Die Fuchsbande - 9. Die Sockenklaumaschine / Die neuen Haare



Niklas braucht beim Anziehen etwas länger, da er seine alten, rauen Socken nicht mehr anziehen möchte. Ausnahmsweise bekommt er von Mama ganz neue. Doch als am nächsten Tag noch andere Socken verschwunden sind, verdächtigt seine Mutter ihn, diese absichtlich versteckt zu haben... („Die Sockenklaumaschine“)
Die Frisörin im Kindergarten ist nicht nur Tills Mama, sondern auch die beste Frisörin der Stadt. Auch die Erzieherin Frau Bär lässt sich einen neuen Schnitt und etwas Farbe verpassen, ist aber ganz und gar nicht zufrieden mit dem Ergebnis... („Die neuen Haare“)

Mit Kriminalfällen für die ganz kleinen Zuhörer hat sich „Die Fuchsbande“ von Europa eine Zielgruppe erschlossen, die bisher nur wenig angesprochen wurde. Natürlich sind deswegen auch an die mittlerweile neunte CD mit zwei weiteren Geschichten ganz andere als bei Hörspielen für Jugendliche oder gar Erwachsene ganz andere Ansprüche zu stellen – dass die Fälle sehr schlicht sind und sich entweder leicht vorausahnen lassen oder im Gegenteil mit einer allzu plötzlichen und ungewöhnlichen Auflösung überraschen, ist den beiden Episoden nicht anzulasten. Dafür werden die Ermittlungen der drei Hauptfiguren sehr gut aufbereitet, logisch erklärt und dabei Wert darauf gelegt, dass die einzelnen Schritte gut nachvollzogen werden können. „Die Sockenklaumaschine“ greift dabei witzig das Phänomen auf, das wohl jeder kennt: Verschwundene Socken. Dass dabei Niklas unter Verdacht gerät und wie die drei Mitglieder der Fuchsbande damit umgehen, ist sehr stimmig in Szene gesetzt und vermittelt ganz nebenbei auch wichtige Sozialkompetenz. Ein ähnliches Motiv findet sich auch in der zweiten Episode wieder, wenn Tills Mutter mit der misslungenen Frisur der Erzieherin zu kämpfen hat. Hier sind die Befragungen einzelner Verdächtiger und Zeugen sehr gut dargestellt, und auch das Ermittlungsbuch der Fuchsbande spielt wieder eine passende Rolle. Dass Füchsin Fritzi immer wieder auftaucht und die Szenerie auflockert, macht Kindern besonders viel Spaß.

Elias Esser ist natürlich wieder als Till mit dabei, er spricht den Jungen voller Elan und Tatendrang, aber auch als er selbst verdächtigt wird, setzt er dies stimmig um. Ulrike Kapfer ist als Tills Mama ebenso unter Verdacht, sie spricht die Rolle sehr höflich und charmant, die Emotionen der Frisörin werden sehr klar und deutlich von ihr dargestellt. Detlef Bierstedt hat einen kleinen Auftritt als Hausmeister, wobei er sich zurücknimmt, um den kleinen Sprechern nicht die Show zu stehlen. Weitere Sprecher sind Rainer Doering, Luise Lunow und Traudel Sperber.

„Wir sind die Fuchsbande“ - dieser Ausruf ist dem geneigten Hörer durch den Titelsong bekannt und schallt auch hier zu Anfang der beiden Episoden aus den Boxen. Ansonsten ist kaum Musik eingesetzt, auch die Geräuschkulisse hält sich in diesen beiden Geschichten eher zurück. Doch an einigen prägnanten Stellen sind einige Songs eingebaut, die das Geschehen gekonnt untermalen.

Die Verwirrung der drei Mitglieder der Fuchsbande ist auf dem Cover deutlich zu sehen, sie betrachten die Socken auf der Leine oder die einsamen Wäscheklammern. Ziemlich bunt und mit klaren, einfachen Formen spricht der Zeichenstil die Zielgruppe wieder gekonnt an. Auch die restliche Gestaltung punktet mit einer hübsch aufbereiteten Optik.

Fazit: Die Ermittlungen in diesen beiden Geschichten sind besonders gut aufbereitet und sind so auch für Kinder sehr gut verständlich. Alles fügt sich gut ineinander, auch wenn die Auflösungen vielleicht nicht ganz optimal eingebaut sind. Schön, dass besonders prägnante Themen ausgewählt wurden, die sich Kinder gleich bildlich vorstellen können.

VÖ: 21. September 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758331027

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