Professor van Dusen – 16. nimmt die Beichte ab



Durch ein Unwetter zu einer unfreiwilligen Pause gezwungen landen Professor van Dusen und sein treuer Begleiter Hutchinson Hatch in einem Nonnenkloster. Doch statt Frieden und Besinnung finden sie Geheimnisse und Intrigen, wie sie in einem kleinen Gespräch zwischen der Ordensmutter und einer Schwester feststellen müssen. Doch zu ihrer großen Offenbarung kommt es nicht, denn nur kurze Zeit später wird die Nonne am Glockenseil stranguliert aufgefunden...

Ein altes Gemäuer, eine stürmische Nacht, ein Mord und nur eine begrenzte Anzahl an Verdächtigen – klassische Motive für viele Krimigeschichten. Auch die 16. Episode der Neuauflage von „Professor van Dusen“ bedient sich dieser Grundidee und fügt einige neue Elemente hinzu. So sorgt der Kniff, die Handlung lediglich in einem Kloster stattfinden zu lassen, für eine besondere Atmosphäre, der sonst so friedliche Ort und dessen gottgläubige Bewohner sorgen für eine feine Variation des Themas. Die Charaktere kommen dabei sehr gut zur Geltung, immer mehr Feinheiten werden ihnen hinzugefügt, sodass man sie im Laufe der Zeit besser kennen- und einzuschätzen lernt. Ansonsten orientiert sich der Verlauf an der bekannten Idee, die Varianz wird eher in Details geboten. Interessanter wird es dann natürlich, wenn es in Richtung der Auflösung geht, denn plötzlich werden die Bewohner des Klosters unter ganz anderen Vorzeichen dargestellt. Schön eingebaut ist der Bezug zu früheren Ereignissen, ebenso wie sich der Kreis um den Täter enger zuzieht. Beim großen Finale spielt van Dusen wieder einige seiner Tricks aus und wirkt dann auch näher an der bekannten Figur als vorher, da er sich in dieser Folge recht weit zurückhält. Eine solide und stimmig erzählte Episode, die zunächst eher konventionell erzählt wirkt und erst später ihre Stärken voll ausspielen kann.

Luise Lunow ist als Klostermutter Ignatia zu hören, ihre knarzige Stimme nimmt sehr unterschiedliche Klänge an, ist man schneidend, mal sanft, mal verunsichert, wobei sie den Spannungsbogen der Handlung gut nachzeichnet. Nicole Hannal ist als Marion zu hören, auch sie passt sehr gut n die Szenerie und stattet die Schwester mit gelungenen Feinheiten aus, sodass ein glaubhafter und präsenter Charakter entsteht. Jenny Maria Meyer punktet mit einer ebenso treffenden Sprechweise und gestaltet ihre Szenen lebendig und eingängig. Weitere Sprecher sind Ilka Teichmüller, Franziska Endres und Peter Lontzek.

Ganz so experimentell wie die ursprüngliche Serie um Professor van Dusen ist diese Neuinterpretation zwar nicht, doch auch hier gibt es einige Melodien, die ein wenig hervorstechen und als deutliche Trennung zwischen den Szenen eingesetzt sind. Die Stimmung der Episode wird dabei gekonnt aufgegriffen, ohne in düstere Orgelmusik zu verfallen. Die Geräusche sind sehr passend und treffsicher eingefügt, was die Szenen lebendiger wirken lässt.

Natürlich ist auch bei diesem Titelbild eine Zeichnung verwendet worden, die an eine alte Bleistiftradierung erinnert. Zu sehen ist der Gang durch das Kloster mit seinen Spitzbögen und den dicken Mauern, auch die Mutter Ignatia und ihre Gäste sind zu sehen, was die Stimmung der Folge aufgreift, ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Im Inneren gibt es nicht nur die üblichen Produktionsangaben, sondern auch ein Foto von den Aufnahmen.

Fazit: Die Idee, einen Mord an einem von der Außenwelt abgeschnittenen Ort stattfinden zu lassen, ist nicht ganz neu und wird anfangs auf bekannte Weise erzählt, verlässt später aber diese Pfade und fügt eigenständige Elemente hinzu. Durch die dichte Stimmung und die prägnanten Charaktere ist ein hörenswertes Hörspiel entstanden.

VÖ: 23. November 2018
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698019834

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