Janosch – Der kleine Tiger wünscht sich Tigerfreunde



Nicht nur mit dem Bären, sondern auch mit dem schnellen Hasen, dem müden Maulwurf und den anderen Bewohnern des Tals ist der kleine Tiger ziemlich gut befreundet. Dennoch wünscht er sich manchmal einfach ein paar Tigerfreunde zum Spielen. Der kleine Bär will ihm diesen Wunsch gern erfüllen, doch wie soll er das anstellen...?

Oetinger Audio hat schon zahlreiche sehr liebevolle Hörspielumsetzungen produziert und nun eine neue Serie um die liebevollen Figuren von Janosch auf den Markt gebracht. Zwei Folgen sind zum Start erschienen, wobei auf „Der kleine Tiger wünscht sich Tigerfreunde“ neben der Titelgeschichte noch zwei weitere Episoden befinden. Produziert wurde wieder von Florian Fickel, der den Charme der Figuren sehr gekonnt einfängt, aber auch auf eine neue Ebene transportiert. Die erste Geschichte orientiert sich noch sehr an den Ideen von Janosch und liefert eine sehr putzige Handlung, in der die Figuren voll im Mittelpunkt stehen und ihre Eigenheiten sehr witzig zur Geltung bringen. Doch auch hier gibt es natürlich eine spielerisch eingebundene Moral, die einen für Kinder wichtigen Wert vermittelt. Wie man während eines Streits miteinander umgeht, wenn keiner nachgibt, wird in „Der kleine Tiger ist beleidigt“ gezeigt. Hier stehen die moralischen Aspekte deutlicher im Vordergrund, die Handlungen der beiden Figuren werden auch immer wieder dahingehend kommentiert, dennoch ist eine weitere, herzerwärmende Geschichte um die Figuren entstanden. Bei „Der fremde Maulwurf“ kommt dann eine dicke Überraschung auf den Hörer zu, hier wird auf sehr verständliche, kindgerechte und auch witzige Weise ein sehr aktuelles Thema angesprochen. Das hätte ich so nicht erwartet (auch wenn ich diese Folge als zweites gehört habe und das Medien-Thema schon sehr gut umgesetzt fand), doch durch die sehr feinsinnige Erzählweise ist das sehr zugänglich geschehen. Drei sehr gelungene Episoden, die den positiven Start in die neue Serie unterstreichen.

Der wunderbare Stefan Kaminski ist in der Rolle des kleinen Tigers bestens aufgehoben und schafft es spielend, viele Facetten aus der Figur herauszukitzeln und sie vollkommen liebenswert und ein bisschen aufgekratzt wirken zu lassen. Michael Pan spricht den schnellen Hasen mit seiner sehr prägnanten Stimme, drängt sich aber nicht in den Vordergrund und kann auch den anderen Figuren die Bühne überlassen. Fritz Rott ist bisher noch nicht allzu sehr in Hörspielen in Erscheinung getreten, schafft aber als Riesengrauer Elefant eine weitere sehr niedliche Figur, die in seinen Szenen gut zur Geltung kommt. Weitere Sprecher sind Jürgen Kluckert, Claudio Maniscalo und Ingo Albrecht.

Mir gefällt nicht nur die Geschichte gut, sondern auch wie diese akustisch unterlegt ist. Viele Geräusche lassen die Dialoge sehr lebendig wirken, wobei nicht nur die einzelnen Handlungen unterlegt werden, sondern auch die Kulisse für die Sprecher sehr hübsch dargestellt wird. Dabei geht es mal natürlich, mal witzig und comichaft zu, was einen sehr runden Eindruck hinterlässt.

Ein rotes Sofa mitten auf einer grünen Wiese – eine typische Idee für Janosch. Bär und Tiger sitzen Arm in Arm darauf, während noch einige weitere gestreifte Großkatzen darum tollen. Alles natürlich im typisch, leicht struppig wirkenden Zeichenstil von Janosch, der die liebevollen Figuren sehr gut zur Geltung bringt. Im Inneren herrscht übersichtliche Schlichtheit, eine ausführliche Tracklist ist aber vorhanden.

Fazit: Drei wundervolle Geschichten mit Herz und Hirn, denn nicht nur sind die Figuren sehr liebevoll dargestellt, die einzelnen Episoden vermitteln auch noch wichtige Werte für Kinder. Auf spielerische Art ist das sehr herzlich umgesetzt und punktet mit einer guten Länge für Kinder, allerdings werden auch zuhörende Erwachsene viel Spaß an dieser CD haben.

VÖ: 24. September 2018
Label: Oetinger Audio
Bestellnummer: 978-3-8373-1070-2

Datenschutzerklärung