Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 16. Gefahr für die Propellerinsel



Die Reise von Phileas Fogg und seiner kleinen Reisegruppe hat ihn erneut auf die Propellerinsel verschlagen, auf der sich Milliardäre ein riesiges fliegendes Schiff gebaut haben. Doch schon kurze Zeit später bricht diese auseinander und nur mit knapper Not können sich Phileas, Auda und Passepartout auf den noch fliegenden Teil retten. Doch dort reißt Kapitän Sarol die Macht an sich und beschlagnahmt sämtliche noch existierende Vorräte...

Wie eng die einzelnen Folgen von „Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg“ miteinander verknüpft sind, hat sich ja bereits in den letzten 15 Episoden gezeigt. Aber auch der 16. Teil setzt wieder zahlreiche Querverweise zu der vorigen Geschichte, so ist die titelgebende Propellerinsel keineswegs zum ersten Mal Thema. Wer die Serie bisher verfolgt hat (und das lohnt sich), wird sich schnell an die Einzelheiten erinnern können, die wichtig sind, denn diese werden hier im Laufe der Zeit noch einmal wiederholt. Kannte man bisher viel von der Entstehung der Insel, wird hier nun deren Untergang in den Vordergrund gerückt – und dabei warten so einige Überraschungen auf den Hörer. Einige Charaktere sind nämlich nicht das, was sie zu sein scheinen, zeigen erst später ihr wahres Gesicht, was immer wieder für scharfe Einschnitte sorgen – und das macht viel von der Spannung dieser Folge aus. Auch das Auftauchen einer bereits bekannten Figur, die einem anderen bekannten Roman entliehen ist, ist sehr gelungen eingebaut, ebenso wie auch eine neue Figur die Bühne betritt – und der geneigte Hörer kann schon erahnen, dass dies nicht das letzte Mal sein wird, dass man diesen zu Ohr bekommt. Die Erzählweise ist dabei flüssig und dynamisch, nur in manchen Actionszenen kommt diese ins Stocken – nämlich wenn die Charaktere in einer hochdramatischen Sequenz erst lange darüber reden, dass die Zeit knapp wird, anstatt endlich zu handeln. Andere Szenen kommen hingegen nicht so recht zur Geltung, weil diese etwas überhastet erzählt werden. Davon abgesehen ist auch „Gefahr für die Propellerinsel“ ein sehr lohnenswertes Hörspiel der Serie, das wieder mal auffallend viele verschiedene Geschichten miteinander verbindet.

Achim Schülke ist in dieser Episode als Kapitän Sarol zu hören, dessen harter Klang sehr gut zu dem unnachgiebigen und machthungrigen Mann passt. Seine Präsenz ist dabei sehr hoch, sodass die Aufmerksamkeit in seinen Szenen voll auf ihm liegt. Jürgen Thormanns unnachahmlicher Klang passt hier bestens in die Szenerie, und auch wenn seine Szene nur kurz ist, kann er bereits jetzt viel Eindruck hinterlassen. Mia Diekow hat als Julie Swaggart eine interessante Rolle, die sie mit ihrer sanften und doch kraftvollen Stimme gekonnt ins rechte Licht rückt. Weitere Sprecher sind Tommi Piper, Markus Pfeiffer und Martin Sabel.

Die vielen Actionszenen und die besonders spannenden Momente dieser Episode sind wieder mit viel Musik und lauten Geräuschen lebendig umgesetzt worden, was die Dynamik noch einmal unterstreicht. Dabei ist alles an seinem richtigen Platz und fügt sich gut zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Schön, wie die Dynamik der Episode gekonnt nachgezeichnet wird.

Natürlich ist die Propellerinsel auch auf dem Cover zu sehen, wobei sich bereits viele Trümmerteile vom Hauptschiff gelöst haben und vogelartige Wesen die Reste der Insel umkreisen. Der Steampunk-Ansatz der Serie wird dabei treffend in Szene gesetzt. Die kühle Farbgebung des Motivs steht in einem gelungenen Kontrast zu dem goldenen Schriftzug der Serie.

Fazit: Alte und neue Elemente werden in der sechzehnten Episode von Phileas Fogg miteinander verbunden, was in einer actionreichen und schnell erzählten Weise geschieht. Manchmal ist das Tempo vielleicht eine Spur zu hoch, doch so ist auch die Spannung konstant weit oben – insbesondere, weil sich immer neue Überraschungen auftun.

VÖ: 12. Oktober 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-96066-151-1

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