Sherlock Holmes Chronicles – Der kopflose Reiter (Halloween-Special)



Durch Zufall wird in einer Londoner Seitenstraße eine Leiche gefunden, der sämtliche Extremitäten abgetrennt wurden. Bei ihren Ermittlungen stoßen Sherlock Holmes und Dr. Watson auf Itchabold Crane, dessen Name Watson direkt an die Geschichte um Sleepy Hollow erinnert. Doch wie eng die Legende und der aktuelle Fall verbunden sind, mag selbst der Meisterdetektiv zu Anfang nicht ahnen...

Bisher haben sich die Special-Folgen der „Sherlock Holmes Chronicles“ auf Geschichten passend zu Weihnachten beschränkt, 2018 ist nun eine Folge rund um Halloween entstanden. Ausdrücklich zum Gruseln gedacht taucht hier nicht nur der unheimliche kopflose Reiter aus der „Sleepy-Hollow“-Geschichte auf und sorgt für einige sehr gruselige Momente, auch der Mordfall in dieser Episode ist deutlich brutaler als von der Serie gewohnt. Dennoch ist ein lupenreiner Kriminalfall entstanden, der am Ende ohne übernatürliche Elemente auskommt und streng logische Erklärungen für die Ereignisse findet, die mit deutlichem psychologischen Einschlag faszinierend geraten ist. Die Ermittlungen des bekannten Duos werden nicht nur durch immer neue Ereignisse verschärft und lebendig gehalten, sondern auch mit dem typischen Humor der Serie gespickt. Die kleine Kabbeleien zwischen Holmes und Watson sorgen für einige amüsante Momente und Auflockerung. Mir gefällt, wie auch der Meisterdetektiv selbst lange im Dunkeln tappt und auch der Hörer lange Zeit nicht ahnt, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird. Das lässt Platz für einige unerwartete Wendungen und eine spannende Handlung, sodass mit „Der kopflose Reiter“ äußerst gut gefallen hat.

Timmo Niesner ist in dieser besonderen Episode als Itchabold Crane zu hören, den er sehr intensiv spricht und feine Facetten herausarbeitet. So bekommt diese wichtige Figur einen sehr lebendigen Ausdruck, wobei er auch die rätselhafte Stimmung gekonnt aufgreift. Engelbert von Nordhausen setzt seine prägnante Stimme hier als Sullivan wieder sehr geschickt ein und hat nichts von seiner Spielfreude verloren, was für eine weitere interessante Figur sorgt. Frank Felicetti bringt als Dr. Adler eine sehr passende Sprechweise mit und sorgt für einen wissenschaftlichen Anklang, der sehr authentisch wirkt. Weitere Sprecher sind Hans Hohlbein, Jan Spitzer und Luisa Wietzorek.

Passend zum Halloween-Thema geht es auch musikalisch hier etwas düsterer zu, die eingesetzten Melodien sind düster und schaffen eine unheimliche Grundstimmung. Jedoch ohne die Atmosphäre der Serie zu überlagern, es werden eher neue Facetten herausgearbeitet. Die Geräusche haben ihren festen Platz und sind sehr stimmig in die Handlung eingefügt.

Das Cover zu dieser Folge könnte auch zu einem Gruselhörspiel gehören, die bedrohliche Stimmung mit dem riesigen Vollmond im Hintergrund und den kahlen Ästen ist sehr ansprechend. Im Mittelpunkt steht jedoch der Schatten des hoch aufragenden kopflosen Reiters, der eine Doppelaxt schwingt – sehr ansprechend. Im Inneren blickt Produzent Markus Winter noch einmal auf die besonderen Episoden der Chronicles zurück.

Fazit: Der deutlich gruselige Einschlag dieser Folge wird sehr gelungen mit der streng logischen Hauptfigur verbunden, beides funktioniert bestens miteinander. Der psychologische Anklang, viele starke Figuren und ein Ermittlerduo in Hochform machen aus „Der kopflose Reiter“ ein sehr hörenswertes Hörspiel, Autor James A. Brett hat wieder ordentlich abgeliefert.

VÖ: 14. September 2018
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6114-6

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