TKKG - 207. Doppelte Entführung



Um ein Interview für die Schülerzeitung zu führen, besuchen Tim und Klößchen einen bekannten Internetstar, der mit seinen Videos ein großes Publikum anspricht. Doch „JajaForce“ ist nicht wie besprochen in seinem Studio, allerdings läuft seine Kamera noch – und die hat die Entführung des jungen Mannes aufgezeichnet. Natürlich rufen die beiden sofort Karl und Gaby, um den Fall aufzuklären...

Sicherlich müssen auch alteingesessene Hörspielserien mit der Zeit gehen und neue Erzählweisen finden, natürlich auch neue Themen finden. Doch in der 207. Episode wird genau das ziemlich übertrieben und eine Jugendsprache mit zahlreichen Fachbegriffen aus der Internetszene präsentiert. Das wirkt nämlich einfach nur aufgesetzt und passt nicht zum Gefühl der Serie, die doch im Grunde Abenteuer- und Krimielemente miteinander verbindet. Hinzu kommt eine Anspielung auf eine bekannte Internetplattform, die aber eben nicht namentlich genannt wird, sondern mit einem eher albernen Pseudonym vorkommt. Leider ist das nicht der einzige Stolperstein in „Doppelte Entführung“, auch die Handlung hat mir nicht allzu gut gefallen. Und das liegt vor allem an einer Wendung, die die Episode plötzlich in eine ganz andere Richtung führt, was sehr künstlich wirkt und dem Spannungsaufbau eher schadet als bereichert. Diese Hintergründe werden TKKG auf dem Silbertablett präsentiert, die müssen nicht recherchieren oder eigene Schlussfolgerungen anstellen. Alles wird in einem recht langen Monolog von einer anderen Figur berichtet. Beide Teile für sich genommen – der entführte Internetstar und die global agierende Verbrecherbande – hätten an sich gute Folgen ergeben können, in der Kombination hat es mich leider nicht gepackt. Gut eingebaut sind hingegen die Auswirkungen der neuen Medien, die zeigen, was alles damit bewegt werden kann. Deutlich zu stupide Verbrecher, ein angeflunkelter Kommissar Glockner, zu wenig eigene Handlung und nur ein leises Herantasten an die Hintergründe des Falles – TKKG sollte das eigentlich besser können.

Internetstar Jannik Jakobsch wird von Julian Greis gesprochen, der die Rolle sehr solide spricht und in den verschiedenen Szenerien glaubhaft agiert. Santiago Ziesmer ist als Kleinganove Adam Lampe zu hören und bringt den dümmlichen Charakter mit Witz und Charme herüber, kann aber natürlich nicht sein ganzes Talent in dieser kleinen Rolle entfalten. Manuela Eifrig verpasst dem Charakter der Gina einen italienischen Akzent, der manchmal etwas übertrieben wirkt, die Energie der engagierten Frau kommt aber gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Holger Umbreit, Achim Schülke und Enie van de Meiklokjes.

Die Umsetzung der Geschichte ist solide, aber ohne größere Highlights. So hätte ich mir besonders bei dem Bericht über den eigentlichen Fall eine prägnantere Begleitung des Monologes gewünscht. Andere Szenen sind mit vielen Hintergrundgeräusche untermalt und sorgen so für die passende Stimmung, während die Musik schon größtenteils bekannt ist, aber recht passend auf die jeweilige Stimmung ausgewählt wurde.

Viele Motive aus dem Hörspiel haben ihren Weg auf das Cover gefunden – unter anderem auch Cockerspaniel Oskar, der in der Handlung dieses Mal kaum eine Rolle spielt. Neben den Hauptcharakteren hat es auch einer der Ganoven auf das Bild geschafft, welches eine düstere Grundstimmung hat. Ergänzt durch die hübsche Optik mit den Zeitungsausschnitten passt das wieder gut zusammen.

Fazit: TKKG und das Internet – zwei Welten, die zumindest in dieser Episode nicht so recht zusammenfinden wollen. Das Thema wirkt schon recht aufgesetzt, die plötzliche Wendung unterstreicht diesen Eindruck einmal mehr. Da sind schon einige gute neue Ideen eingeflossen, die aber als Gesamtkonzept nicht funktionieren und einen recht faden Eindruck von der Folge hinterlassen.

VÖ: 14. September 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758362724

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