Dorian Hunter – 40. Das Große Tier



In London hält versucht Marvin Cohen die Stellung zu halten, während Dorian Hunter in den Weiten des mexikanischen Dschungels verschollen ist. Gar keine so leichte Aufgabe, denn nicht nur, dass Donald Chapman weiterhin im Keller des Anwesens eingesperrt werden muss und immer mehr in blinder Wut zergeht. Auch Dorians Frau Lilian macht in ihrem Sanatorium große Fortschritte, gerät aber auch mehr in das Visier der dunklen Mächte...

Mehrteiler haben den Vorteil, deutlich komplexere Geschichten zu erzählen, wie es auch zuletzt bei Dorian Hunter der Fall war. Hier war der Dämonen-Killer zusätzlich lange Zeit nicht in London. Und genau hier setzt die 40. Episode der Serie an und erzählt die Ereignisse, die während seiner Abwesenheit in London passieren. So kommt die Folge über weite Teile ohne ihre Hauptfigur aus, was ihr aber überhaupt nicht schadet, sondern im Gegenteil frischen Wind in die Handlung bringt. Mir gefällt, wie sich die Situation hier immer weiter zuspitzt, wie die verschiedenen Bestandteile zusammenfügen und sich so eine bestechende, sehr intensive Atmosphäre ergibt. Mir persönlich hat die Geschichte um Lilian sehr gut gefallen, die fast schon ein wenig vergessen war und hier mal wieder sehr viel Aufmerksamkeit bekommt. Nicht nur, dass ihre psychologische Verfassung ergreifend und intensiv in Szene gesetzt wurde, auch die bedrohliche Stimmung, die sich immer weiter um die entwickelt und die unbekannte, aber spürbare Gefahr bringen viel Schärfe hinein. Toll auch die zaghafte Annäherung an einen anderen Charakter und die hervorragende Auflösung, die gemeinsam mit den anderen Handlungssträngen zusammenläuft. Auch diese sind mit ihrer Härte, ihrer Direktheit und der ganz eigenen Stimmung der Serie packend geraten, überraschen mit einigen ziemlich derben Momenten und auch mystischen Szenen. Eine sehr gelungene Zusammenstellung, die mich auf allen Ebenen überzeugt hat.

Frank Gustavus ist wie immer als Marvin Cohen zu hören, dessen Rolle hier aber noch einmal ausgeweitet wurde. Auch im völligen Mittelpunkt überzeugt er mit seiner lebendigen und präzisen Sprechweise, die die vielen kleinen Spannungsbögen der Handlung gekonnt nachzeichnet. Iris Artajo ist als Lilian wunderbar, der psychische Verfall wird von ihr sehr feinsinnig und facettenreich gezeichnet, sodass sie dem Hörer sehr nahe ist. Auch Karin Rasenack ist als Bethany Bail wieder überzeugend und entlockt der Figur in den neuen Situationen andere Facetten, was den Charakter noch vielschichtiger wirken lässt. Weitere Sprecher sind Ela Nitzsche, Sven Plate und Stephanie Kellner.

Nach vielen exotischen Klängen in den vorigen Folgen kehrt die akustische Gestaltung in dieser Folge wieder mehr zu ihren Ursprüngen zurück, überrascht aber dennoch in einigen Momenten – zum Beispiel mit Stille in besonders aufregenden Szenen, was die Spannung noch einmal greifbar macht. Die Musik ist hart und laut, die Geräusche perfekt auf die Handlung abgestimmt, was die Szenen sehr gut unterstreicht.

Ein wichtiges Thema dieser Folge wird auch auf dem Cover aufgegriffen, das schon Stoff für einige Horrorfilme geboten hat. Unheimliche Bauchrednerpuppen, zwei davon deutlich im Mittelpunkt, andere ebenso gruselig nur angedeutet, sorgen für ein markantes und sehr sehenswertes Cover. Im Inneren gibt es neben den Produktionsaufgaben wie immer noch einen kleinen Einführungstext zu dieser Folge.

Fazit: Die Themenvielfalt dieser Folge ist beeindruckend, in den kurz geschnittenen und schnell aufeinander folgenden Szenen wird von dem Zuhörer viel Aufmerksamkeit gefordert, was wegen der spannenden und packenden Handlung aber auch sehr leicht fällt. Erst langsam fügen sich die einzelnen Elemente zusammen, was die Dramatik dann noch einmal deutlich erhöht. Sehr gut, wie der Bogen zu den Ereignissen in London nach dem Mehrteiler geschlagen wurde!

VÖ: 14. Dezember 2018
Label: Zaubermond
Bestellnummer: 978-3-9542-6699-9

Datenschutzerklärung