Die Blutlinie – 2. Ist da jemand



Der Mörder vom Smoky Barrets Freundin hat ein Video hinterlassen, das die Tat in seiner ganzen Brutalität zeigt. Doch es offenbart dem FBI-Team um die toughe Ermittlerin auch einige wichtige Details, was die Ermittlungen aber nur in Maßen voranbringt. Und so kehren alle nach Hause zurück, wobei Smoky sich nun auch um ihre Pflegetochter Bonnie kümmern muss. Und dabei ist ihr völlig klar, dass es nicht der letzte Schlag des Serienmörders war...

Eine Umsetzung als Hörbuch ist bei vielen Buchveröffentlichungen ja fast schon ein Pflichtprogrmm, dass aber auch ein Hörspiel entsteht, ist immer noch eine Ausnahme. Lübbe hat dies nun für den Thriller-Roman „Die Blutlinie“ von Cody Mcfayden umgesetzt und in einer vierteiligen Miniserie veröffentlicht, wobei in der zweiten Episode ja schon die Grundzüge der Charaktere und der Situation bekannt sind. Die Handlung kann so schneller starten und beschäftigt sich auch zunächst ausführlich mit dem Tod von Smokys Freundin, fügt viele grausige Details hinzu, auch ein paar Happen, die in Richtung der Auflösung gehen, werden dem Zuschauer geboten. Doch schon bald schnwenkt die Szenerie um und beschäftigt sich mehr mit Smoky und der Bewältigung ihres Lebens. Auch hier gibt es mehr heftige und schockierende Details über den Überfall auf ihre Familie, insgesamt ist das Tempo im Mittelteil aber eher gering. Obwohl es natürlich wichtig ist, ihre Entwicklung nachvollziehbar zu machen, wird hier etwas zu viel Zeit aufgewendet. Die Erkenntnis, dass jedes ihrer Teammitglieder sein eigenes Päckchen zu tragen hat, ist dabei essenziell, zumal es auch dort Einblicke in sehr private Momente gibt. Gegen Ende wird es dann noch einmal richtig spannend, der Hinweis auf ein mögliches weiteres Todesopfer setzt das Team noch einmal ordentlich unter Druck, hier zeigt die Spannungskurve wieder aufwärts. Die explizite Gewaltdarstellung ist dabei wieder Geschmackssache und wird nicht jedem gefallen, sorgt aber auch für einen sehr intensiven Ausdruck der Serie.

Douglas Weltbat spricht mit Alan ein weiteres Mitglied des Teams um Smoky Barret, wirkt warmherzig und zugänglich, aber eben auch scharfsinnig, was glaubhaft und treffend von ihm umgesetzt wurde. Seine Frau Elaina wird von der wunderbaren Isabella Grothe gesprochen, die den Charakter so liebevoll und offen darstellt wie beschrieben und damit schnell die Sympathien auf ihrer Seite hat. Arwen Beims ist als Bonnie zu hören, trotz ihres jungen Alters klingt sie glaubwürdig und spontan. Weitere Sprecher sind Frabci Friede, Oliver Reinhard und Achim Schülke.

Die akustische Umsetzung der Folge ist treffend und lebendig gelungen, wobei auch einige passende Melodien eingebaut wurde. So sind einige der Monologe von Smoky atmosphärisch untermalt, aber auch die Szenenübergänge oder besonders packende Szenen werden so gut umgesetzt. Die Geräuschkulisse ist vielseitig und wirkt modern, wobei die eingebauten gequälten Schreie beim Abspielen des Videos schon starke Nerven notwendig sind.

Auch auf diesem Cover ist Hauptsprecherin Katy Karrenbauer zu sehen, mit einer riesigen Narbe entstellt und entschlossenem Gesichtsausdruck. Während sich an der linken Seite so kaum etwas geändert hat, ist auf der rechten lediglich ein blutverschmierter Abdruck zu sehen. Im Inneren herrscht ebenfalls Schlichtheit vor, neben der Auflistung der Mitwirkenden gibt es keine weiteren Zusatzinformationen.

Fazit: Das Tempo dieser Folge wirkt etwas gedrosselt, da die Entwicklung der Charaktere mehr im Vordergrund steht denn die Entwicklung des Falles. Auch das ist spannend und eindringlich aufbereitet, zumal am Ende wieder eine sehr packende und bedrohliche Szenerie aufgebaut wird. Eine gelungene Fortsetzung, die erneut von ihrer dichten Stimmung lebt.

VÖ: 26. Oktober 2018
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5670-6

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