Hui Buh – 28. Die verrückte Spieluhr



Bei den Vorbereitungen auf einen Spukwettbewerb zerstört Hui Buh versehentlich das Grammofon von Schloss Burgeck, was besonders Konstanzia traurig stimmt. Zur Aufmunterung bekommt sie von dem Schlossgespenst eine Spieluhr geschenkt. Ihre Freude ist zwar riesig, aber da sie das kleine Gerät fortan begleitet und sich die Königin fortan nur noch singend unterhält, sind die anderen Schlossbewohner bald genervt...

Die Mischung aus Humor und kindgerechtem Grusel war schon in der ursprünglichen Hörspielserie um Hui Buh ein wesentliches Merkmal, auch in der Neuauflage wird dies fortgesetzt – allerdings auf ganz andere Weise, die schon die Laufzeit der 28. Episode zeigt. Stolze 84 Minuten bringt die Produktion mit sich und ist damit in etwa so lang wie ein Spielfilm. Das ist jedoch sehr gekonnt angefüllt und beginnt mit einigen sehr witzigen Szenen aus dem Schloss. Nicht nur, dass zu Anfang alle gemeinsam ein Lied anstimmen und so ihren Hausputz besingen, auch danach sorgt der ständige Gesang von Konstanzia für viele sehr humorige Szenen – die einfachsten Mitteilungen werden von ihr geträllert oder gesummt. Dass dieses Intro so lange dauert, erweckt erst einmal den Eindruck, dass dies der wichtigste Abschnitt der Handlung sei. Doch danach geht es erst so richtig los, die Hauptfiguren landen unter einigen Umständen im Reich der Geister und müssen einige Hindernisse nehmen. Das machen sie mal mit Gewitztheit, mal mit Mut, mal mit viel Engagement, die Szenen sind unheimlich geraten und betonen immer wieder die brenzligen Gefahren, in denen die Menschen schweben. Nicht alle Wendungen enden dabei positiv, natürlich können sie sich aber am Ende noch daraus befreien. Die Zweiteilung der Geschichte sorgt für ebenso heitere wie auch spannende Momente und einen sehr gelungenen Eindruck.

Ulrike Stürzbecher hat mir in der Rolle der Konstanzia schon immer sehr gut gefallen, hier kann sie diesen Eindruck aber noch einmal übertreffen. Ihre aufgedrehte Sangeskunst und die vielen fröhlich geträllerten Melodien, aber auch eine spannungssteigernde Sprechweise zeichnen sie in dieser Folge aus. Oliver Siebeck hat hingegen die Rolle des Antagonisten inne, seine verzerrte Stimme passt bestens in die Szenerie, auch seine ironische Art kommt gut zur Geltung. Erzähler ist wie immer Andreas Fröhlich, der auf gewohnt sonnige Art und mit viel Witz durch die Handlung führt. Weitere Sprecher sind Kerstin Sanders-Dornseif, Gabriele Blum und Maximilian Artajo.

Eine Neuerung in dieser Folge ist das gemeinsam gesungene Lied, an dem alle Beteiligten hörbaren Spaß haben, was sich eins zu eins auch auf die Zuhörer überträgt. Auch die restliche akustische Gestaltung ist sehr treffend gelungen und unterstreicht besonders mit der Musik die Stimmung der Szenen. Dabei geht es meist recht lebendig zu, alles wirkt atmosphärisch und gut aufeinander abgestimmt.

Die Szene, in der Konstanzia die Spieluhr überreicht bekommt, ist auf dem Cover dargestellt. Auch wenn ich kein großer Freund der CGI-Optik bin, ist die Szenerie mit der freudig überraschten Konstanzia, dem fröhlichen Hui Buh und der Spieluhr im Mittelpunkt stimmig dargestellt. Dabei lassen sich viele Details erkennen, beispielsweise die Figuren in der Spieluhr.

Fazit: Musik und Gesang spielt in dieser Episode eine besondere Bedeutung, was für viel Humor sorgt und beschwingt geraten ist. Doch auch der spätere Teil mit der gruseligen Stimmung in der Geisterwelt ist sehr gelungen und bringt viele gute Ideen mit ein. So entsteht eine sehr starke Episode, die mit viel Energie umgesetzt wurde.

VÖ: 16. November 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758785424

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