Kati & Azuro - 21. Jagd auf den Spion



Die dunkle Jahreszeit sorgt in Flintrup nicht nur für emsige Vorbereitungen auf den Weihnachtsmarkt, sondern zieht auch einen skrupellosen Verbrecher an – das vermutet zumindest Cleo, die einen dunkel gekleideten Mann für das Mitglied einer Einbrecherbande hält. Kommissar Bierlein scheint sich nicht für den Fall zu interessieren, weswegen Cleo Kati zu eigenen Ermittlungen überredet...

Seit dem Start hat die Jugendhörspielserie „Kati & Azuro“ eine deutliche Wandlung mitgemacht – und das betrifft nicht nur den Austausch einiger Sprecher, sondern vor allem den Schwerpunkten der Themen. Azuro ist zwar immer noch ein fester Bestandteil der Serie, sodass weiterhin Pferdefreunde erfreut sein dürften, der Fokus liegt aber auch in der 21. Episode vor allem auf einem Kriminalfall, den Kati gemeinsam mit ihrer Cousine und besten Freundin löst. Die Spurenlage ist zu Anfang noch recht dürftig, vor allem weil der Hörer die einzelnen Puzzleteile noch nicht zusammenfügen kann. So wird neben der oben beschriebenen Beobachtung des Mannes noch der Weihnachtsmarkt, eine bekannte Schauspielerin, deren Tochter und viele weitere Teilstücke in den Raum geworfen. Der Verlauf ist deswegen abwechslungsreich und dynamisch, bis sich die Vorzeichen ändern und eindeutig ein Verbrechen vorliegt, das es aufzuklären gilt. Die Spannung nimmt zu, ebenso wie sich die Stimmung weiter verdichtet. Zwar spielt an einer entscheidenden Stelle der Zufall eine große Rolle und Kati ist einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen (oder doch eher falschen?) Ort, dem Unterhaltungswert dieser Episode tut dies jedoch keinen Abbruch. Auch ohne das oft so prägnante Umweltschutz-Thema funktioniert die Serie hier sehr gut, und das spürbar besser als in anderen Folgen.

Michael Bideller ist mal wieder als Graf von Pomnitz zu hören, er verleiht seiner Stimme einen volltönenden Klang und bringt den sympathischen Adeligen so gut zur Geltung. Mia Bender spricht die Rolle der Nele Nischwitz, sie legt viel Energie in ihre Stimme und neigt dazu, hier ein wenig zu übersteuern, bringt die Rolle aber solide und stimmig zur Geltung. Ihr Mutter wird von Ulrike Johannson, die der bekannten Schauspielerin einen deutlichen ruhigeren und zugänglicheren Ton verleiht und eine stimmige Sprechweise zeigt. Auch Nico König, Merete Brettschneider und Daniel Kirchberger sind zu hören.

Akustisch bleibt diese Episode recht unauffällig, der Fokus liegt immer eher auf den Dialogen der Sprecher. Übermäßig viel Weihnachtsmusik erklingt jedenfalls nicht, ab und an lockert aber eine kleine Melodie die Stimmung auf. Die Geräusche sind passend eingefügt und untermalen die Handlungen der Protagonisten.

Ein kräftiges Blau wurde dieses Mal für die Gestaltung des Rahmens ausgewählt, der mit seiner Scheunentor-Optik und vielen Hufeisen als Verzierung den engen Bezug zu den Pferden aufgreift. Das eigentliche Motiv ist im typischen Zeichenstil der Serie gehalten, der mich immer noch nicht so recht überzeugen mag. Die Szenerie mit Kati und Azuro auf der Baustelle samt dem dunkel gekleideten Mann passt aber gut zur Folge, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten.

Fazit: Eine der stärkeren Episoden der Serie, die mit flüssigem Verlauf mit nur wenigen Längen und einer spannenden Handlung punkten kann. Die verschiedenen Personen kommen gut zur Geltung und sind einprägsam dargestellt, die Ereignisse bauen gut aufeinander auf und erzählen einen Kriminalfall mit einigen Überraschungen.

VÖ: 2. November 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758363820

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