Sherlock Holmes Chronicles – 59. Der goldene Kneifer



Inspector Lestrade hat scheinbar alle Regeln befolgt, die Sherlock Holmes bei seinen Tatortsbesichtigungen berücksichtigt. Dennoch muss er die Hilfe des Meisterdetektivs in Anspruch nehmen, denn für den Mord an einem jungen Mann scheint es keinen triftigen Grund zu geben. Neben dem fehlenden Motiv gibt aber auch der Tathergang Rätsel auf...

Nach vielen Folgen mit neuen Geschichten für Sherlock Holmes geht es in den „Chronicles“ in der 59. Episode wieder mit einem Klassiker aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle weiter: „Der goldene Kneifer“. Dabei handelt es sich um eine jener Geschichten, die an sich nicht sonderlich komplex sind, aber mit der feinen Beobachtungsgabe des Detektivs spielt. Auftraggeber ist dieses Mal Inspektor Lestrade, sodass der anfängliche Bericht sich erst einmal um die groben Umrisse der Tat dreht. Die genaueren Details werden erst mit den Ermittlungen von Holmes und dessen Befragungen berichtet, sodass sich der Hörer langsam ein komplettes Bild machen kann. Die Beobachtungen von Holmes werden dabei erst im Nachhinein aufgedröselt, sodass er dem Hörer immer einen Schritt voraus ist, was dann schlussendlich für die Spannung sorgt. Die Charaktere und deren Beziehungen kommen gut zur Geltung, die Fragestellungen sind vielseitig, die Tricks der Hauptfigur clever durchdacht, sodass die Episode trotz der vertrauten Szenerie abwechslungsreich wirkt. Die Auflösung des Ganzen kommt zwar etwas plötzlich, da in schneller Zeit viele neue Informationen fließen, ist aber auch sehr unterhaltsam geraten. Gute 50 Minuten Laufzeit sind das richtige Maß für diese Geschichte, die gelungen umgesetzt wurde.

Das liegt natürlich auch am wundervollen Till Hagen, der die Rolle des Sherlock Holmes mit sprödem Charme und bissiger Zunge umsetzt und dabei wieder schnell die Sympathien der Zuhörer auf seiner Seite hat. Bernd Vollbrecht hat als Inspector Lestrade wieder mal eine größere Rolle und gibt den etwas tollpatschigen und einfältigen Polizisten mit prägnanter Stimme und robustem Auftreten. Andrea Aust spricht in dieser Episode die Rolle der Mrs. Marker und fügt der Handlung dabei einige neue und gelungene Facetten hinzu. Weitere Sprecher sind Yvonne Greitzke, Oliver Stritzel und Kaya-Marie Möller.

Der Verlauf dieser Folge ist eher ruhig, Actionszenen oder allzu dramatische Wendungen kommen nicht vor, was sich dann auch in der akustischen Gestaltung niederschlägt. Die Ausstattung mit Geräuschen ist vielseitig und passend, wobei vor allem die Handlungen der Protagonisten gut untermalt werden. Der Einsatz von Musik ist etwas zurückgefahren, die eingebauten Melodien halten sich eher im Hintergrund, unterstützen die Handlung aber gut in ihrer Wirkung.

Das Cover zeigt zwar keine explizite Szene aus der Handlung, ist mit so einigen Elementen gespickt, die eine wichtige Rolle spielen. Das Konterfei des berühmten Detektivs mit recht kühlem Gesichtsausdruck lenkt dabei dennoch die meiste Aufmerksamkeit auf sich. Im einleitenden Text widmet sich Markus Winter dieses Mal einem Rückblick und einem Ausblick auf das noch Kommende.

Fazit: Ein weiteres Original aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle in einer treffenden und gut gemachten Umsetzung. Die Charaktere kommen gut zur Geltung, ebenso wie der Verlauf flüssig und unterhaltsam geraten ist. Mir gefällt, wie der Fokus langsam auf die entscheidenden Details gelenkt wird und so langsam ein komplettes Bild entsteht.

VÖ: 14. Dezember 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-96066-060-6

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