Edgar Allan Poe und Auguste Dupin – 3. Die toten Augen von Paris



Paris wird von einer Mordserie erschüttert, die die ganze Stadt in Atem hält: Alle Opfer werden mit herausgeschnittenen Augen aufgefunden. Auch Auguste Dupin ermittelt mit seinem treuen Begleiter Edgar Allan Poe in dem Fall und versucht gleichzeitig, das Verschwinden mehrerer erblindeter Menschen aufzuklären. Und dafür forscht er bis in die höchsten Kreise der Pariser Kunstszene...

Die Veröffentlichungsfrequenz zum Start der neuen Krimiserie um „Edgar Allan Poe und Auguste Dupin“ ist zunächst recht hoch, sodass sich der Hörer schon nach kurzer Zeit über einige Folgen freuen kann – ganz abgesehen von den ebenfalls neuen Fällen für den französischen Detektiv, die bei „Sherlock Holmes & Co“ bei Romantruhe Audio erschienen sind. Bisher wurde dabei immer das Profil der beiden Charaktere geschärft – der scharfsinnige und nüchterne Ermittler mit seinem von inneren Dämonen geplagten Begleiter, der neben seinen Berichten auch Gruselgeschichten verfasst, wobei Fiktion und Realität zu verschwimmen scheinen. Ein tolles und gelungenes Alleinstellungsmerkmal, das in der dritten Episode „Die toten Augen von Paris“ jedoch leider nicht ausgenutzt wird. Das Profil der beiden Hauptfiguren wird nicht weiter geschärft, der Fall an sich ist leider ebenfalls nicht allzu scharf. Der Hörer kann sich so einige Zusammenhänge erschließen – vielleicht nicht unbedingt die Identität des Täters, dafür viele andere Details, was der Handlug die Spannung nimmt. Das Zusammenspiel zwischen Mordserie und dem Verschwinden blinder Menschen ist nicht sonderlich subtil dargestellt, sodass sich manche Passagen etwas in die Länge ziehen. Gut gefällt mit jedoch, der feine Humor, der ziemlich oft schwarz und düster ist und sich durch die gesamte Handlung zieht. Auch wie Verständnis für das Leben von blinden Menschen zur Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts geweckt wird und die ganz eigenen Schwierigkeiten angesprochen werden, ist ein positiver Aspekt. Insgesamt ist diese dritte Folge wohl nicht die stärkste der Serie und man hätte noch mehr aus der Serie herausholen können, dennoch ist sie solide produziert und unterhaltsam erzählt.

Als Erzähler ist erneut Douglas Welbat im Einsatz, der seiner Stimme einen ruhigen, aber intensiven Klang verleiht und so die Stimmung der Serie gut aufgreift. Er setzt immer wieder gekonnt Akzente, um die Szenerie zu verstärken und mehr Druck in die Handlung zu bekommen. Otto Strecker ist als Bertrand Saintons zu hören, er passt sehr gut in die Atmosphäre der Serie und spricht seine Szenen sehr glaubhaft, Luisa Wietzorek hat mich als Manon vollkommen überzeugt, sie spricht hier mit viel Energie und gekonnter Gefühlsdarstellung. Weitere Sprecher sind Friedrich Georg Backhaus, Matthieu Carriere und Torsten Sense.

Die akustische Gestaltung der Serie kann ebenfalls punkten, indem die Szenerie düster und vielseitig geraten ist. Die verschiedenen Stimmungen werden aufgegriffen, die Musik ist gut darauf abgestimmt und kann auch die lockeren Momente einfangen. Die Geräusche sind treffend eingefügt und lassen die Dialoge lebendiger wirken.

Zwei weit aufgerissene Augen, die Angst und Panik ausdrücken, ziehen auf dem Cover die Blicke auf sich. Kombiniert mit der Silhouette von Paris der damaligen Zeit und dem verschnörkelten Schriftzug ergibt das ein sehr ansehnliches Titelbild. Die restliche Gestaltung ist wie bereits bei den Vorgängern sehr schlicht, auch hier kann man schon vor dem Kauf auf der Rückseite die Sprecherliste anschauen.

Fazit: Der Verlauf dieser dritten Episode der Serie ist gelungen, auch wenn sich einige Zusammenhänge zu schnell erschließen und die ganz große Spannung so auf der Strecke bleibt. Auch die beiden Hauptfiguren hätten noch etwas prägnanter dargestellt werden können. Doch die Stimmung ist auch hier wieder sehr dicht und mit einigen bitterbösen Kommentaren gespickt, sodass insgesamt eine solide Folge der Serie entstanden ist.

VÖ: 26. Oktober 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960661-72-6

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