Geister-Schocker – 78. Meute des Satans



Es schien ein klarer Fall für Chiefinspector Earl Johnson zu sein, als er endlich einen lang gesuchten Verbrecher seiner Taten überführen kann. Doch beim Versuch, ihn festzunehmen, geht einiges schief, und Johnson wird in einen Strudel aus übernatürlichen Ereignissen hineingezogen. Was hat die geheimnisvolle Lydia Vardon damit zu tun?

In der 78. Episode der Geister-Schocker hat Romantruhe Audio ein Romanheft eines Autors als Hörspiel umgesetzt, der sich weit über die Grenzen des Genres einen Namen als Fantasy-Autor gemacht hat: Wolfgang Hohlbein, der zahlreiche Erfolge gefeiert hat. „Meute des Satans“ stammt gleichwohl aus einer Phase, in der er diese Popularität noch nicht erreicht hat, setzt aber dennoch einige Akzente, die das Hörspiel eine eigenständige Ausstrahlung verleihen. Zum einen wirken die Charaktere in dieser Episode recht prägnant, statt die immer gleichen Stereotypen gibt es etwas detaillierter und kontrastreicher zu. Zum anderen sind in der Handlung einige Überraschungen und ungewohnte Motive eingebaut, die das Geschehen reizvoll halten. Die Spannung baut sich im Laufe der Handlung immer weiter aus, was durch die gelungene, düstere Stimmung unterstützt wird. Es gibt jedoch auch wieder einige kleine Stolpersteine, die den Eindruck der Folge etwas trüben. So wäre an einigen Stellen doch ein externer Erzähler hilfreich gewesen, die Monologe der Charaktere wirken gekünstelt und stören die zuvor aufgebaute Stimmung. Auch sind einige Szenen gerade am Anfang etwas in die Länge gezogen und mindern dann den Spannungsbogen. Insgesamt ist mit „Meute des Satans“ aber eine solide Episode der Reihe gelungen, die mit stimmigen Elementen punkten kann.

Viele starke Stimmen haben sich für diese Episode vor die Mikrofone begeben, sodass die wichtigen Rollen eine sehr gelungene Ausstrahlung bekommen. Thomas Nero Wolff ist als Mike Devon zu hören und setzt seinen markanten Klang wieder sehr zielgerichtet ein, um eine sehr interessante und präsente Figur zu schaffen. Auch Detlef Bierstedt setzt seine jahrelange Erfahrung geschickt ein, um seiner Stimme prägnante Facetten zu entlocken und die unheimliche Stimmung zu betonen. Sehr gut gefallen hat mir Alexandra Lange als Lydia Vardon, die eine sehr dichte Aura um sich aufbaut und die Stimmung dabei immer intensiver wirken lässt. Weitere Sprecher sind Tim Knauer, Tanja Geke und Marius Claren.

Die Stimmung der Episode wird gut durch die akustische Untermalung aufgegriffen und verstärkt, sodass die einzelnen Szenen gekonnt zur Geltung kommen und die Intensität der Handlung betont wird. Musik und Geräusche greifen dabei insgesamt gut ineinander, drohen sich aber an einigen Stellen gegeneinander aufzuheben, dann wäre weniger ein bisschen mehr gewesen.

Das Cover im Stil eines alten Filmplakates wirkt mit seinen dunklen Farben und der collagenartigen Zusammenstellung ansprechend, zumal einige Motive aus der Handlung aufgegriffen werden. Lydia Vardon, ein teuflischer Hund mit spitzen Zähnen, eine mondbeschienene Stadt im Hintergrund. Im Inneren des kleinen Booklets sind die Fotos einiger teilnehmender Sprecher zu sehen.

Fazit: Auch wenn der Anfang teilweise etwas holprig ist und ein zusätzlicher Erzähler mehr Feinschliff gebracht hätte: „Meute des Satans“ punktet mit einer spannenden Handlung und vielen markanten Szenen. Die Atmosphäre der Geschichte ist immer sehr präsent und dicht, wobei einige besonders markante Szenen in positiver Erinnerung bleiben.

VÖ: 23. November 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-342-0

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