Asterix – 28. im Morgenland



Das Dorfleben von Asterix, Obelix und den anderen wird an einem friedlichen Morgen nur von dem – nun ja - „Gesang“ von Troubadix gestört, der damit nicht nur einen Regenschauer heraufbeschwört, sondern auch den Fakir Erindjah von seinem fliegenden Teppich fegt. Dieser ist nach einer Vorhersage auf der Suche nach den tapferen Galliern. Denn in seiner Heimat hat es seit Ewigkeiten nicht mehr geregnet, weswegen Troubadix dringend benötigt wird...

Neben den beiden Hauptfiguren, die einen Großteil der Abenteuer bestreiten, gibt es in „Asterix“ immer noch viele weitere Charaktere mit ganz besonderem Charme, die der Serie so viel Herz verleihen. Das beweist auch einmal mehr die 28. Episode der Hörspielreihe mit dem Titel „Asterix im Morgenland“, und das nicht nur wegen einer erheiternden Introszene, in der Gutemine und Madame Methusalix sich ein deftiges Wortduell liefern. Denn hier steht Troubadix, der allseits unbeliebte und untalentierte Barde, im Mittelpunkt und ist nicht nur eine Schlüsselfigur, sondern bringt sich auch mit seiner oft schlechten Laune und der leisen Hoffnung auf Anerkennung seiner Sangeskunst immer wieder mit ein. Das verziert hübsch die eigentliche Handlung, die eine Art Road Trip unter Zeitdruck ist, da die beliebte Tochter des Sultans den zornigen Göttern geopfert werden soll, wenn nicht bald Regen fällt. Immer wieder gibt es kleine Ausblicke auf die Vorgänge im Morgenland mit Intrigen und der Sorge um die Prinzessin, dazwischen gibt es reichlich Begegnungen für die Reisegruppe um Erinddjah, die sehr heiter geraten sind. An vielen Stellen fehlt dann aber auch hier die Untermalung der Dialoge mit den Bildern aus den Comics, viele Gags zünden dadurch leider nicht so stark, was in dieser Umsetzung noch ein bisschen stärker hervortritt als in anderen Episoden. Doch das Ergebnis ist immer noch spannend, unterhaltsam und charmant, wie man es von der Serie gewohnt ist.

Michael Bideller ist als Erindjah zu hören und verleiht seiner Figur einen leichten, aber nicht übertriebenen Akzent und viel Energie, um ihn als durchsetzungsstark und zielstrebig wirken zu lassen, wobei er den Humor der Figur wunderbar trocken vorträgt. Katharina von Keller bringt als Orandschade ihre sanfte und weibliche Seite gut zur Geltung, sie gewinnt die Sympathien der Zuhörer schnell, um sie so um die Prinzessin bangen zu lassen. Volker Hanisch ist als Fakir Schandadh ein gelungener Gegenspieler und lässt ihn hinterhältig und machtgierig klingen, was seine Szenen gut zur Geltung bringt. Weitere Sprecher sind Gerry Hungbauer, Achim Buch und Manfred Liptow.

Natürlich gibt es in dieser Folge wieder einige kurze Gesangseinlagen, diese sind aber jeweils nur wenige Sekunden lang. Auch ansonsten ist nur wenig Musik zu hören, um die Szenenübergänge oder Erzählpassagen auszugestalten. Geräusche sind da schon häufiger im Einsatz, sie wirken comichaft und witzig, sodass eine passende Atmosphäre für das Hörspiel entsteht. Ein Einschlag in fernöstliche Gefilde bietet die Folge aber nur stellenweise.

Der Flug auf dem Teppich wird auf dem Cover aufgegriffen, das natürlich der neuen Comicauflage entnommen ist. Man bekommt dabei nicht nur einen Eindruck der entspannt wirkenden Dorfbewohner, sondern auch vom hochkonzentrierten Erindjah. Im Inneren gibt es neben kleinen weiteren Zeichnungen und natürlich einer Auflistung der Sprecher auch eine Übersicht der bisher erschienenen Episoden.

Fazit: Auch wenn mir an einigen Stellen optische Reize fehlen, um die Gags richtig zünden zu lassen, ist mit „Asterix im Morgenland“ eine starke Episode entstanden. Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend, der Road Trip-Charakter hat mir dabei besonders gefallen. Schön, dass Troubadix hier mal wieder einen etwas größeren Auftritt bekommt.

VÖ: 26. Oktober 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567137719

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