Punkies – 11. White Noise



Erstaunt stehen die Punkies vor ihrer Stammeisdiele, dem „Crazy Eis“, denn diese ist tatsächlich geschlossen. Sofort fragen sie bei Inhaber Gino nach, und dieser plant für die Wintermonate eine neue Idee: Am Rande der Großstadt will er ein Wintersportgebiet samt zünftiger Bewirtung mit viel Hüttenfeeling zaubern. Und auch die Punkies sind quasi schon fest als musikalische Untermalung eingeplant – und treffen dabei auf eine unangenehme alte Bekanntschaft...

Gerade beim legendären Hörspiellabel Europa haben Weihnachtsepisoden der Kinderserien eine lange, ruhmreiche Tradition. Nun haben sich in den letzten Jahren auch neue Serie wie die „Punkies“ etabliert, doch gerade dort eine besinnliche Weihnachtsgeschichte zu erzählen, würde nicht so recht zum Stil der Serie passen. Das Label ist deswegen einen cleveren Weg gegangen und geht zwar auch etwas in diese Richtung, konzentriert sich aber eher auf die cooleren Themen wie Wintersport, Hüttengaudi und Apres Ski, was der Serie dann auch gut steht. Schön auch, dass musikalisch ebenfalls andere Wege beschritten werden und ein neuer Song der Punkies (der genau wie der Titel der Folge heißt) mal mit Blechbläsern untermalt wird – das setzt neue Akzente, ohne sich zu weit vom bisherigen Konzept zu entfernen. Für die Handlung ist es hilfreich, die bisherige Serie verfolgt zu haben, da bekannte Charaktere auftauchen. Zwar wird kurz zusammengefasst, was bisher passiert ist, doch auch die hier erzählte Handlung funktioniert einfach besser, wenn man diese Ereignisse auf dem Schirm hat. Und dann wird zwar mit kleineren Längen, insgesamt aber doch unterhaltsam und spannend erzählt, dass es sich lohnt, hinter die Fassade zu schauen und Menschen eine zweite Chance zu geben. Eine überraschende Wendungen und die lockere und sympathische Grundstimmung lassen diese moralischen Aspekte aber spielerisch und leicht wirken, wie ich es von einem Hörspiel für Jugendliche und Kinder auch erwarte. Dabei wird es auch spannend und für ein Mitglied der Punkies ziemlich brenzlig, weil ein Verbrechen auf ungewöhnliche Art aufgedeckt wird. Gut erzählt und mit viel Musik versehen ist „White Noise“ eine hörenswerte Episode der Serie.

Merete Brettschneider ist natürlich wieder als Aylin mit dabei und übernimmt in dieser Folge auch die Erzählerparts. Ihre liebenswerte und freundliche Art kommen auch hier wieder sehr gut zur Geltung, sie kann aber auch mit mehr Druck sprechen und bringt so die spannenden Momente ebenso gut zur Geltung. Alexander Scala spricht Gino nicht nur mit glaubhaftem italienischem Akzent, sondern auch mit viel Humor, bringt aber ebenso den Geschäftssinn und den Eifer des jungen Wirts zur Geltung. Daniel Welbat bringt eine eher ruppige und arrogante Sprechweise mit und sorgt so für einen gelungenen Kontrast zu den netten Kids. Weitere Sprecher sind Jan-David Rönfeldt, Timo Kinzel und Jenny Maria Meyer.

Natürlich steht auch in dieser Episode die Musik der Punkies wieder im Vordergrund, der titelgebende Song ist gleich mehrfach in unterschiedlichen Versionen zu hören – am Ende kann man ihn dann schon mitsummen. Doch auch ansonsten ist die akustische Gestaltung stimmig, gerade die Hüttenstimmung und das Wettrennen sind treffend in Szene gesetzt.

Aylin wird in einer nächtlichen Szene von einem Auto mit hellen Scheinwerfern verfolgt, während einige weihnachtliche Notenblätter durch die Dunkelheit geweht werden – der moderne Comicstil des Cover wirkt passend dazu, die dunklen Farben sorgen für viel Atmosphäre. Die restliche Gestaltung ist bereits aus den vorigen Episoden bekannt und auch hier passend.

Fazit: Weihnachtsstimmung mal anders – die „Punkies“ zeigen, dass eine Hörspielfolge auch cool statt besinnlich funktioniert. Dazu gibt es eine spannende Handlung mit leichten Krimielementen, bereits bekannte sowie neue Gesichter und den typischen Charme der Serie. Zwar wirken einige Szenen nicht ganz so prägnant, „White Noise“ hat mir trotzdem viel Spaß gemacht.

VÖ: 14. September 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 889854549220

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