Geister-Schocker – 79. Das Schloss der tausend Augen



Es sollte ein fröhlicher Ausflug werden, doch kaum auf dem alten Herrenhaus angekommen, merkt Geisterseher Jack Cullum schnell, dass etwas nicht stimmt. Und auch seine Freunde bekommen die Macht der Geister zu spüren, die in den alten Gemäuern umgehen. Erst mit der Zeit merkt Jack, dass die übernatürlichen Wesen ihm etwas mitteilen wollen...

Auch wenn bei den „Geister-Schockern“ von Romantruhe Audio gerne mal experimentiert wird und auch ungewöhnliche Geschichten erzählt werden, habe ich mich sehr gefreut, dass die 79. Episode mal wieder sehr klassisch daher kommt. Geistererscheinungen in einem alten Schloss funktionieren einfach (fast) immer, zumal sich die Stimmung hier immer weiter verdichtet. Die Attacken auf die Besucher werden heftiger, die Schreckensszenen intensiver, die Atmosphäre unheimlicher, sodass der Verlauf sehr spannend wirkt. Da stört es mich nicht, dass viele Ideen übernommen wurden, beispielsweise dass das Schloss natürlich von der Außenwelt abgeschnitten ist. Zumal eben auch viele eigenständige Ideen eingebunden wurden und hier eine gelungene Auflösung präsentiert wird, die eben nicht nur auf Effekthascherei aus ist, sondern wirklich etwas zu erzählen hat. Besonders angetan hat es mir dabei, dass die Kinder der Reisegruppe oft so in den Fokus gerückt werden, die Dramatik der Szenen wird so noch einmal verschärft. Sicherlich gibt es dabei den einen oder anderen Spannungsabfall, doch insgesamt ist die Geschichte sehr stimmig erzählt. Hauptfigur Jack Cullum ist bereits aus der Serie bekannt, drängt sich aber nicht allzu sehr in den Vordergrund, sondern lässt die Handlung an sich wirken.

Die Sprecher machen ihre Sache größtenteils sehr gut, auch wenn in einigen Nebenrollen die Sprechweise etwas hölzern geraten ist. Christian Stark spricht als Jack Cullum aber sehr natürlich und flüssig, zumal er sich nicht zwanghaft in den Vordergrund drängt, sondern die Geschichte ihre Wirkung entfalten lässt. Tanja Niehoff ist als Jenny McDonald dabei, auch sie präsentiert eine sehr solide Leistung und zeichnet die vielen kleinen Spannungsbögen mit ihrer Stimme gekonnt nach, ohne allzu übertrieben zu wirken. Marc Schüler hat noch eine etwas kleinere, aber eindrucksvolle Rolle, die sehr gut zur Geltung kommt. Weitere Sprecher sind Jenny Maria Meyer, Helgo Liebig und Reent Reins.

Die unheimliche Szenerie wird auch akustisch gut unterstützt, wobei hier besonders die Geräusche geschickt eingesetzt sind. Diese sorgen in den unheimlichen Szenen für die richtige Stimmung oder für einige Schockmomente. Die Musik ist passend dazu ausgewählt und gut in die Handlung eingebaut, bleibt aber meist eher im Hintergrund und überlässt den Sprechern die große Bühne.

Ein Mädchen mit leichenblasser Haut und roten Augenhöhlen ist auf dem Cover zu sehen, dazu zwei Augäpfel, die neben einem Messer in der Hand eines unbekannten Protagonisten liegen. Im Hintergrund ist der Schauplatz des ganzen Spektakels zu sehen, was auch mal ohne Vollmond gut funktioniert. Im kleinen Booklet sind einige Fotos der Sprecher zu sehen, auch ein Ausblick auf die nächste Folge wird gewährt.

Fazit: „Das Schloss der tausend Augen“ ist eine klassische Geistergeschichte mit einem bekannten Setting und hat mich gerade deswegen überzeugt. Die Stimmung ist sehr dicht und wird immer wieder durch unheimliche Szenen weiter aufgeheizt. Doch es geht eben nicht nur um Schockeffekte, sondern auch um eine Geschichte, die dahintersteckt. Eine unterhaltsam aufbereitete und gut erzählte Folge!

VÖ: 25. Januar 2019
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-343-7

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