Tony Ballard – 33. Verflucht



Bruce O'Hara ist als Priester in seiner Gemeinde wegen seiner lebendigen Gottesdienste und der einfühlsamen Art sehr beliebt. Doch als ihn eines Abends seine Schwester besucht und davon berichtet, durch einen Biss selbst zum Werwolf geworden zu sein, gerät sein Glaube kurzzeitig ins Wanken – zumal sich Catherine O'Hara vor seinen Augen verwandelt und in ihrer Wolfsgestalt nicht mehr zu bändigen ist...

Bei den vielen Verbündeten von Dämonenhasser Tony Ballard und den vielen Ereignissen, was mit ihnen passiert ist, kann der geneigte Hörer der Hörspielserie schon einmal den Überblick verlieren. Das haben auch die Macher der mittlerweile bei Maritim erscheinenden Serie erkannt und zu Beginn der 33 Episode eine Art Bestandsaufnahme vorgeschaltet, sodass man sich noch einmal an die wichtigsten Ereignisse aus den vorigen Folgen erinnern kann. Dem Start in die eigentliche Handlung schadet dies nicht, da die oben beschriebene Szene um den Geistlichen Bruce O'Hara schon einmal eine unheimliche Stimmung und eine gute Platzierung des Werwolf-Themas bietet. Auch die restliche Handlung ist gut konzipiert und bietet einen gelungenen Spannungsbogen, auch wenn dieser ab und an wegen der etwas zu lang geratenen Dialoge einzuknicken droht. Die häufigen Wortwiederholungen, die in vorigen Folgen aufgetaucht sind, wirken hier etwas eingedämmt, nur einige Male ist mir dies noch aufgefallen. Gut platzierte Actionszenen und ein stimmiger Verlauf haben mir richtig Spaß gemacht – und am Ende gibt es dann noch eine weitere Änderung in dem Team von Tony Ballard, sodass auf gewisse Weise auch der rote Faden der Serie ebenfalls fortgeführt wird. Aber auch als einzeln betrachtetes Abenteuer funktioniert „Verflucht“ gut und macht insgesamt einen wirklich guten Eindruck.

Thomas Nero Wolff und seine markante Stimme passen sehr gut in die harte Atmosphäre der Serie, die Rolle des Bruce O'Hata kleidet er mit viel Ausdruck und einem ernsten Grundton aus. Gabrielle Pietermann sorgt für einen gelungenen Einstieg in die Folge, indem sie den Schrecken und die Ängste von Catherine gekonnt umsetzt und ihrem hellen Klang einen unheilvollen Unterton verleiht. Sascha Rotermund spielt seine Stärken als Jack Perlman ebenfalls gut aus, er sorgt für einen intensiven Eindruck seines Charakters. Weitere Sprecher sind Marie Bierstedt, Nadine Petry und Carsten Spengemann.

Akustisch wird hier eine solide Produktion geboten, wobei insbesondere der Einsatz von Musik hervorsticht. Diese ist gut auf die einzelnen Szenen abgestimmt und unterstreicht so die Wirkung der Folge. Die Geräusche sind vielfältig und meist passend, in den Actionszenen aber auch manchmal eine Spur zu viel des Guten.

Das Cover zeigt passend zum Thema der Episode das Gesicht eines Werwolfs, wobei noch deutlich menschliche Züge in dem zähnefletschenden Gesicht zu erkennen sind. Neben dem übergroßen Kopf wird eine nächtliche Szenerie auf einem Friedhof mit zwei Jägern dargestellt, was das Titelbild sinnvoll ergänzt. Wie immer gibt es im Inneren eine Übersicht der Mitwirkenden an dem Hörspiel.

Fazit: „Verflucht“ ist eine starke Folge von Tony Ballard mit markantem Thema und ebensolchen Figuren. Der Spannungsbogen ist gekonnt gestrickt, lässt allerdings an einigen Stellen deutlich nach. Doch die gute Platzierung von Actionsequenzen und ruhigeren Gesprächen, dazu der Bezug zu Kirche und Glaube gleichen dies wieder aus und sorgen für einen positiven Gesamteindruck.

VÖ: 7. Dezember 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-96066-300-3

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