Die Olchies im Land der Indianer



Professor Brausewein hat seine Zeitmaschine wieder angeworfen, um die beiden Olchie-Kinder auf ein Abenteuer zu schicken. Doch aus Versehen wird auch das Olchie-Baby mit in die Vergangenheit geschickt und landet erst einmal in einem Fluss voll schrecklich sauberem Wasser. Glücklicherweise werden sie gerettet und fortan als Wassergeister verehrt – denn sie sind ganz in der Nähe eines Indianerdorfs gelandet...

Nachdem die Olchis in der Vorgängerfolge nicht nur ein Abenteuer bei den Dinosauriern erlebt haben, sondern auch eine Zeitmaschine in die Serie eingeführt wurde, wird dieses Element nun auch in „Die Olchis im Land der Indianer“ genutzt. Praktisch, denn so wird den grünhäutigen Wesen ermöglicht, wieder in eine ganz andere Szenerie einzutauchen. Zuvor gibt es wieder einige Momente im Land der Olchis, in der wieder der Hang zu Müll und merkwürdigen Lebensmitteln thematisiert wird. Für meinen Geschmack nimmt das etwas zu viel Raum ein, der von der eigentlichen Geschichte abgeht. Denn diese ist gut konzipiert, da zunächst der Unterschied zwischen den Indianern und den Olchis herausgearbeitet wird. Mir gefällt, die hier den Kindern nahe gebracht wird, dass es durchaus ein Leben ohne moderne Technik gab und dass Naturverbundenheit einen hohen Wert hat. Untermalt wird das durch eine Geschichte, in der der junge Mukki endlich als Mann anerkannt werden möchte und dafür verschiedene Prüfungen bestehen muss. Das bringt Spannung in die Geschichte und wird mit vielen witzigen Szenen versehen, wobei die Vorliebe der Olchis für Schmutz und Dreck als Erkennungsmerkmal immer wieder aufgegriffen wird. Das Ende kommt vielleicht eine Spur zu plötzlich geraten, doch insgesamt ist auch diese Episode der Olchis mit ihrem besonderen Charme gelungen.

Kai Henrik Möller ist hier als Indianerhäuptling zu hören und unterstreicht die Naturverbundenheit des Stammes ebenso gut, wie er eine freundliche, aber bestimmte Art herüberbringt. Flemming Stein ist als Mukki zu hören und spricht die Rolle mit viel Energie, sodass er den Willen des Jungen glaubhaft betont, endlich als Mann anerkannt zu werden. Erzähler Wolf Frass schafft es gekonnt, seine Passagen mit warmer Stimme und lebendigem Ausdruck zu gestalten. Weitere Sprecher sind Patrick Bach, Emmi Bohla und Eva Michaelis.

Die akustische Gestaltung ist schon aus den vorigen Folgen bekannt und wird natürlich auch hier wieder fortgesetzt, aber eben um einige spezielle Elemente ergänzt, die ganz auf die Szenerie bei den Indianern zugeschnitten ist. Das bringt Flair in die Handlung, ist aber dennoch eher zurückgefahren und geht damit gut auf die Bedürfnisse der zuhörenden Kinder ein.

Eine wilde Kanufahrt ist für das Titelbild der Folge ausgewählt worden, das natürlich schon von der zeitgleich erschienenen Buchvorlage bekannt ist. Formen und Zeichenstil sind wieder recht einfach geraten, sodass alles kindlich und freundlich wirkt. Im Inneren gibt es neben einer Trackliste auch Fotos und Infos zu einigen Sprechern.

Fazit: Der zweite Ausflug der Olchis durch Raum und Zeit, wobei das Indianerdorf ein gelungener Schauplatz für ein neues Abenteuer ist. Schön, dass dabei nicht nur eine witzige und für Kinder durchaus spannende Geschichte erzählt wird, sondern auch die Naturverbundenheit der Indianer gut zur Geltung kommt.

VÖ: 24. September 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-8373-1078-8

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