Der Butler – 2. jagt das Rungholt-Ungeheuer



Amanda Marbely nimmt erneut die Hilfe des Geheimagenten in Anspruch, der sich einmal mehr als ihr Butler ausgibt und sie auf die Reise nach Nordfriesland begleitet. Dort versuchen sie, das Rätsel um die einst im Meer versunkene Stadt Runghold zu lüften, doch auch Gerüchte um ein schreckliches Ungeheuer kommen ihnen zu Ohren. Beide sind zunächst skeptisch – bis die Lady das Ungeheuer selbst zu Gesicht bekommt...

Mit einer Laufzeit von satten 156 Minuten wurde die Laufzeit der beiden CDs der zweiten Episode von „Der Butler“ voll ausgeschöpft. Die Grundsituation mit den beiden Hauptfiguren ist bereits bekannt und wird hier nicht noch einmal ausführlich erläutert, aber auch Neueinsteiger können sich schnell zurechtfinden. Die Szenerie mit einer unerwarteten Erbschaft mag schon aus der ersten Episode bekannt sein, wird hier aber gänzlich anders angegangen. Der Verlauf der Handlung ist sehr eigenständig und unterscheidet sich von „Der Butler setzt auf Sieg“ deutlich. Die Handlung ist sehr vielschichtig, da aber meist ein Thema abgehandelt wird, bevor eine neue Fragestellung aufkommt, kann man der Handlung dennoch sehr gut folgen. Die Spannung setzt sich aus vielen kleinen Bögen zusammen und wirkt dadurch sehr dynamisch. Und auch wenn nicht jede Passage gleich stark ist, hat hier alles seinen festen Platz und trägt zum Gelingen des Hörspiels bei. Die Erzählpassagen sind manchmal etwas lang geraten, so werden teilweise ganze Dialoge in ziemlicher Kurzform zusammengefasst – bei der sowieso schon sehr langen Geschichte wohl kaum anders lösbar. Interessant ist auch die aufwendige Action-Gameshow, an der Lady Marbely teilnimmt, ein ungewöhnliches Element, das ausführlich thematisiert wird, aber doch gut in die Handlung passt. Der wunderbare Humor der ersten Episode wird glücklicherweise fortgeführt und mit weiteren Facetten verziert, ebenso wie es auch überraschend emotional wird und die Lady vor eine schier unglaubliche Geschichte stellt. Dass bei dieser Vielfalt schon einige Zeit vor der Auflösung der Täter für den Hörer ersichtlich ist, ist nicht weiter schlimm, da seine Intention noch mit einigen sehr gelungenen Momenten verziert wird. Hinzu kommt die glaubhafte nordfriesische Stimmung samt der ortsansässigen Spezialitäten, die die Folge gekonnt abrundet.

Das Duo aus Detlef Bierstedt und Hildegard Meier in den Hauptrollen funktioniert auch hier wieder wunderbar, die Chemie zwischen den beiden Charakteren kommt durch die ausdrucksstarke Sprechweise bestens zur Geltung. Der herausragende Peter Gröger schafft auch hier wieder mit seiner warmen Stimme eine sehr angenehme Atmosphäre, die er jedoch facettenreich und mit Nachdruck variieren kann. Bert Stevens ist als Dr. Sibberwald zu hören, auch er bereichert das Hörspiel mit seinem glaubhaften und lebendigen Ausdruck. Weitere Sprecher sind Tom Jacobs, Petra Mott und Bettina Weiß.

Die musikalische Gestaltung geht nicht sonderlich auf das nordfriesische Ambiente der Folge ein, ist aber stimmig auf die jeweiligen Szenen angepasst und unterstreicht die vielen Handlungsbögen. Bei der Geräuschkulisse wurde deutlich mehr Wert auf Lokalkolorit gelegt, im Hintergrund wird mit vielen passenden und treffend eingesetzten Sounds gespielt, die die einzelnen Szenen sehr lebendig wirken lassen.

Das Gesicht des Butlers ist auch auf dem Cover zu dieser Folge nicht zu sehen, an seinen Markenzeichen Schirm und Melone ist er dennoch deutlich auszumachen. Der grimmige Rotschopf, mit dem er ein sehr ernstes Wort wechselt, die nebelverhangene Nordsee und die Tentakeln des Rungholt-Ungeheuers sind dazu passende Ergänzungen. Im Inneren sind wieder Infos und Fotos zu den drei Hauptsprechern zu finden.

Fazit: Eine sehr komplexe und vielseitige Handlung, die jedoch in vielen kleinen Abschnitten gekonnt erzählt wird. Die charmanten und ausdrucksstarken Charaktere und der feine Humor lassen sehr unterhaltsam werden, die Spannung baut sich immer wieder auf, viele ungewöhnliche und stimmige Elemente fügen sich zu einem passenden Ganzen zusammen. Sehr hörenswert!

VÖ: 4. Juli 2014
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9437-3231-3

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