Dreamland Grusel - 35. Im Sog der Finsternis



Noch hat Jonathan den Tod seines Bruders und dessen unheimliche Wiederauferstehung nicht verkraftet, da wird er immer tiefer in einen Sog der Finsternis gezogen. Um dem zu entgehen, muss er dringend das Geheimnis um seine Geburt und die merkwürdige schwarze Hautfarbe einiger Kinder aufklären – doch zu Hause entgleitet ihm dabei sein eigenes Leben...

Dreamland Grusel hat mit den Episoden 34 und 35 mal wieder eine Doppelfolge veröffentlicht, um so eine komplexere Handlung erzählen zu können. Was in „Schattenkinder“ begonnen hat, wird nun in „Im Sog der Finsternis“ weitergeführt. Allein funktioniert das zwar nicht, doch mal findet schnell wieder in die Szenerie herein und wird im Laufe der Zeit an die wichtigsten Details erinnert. War der Vorgänger noch sehr mysteriös und undurchsichtig, wird hier schnell vieles klarer und deutlicher, jedoch ohne seinen sehr unheimlichen Grundtenor zu verlieren. Die sorgsam aufgebauten Handlungsstränge werden aufgegriffen, auf teils überraschende Art weiter erzählt und mit neuen Ereignissen kombiniert. Viele Szenen wirken dabei sehr prägnant und bleiben auch nach dem Hören im Gedächtnis haften, sie sind die Würze für die spannende Handlung. Dabei werden viele Informationen in kurzer Zeit geboten, was viel Aufmerksamkeit fordert, dennoch wird einiges untergehen und sich vielleicht erst beim zweiten Mal Hören erschließen. Hier hätte eine etwas klarere Struktur weitergeholfen, die vielen Zeitsprünge sind zwar dynamisch angelegt, sorgen aber manchmal auch für Verwirrung. Für mehr Klarheit sorgt hingegen der Einsatz des wundervollen Christian Rode als Erzähler, der mit recht viel Text wichtige Lücken füllt. Insgesamt gefällt mir „Im Sog der Finsternis“ richtig gut, die dichte Stimmung und die trickreiche, mit einigen unheimlichen Szenen versehene Handlung sorgen für viel Kurzweil.

Gerrit Schmidt-Foß setzt seine Stimme als Bill Marnstein sehr variabel ein, um seinem Charakter eine sehr intensive Ausstrahlung zu verleihen und in den unterschiedlichen Szenen souverän zu agieren, wobei er die unheimliche Stimmung immer weiter nach vorne bringt. Alexandra Lange-Baehr überzeugt in der Rolle der Benedicte Hooch, verleiht ihrer Stimme einen sehr düsteren, unheilvollen Klang und lässt das Geheimnis um die Frau so sehr gut zur Geltung kommen. Auch Tommi Piper ist mal wieder zu hören, wobei seine unverkennbare Stimme heraussticht und so genügend Aufmerksamkeit auf seinen Charakter lenkt. Weitere Sprecher sind Laura Trautmann, Lutz Mackensy und Andreas Fröhlich.

Die akustische Umsetzung der Handlung ist gut gelungen und unterstreicht markante Szenen, ohne diese zu überdecken. Dafür ist eine stimmige Abmischung entstanden, die die Geräusche und die Musik nicht zu laut dreht und so den Fokus immer auf den Dialogen belässt. Die Dynamik der Handlung wird dennoch gut nachgezeichnet, sodass diese noch besser zur Geltung kommt.

Aufgrund des regelmäßigen Wechsels der Farben ist diese Folge in einem kühlen Blau gestaltet. Auf dem Cover zu sehen ist im Hintergrund ein herrschaftliches Haus samt wolkenverhangenem Himmel, die meiste Aufmerksamkeit ziehen aber die wutverzerrten Gesichter der Kinder auf sich, deren Münder unnatürlich aufgerissen sind. Das ist unheimlich geraten und fängt die Stimmung der Folge gut ein, ohne zu viel von der Handlung zu verraten.

Fazit: Die Handlung des Vorgängers wird direkt aufgegriffen und mit vielen gelungenen Elementen fortgesetzt. Dabei wird es nicht nur gruselig, sondern auch spannend, da sich Jonathan erst einmal durch ein komplexes Geflecht wühlen muss, um den unheimlichen Ereignissen auf den Grund zu kommen. Die Art der Auflösung gefällt mir sehr gut, sodass ich die eine oder andere Unsauberheit in der Erzählweise gut verkraften kann.

VÖ: 29. Juni 2018
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-939066-86-6

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