Die Schule der magischen Tiere – 5. Top oder Flop



Die Schulklasse von Miss Cornfield hat die Idee, an der Quizsendung „Top oder Flop“ teilzunehmen. Voller Elan drehen die Kinder ihr Bewerbungsvideo, nur die stets schlechtgelaunte Franka hat überhaupt keine Lust, sich im Fernsehen zu blamieren und will sich völlig heraushalten. Erst als dem aufgekratzten Yannik ein folgenschwerer Fehler unterläuft, taut sie etwas auf...

Auch wenn die einzelnen Folgen von „Die Schule der magischen Tiere“ in sich abgeschlossene Geschichten erzählen, ist dennoch ein roter Faden durch die Serie zu erkennen. Einerseits natürlich, weil immer mehr Schüler von Miss Cornfield ein magisches Tier zur Seite gestellt bekommen, aber auch andere Elemente werden über mehrere Episoden hinweg erzählt. Folge fünf mit dem Titel „Top oder Flop“ spinnt beispielsweise die Handlung um ein ganz besonderes magisches Tier weiter, das als Agent Y bezeichnet wird und gleich mehrfach erwähnt wird, hier aber immer noch keinen menschlichen Freund zur Seite gestellt bekommt. Auch die Handlung der Folge ist wieder gut gelungen, wobei zunächst zwei weitere Kinder intensiver vorgestellt werden. Wieder haben sie eine individuelle Persönlichkeit und mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, die sie im Laufe der Zeit mit Hilfe der magischen Tiere lösen können. Dabei ist die unfreundliche, zurückgezogene Franka mit ihrem Hang zur Düsternis wohl eher eine moderne Erscheinung, während ein Klassenclown wie Yannik wohl schon seit vielen Generationen bekannt ist. Vordergründig geht es aber um die Quizshow, die in der Schule stattfindet und natürlich viele witzige und spannende Momente bietet, aber auch eine kleine Verschwörung muss aufgedeckt werden. Da ist ziemlich viel zu tun, sodass die Folge mit über 80 Minuten auch recht lang geraten sind. Im Gegensatz zur vorigen Folge kommen aber alle Elemente gut zur Geltung, der Eindruck ist hier stimmiger und runder. Dass gleich drei Tiere einen neuen Besitzer finden, ist dann ein besonderes Highlight der Episode und gut eingebunden.

Ich mag die düstere Ausstrahlung von Franka, die von Joanna Städter-Semmelrolle gut in Szene setzt und sowohl die abweisende Seite von ihr zeigt, aber auch das aufkommende Selbstbewusstsein aufblitzen lässt. Stefan Eilers steht ihr als Ratte Cooper zur Seite und spricht mit betont cooler und lässiger Stimme, was ihm viel Ausdruck verleiht. Richtig viel Spaß macht es mit Tetje Mierendorf als herrlich wilder Schimpanse Tingo, der die Sympathien auf seiner Seite hat und dennoch zeigt, dass es auch ernste Seiten im Leben gibt. Weitere Sprecher sind Manuel Elias, Konstantin Graudus und Anne Moll.

German Wahnsinn ist der Mann an den Klangreglern und für Regie, Produktion und Musik zuständig. Das hat er wie in den vorigen Episoden auch stimmig umgesetzt, auch wenn es manchmal kleine Unsauberheiten gibt. Doch die Musik ist passend ausgewählt, bei der finalen Show geht es ziemlich rasant zu, sodass eine passende Atmosphäre entstanden ist.

Die fünf Kinder, die auch in der Folge beschrieben werden, stehen auf dem Cover um einen roten Buzzer und werden von einigen der Tiere umringt. Der Zeichenstil ist witzig und passend, viele kleine Elemente bieten trotz des schlichten Hintergrunds vieles zu Entdecken. Im Inneren gibt es eine ausführliche Trackliste und eine Übersicht aller Mitwirkenden.

Fazit: Karussell zeigt hier, wie moderne Kinderbücher stimmig umgesetzt werden können. Auf die Gefühle der Kinder wird hier besonders gut eingegangen, auch wenn die Erklärung für ihre Probleme manchmal etwas flach geraten ist. Die magischen Tiere bringen eine wunderbar lebendige Stimmung mit ein und treiben die Handlung weiter voran, sodass ein witziges und trotz seiner Länge kurzweiliges Hörspiel entstanden ist.

VÖ: 28. September 2018
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602567692089

Datenschutzerklärung