Teufelskicker - 73. Der Kanu-Kick



Mehmet hat sich verletzt und kann kaum noch für die Teufelskicker im Tor stehen. Bei der Suche nach einem kurzfristigen Ersatz trifft die Mannschaft auf Philipp, der ihnen die Adresse eines hoffnungsvollen neuen Spielers gibt. Doch bei ihm zu Hause angekommen stellen sie fest, dass Klaas im Rollstuhl sitzt und sich Philipp einen bösen Scherz erlaubt hat. Doch durch Klaas lernen die Teufelskicker eine tolle neue Sportart kennen...

Der Fußball wird immer der Kern der Teufelskicker bleiben, doch die Serie erlaubt sich immer wieder auch Variationen oder einen Ausflug in eine andere Sportart. In der 73. Episode wird dies im Titel „Der Kanu-Kick“ bereits angedeutet, die Wassersportart Kanu-Polo bringt etwas frischen Wind in die Serie und sorgt mit spannenden Matches und einer guten Beschreibung von Regeln, Spielzügen und Ausrüstung für Kurzweil. Bis es so weit ist, muss sich der geneigte Hörer durch einige merkwürdige Szenen arbeiten. Nicht nur, dass man plötzlich viel aus der Sicht von Philipp erfährt, der eigentlich nur der Katalysator ist und eher eine kleine Nebenrolle einnimmt, sein übler Scherz und die plötzlich einsetzende Erkenntnis über seine Missetat wirken sehr aufgesetzt und sind zudem mit einem erhobenen Zeigefinger umgesetzt – das hat die Serie schon besser präsentiert. Und auch wenn mir der lockere Umgang mit dem Thema Behinderung und der Lebensmut und die Stärke von Klass gut zur Geltung kommen, ist die Handlung eher einseitig und plätschert vor sich hin, ohne wirkliche Highlights zu bieten. Klar, der Humor der Serie kommt ebenso gut zur Geltung wie der Zusammenhalt im Team und die Rivalität zur Konkurrenz, aber das reicht eben leider nicht für eine gute Folge.

Ivo Möller ist in dieser Episode in der Rolle des Klaas zu hören und macht seine Sache richtig gut, er wirkt sympathisch, bodenständig und geht locker mit seiner Behinderung um, ohne diese auf die leichte Schulter zu nehmen. Robert Knorr spricht die Rolle des Philipp sehr wechselhaft, mal draufgängerisch, mal bockig, mal kleinlaut – immer passend zur jeweiligen Szene, die Übergänge bekommt er aber nicht sonderlich glaubhaft hin. Ulli Potofski ist natürlich wieder als Kommentator der Spiele zu hören und ist in einer sehr speziellen Szene zu hören, die er mit viel Witz umsetzt. Weitere Sprecher sind Florian Marissal, Patrick Stamme und Achim Schülke.

Akustisch ist die Episode solide umgesetzt worden. Die Musik ist bereits aus den vorigen Episoden erkannt und suggeriert verschiedene Grundstimmungen der Handlung, während die Geräusche die einzelnen Szenerien untermalen. Das ist passend umgesetzt und wirkt stimmig, manchmal aber auch etwas eintönig, ich hätte mir mehr Überraschungen gewünscht.

Klar, dass die Sportart Kanu-Polo auch auf dem Cover umgesetzt wird, die bunten Boote und die fröhlichen Gesichter der Spieler machen einen positiven Eindruck des temporeichen Spiels. Die Farben sind natürlich wieder fröhlich und klar, der Zeichenstil comichaft und ansprechend. Im Inneren darf die witzige Sprecherliste in Form einer Mannschaftsaufstellung nicht fehlen.

Fazit: Der Umgang mit dem Thema Behinderung aus Sicht eines Betroffenen gefällt mir sehr gut, da eben nicht nur die negativen Seiten gezeigt werden, sondern der Lebensmut und der unbändige Wille. Die Geschichte dazu ist leider ziemlich unspektakulär und eintönig geraten, Überraschungen werden dabei kaum geboten. So kommt diese Folge leider nicht sehr aufregend daher und hätte mehr Schwung vertragen.

VÖ: 14. September 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 889854541927

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