John Sinclair – 122. Inferno in der Alptraum-Schlucht



Es steht nicht gut für John Sinclair, der weit in der Vergangenheit die Geburt des Schwarzen Todes beobachten muss, ohne wirklich eingreifen zu können – zu hoch ist die Gefahr, zu sehr die Gegenwart zu verändern. Doch daneben steht ihm noch ein ganz anderer Kampf bevor: Die Rettung von Jane Collins, deren Herz aufgehört hat zu schlagen...

Drei Teile einer Geschichte liegen schon hinter dem Hörer, wenn er die 122. Episode von John Sinclair mit dem Titel „Inferno in der Alptraum-Schlucht“ anmacht. Drei Teile, in denen ziemlich viel passiert ist, in denen der Handlung immer neue Elemente hinzugefügt wurden – was hier noch einmal deutlich gesteigert wird. Glücklicherweise gibt es am Anfang einen kurzen Überblick über die bisherigen Ereignisse, sodass man gut wieder in die Handlung findet. Und dann geht es schnell mit recht hohem Tempo los, die Stimmung der vorigen Folgen verdichten sich noch weiter und werden zu einem wahren Spektakel. Kenntnisse sind dabei nicht nur von den anderen Episoden des Vierteilers hilfreich, sondern auch von der gesamten Serie, denn bis zum Schluss gibt es viele Querverweise und Themen, die schon lange Zeit zurückliegen, inklusive einiger Auftritte bereits bekannter Figuren. Das macht in dieser Häufung schon ziemlich Spaß und sorgt für immer neue Überraschungen, was die Erzählung auch ziemlich spannend macht – beispielsweise wenn sich ein Charakter mal ganz anders verhält, als man es gewohnt ist. Die Komplexität nimmt dabei auch zu, da auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird. Durch die geschickten und dynamischen Szenenwechsel ist das aber dennoch gut nachvollziehbar dargestellt. Dass alles in einem intensiven Finale endet, war zu erwarten, dieses ist aber anders gelagert und endet mal nicht mit einem großen, actionbetonten Knall. Diese Abwechslung hat mir richtig gut gefallen, zumal noch ein Meilenstein in der Serie mit einer deutlichen Veränderung der Vorzeichen gesetzt wird. Eine vielfältige und durchaus detailverliebte Folge, die mich mal wieder so richtig überzeugt hat.

Das liegt natürlich auch wieder an den sehr guten Sprechern, bei denen sich Dietmar Wunder als John Sinclair wieder positiv hervortut und der Rolle viel Leben einhaucht und diese beständig, aber auch facettenreich umsetzt. Johannes Sreck ist in der Rolle des Eisernen Engels zu hören und schafft eine gelungene Aura um die mythische Figur, die sehr gut in die abwechslungsreiche Szenerie passt und mit Ausdruck gesprochen wurde. Wolf Frass lässt seine Stimme volltönend, machtvoll und sehr präsent klingen, was durch eine technische Verfremdung noch unterstützt wurde und so präsente Szenen ermöglicht. Weitere Sprecher sind Thomas Friebe, Peter Matic und Carla Becker.

Wie es sich für das Finale eines Vierteilers gehört, werden akustisch wieder alle Register gezogen. Die mystischen Szenen sind sehr vielfältig umgesetzt und punkten in Geräuschen und Musik, aber wie oben bereits erwähnt gibt es auch technische Spielereien, die die Stimmen machtvoller wirken lassen. Das ist sehr gut aufeinander abgestimmt und zeichnet den Spannungsverlauf der Handlung gekonnt nach.

Klar, dass wieder das Cover eines der originalen Heftromane zu John Sinclair als Titelmotiv genutzt wird, wobei die Orange- und Rottöne für eine wilde Atmosphäre sorgen. Auch die vier Gesichter, die in dem leuchtenden Feuer erscheinen, tragen zu diesem Eindruck bei, der Mann mit der abwehrenden Körperhaltung erdet das Motiv wieder etwas.

Fazit: Der starke Vierteiler von John Sinclair wird hier sehr spannend und abwechslungsreich abgeschlossen, was besonders wegen des Auftauchens einiger bekannter Figuren so unterhaltsam geraten ist. Die dynamischen Wechsel und die vielschichtige Erzählweise überrascht mit einigen Elementen, die anders sind als gewohnt, wozu auch das gelungene Ende gehört.

VÖ: 27. April 2018
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5498-6

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