für einige heitere Momente, hätte hier aber auch ruhig wegfallen können. Eine solide Episode, die mit ihrem Setting ein wenig Abwechslung in die Serie bringt.

VÖ: 23. November 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758785622

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