Sherlock Holmes – 35. Der Hund der Baskervilles



Tief in den Mooren Dartmores liegt der Stammsitz der Familie Baskerville, auf der ein schrecklicher Fluch zu lasten scheint. Auch das Oberhaupt der Familie wurde nun von einem dämonischen Hund angefallen. Als Sherlock Holmes von dem merkwürdigen Fall erfährt, ist er direkt fasziniert und wild entschlossen, die Hintergründe aufzuklären – und natürlich gehört auch eine Reise in das unwirtliche Gelände dazu...

Nach zwei Ausflügen in andere Gefilde – zu Geschichten, die nicht von Sir Arthur Conan Doyle stammen – kehrt die Hörspiel-Umsetzung von Sherlock Holmes aus dem Hause Titania Medien direkt zu dem wohl bekanntesten Fall des Meisterdetektivs zurück: „Der Hund der Baslervilles“. Schon das ursprüngliche Werkt trieft nur so vor unheimlicher Atmosphäre, und das ist natürlich eine Steilvorlage für das Hörspiellabel, das seiner Bekanntheit insbesondere dem Gruselkabinett zu verdanken hat. So ist schon die Introszene mit der Begegnung von Charles Baskerville mit dem dämonischen Hund absolut packen geraten und stimmt sehr gut auf die kommende Handlung ein, auch ansonsten sind immer wieder sehr atmosphärisch dichte und markante Szenen zu hören. Die düstere Umgebung wird dabei gekonnt aufgegriffen und prägt die Handlung, die es ebenfalls in sich hat. Die reihen sich zahlreiche Rätsel aneinander, es wird an verschiedenen Stellen ermittelt, Beobachtungen werden angestellt – und dabei tut es gut, dass die beiden Hauptfiguren auch mal getrennt voneinander agieren. Vielen wird die Vorlage schon vorher bekannt sein, sei es als Buch oder in einer der vielen Umsetzungen, dennoch gibt es hier Neues zu entdecken. Denn auch Holmes und Watson kommen sehr gut zur Geltung, ihre sehr spezielle Beziehung zueinander wird vertieft, und auch für eine Portion sanften Humor ist hier Platz. Über zwei Stunden läuft diese Produktion, was sich als sehr lohnenswert entpuppt.

Joachim Tennstedt ist natürlich wieder als Sherlock Holmes zu hören, seine ganz eigene Interpretation des Charakters gefällt mir wieder sehr gut, indem er den Scharfsinn und den Humor nicht allzu überheblich klingen lässt und dabei sehr zugänglich wirkt. Jean Paul Baeck ist in der Rolle des Dr. James Mortimer zu hören, er gestaltet seine Passagen sehr kurzweilig und lebendig, wobei er einen sehr guten Sinn für das richtige Timing beweist. Sir Henry Baskerville passt sich sehr gut an die düstere Stimmung des Hörspiels an und setzt gekonnt Akzente. Weitere Sprecher sind Horst Naumann, Bodo Primus und Johannes Raspe.

Eine opulente Musikbegleitung eröffnet das Hörspiel in der Introszene, genauso wie viele besonders spannende Szenen sehr präsent untermalt sich. Es gibt aber natürlich auch wieder die typischen Klänge der Serie, wenn Watson von dem Fall berichtet oder ein langer Dialog am prasselnden Feuer geführt sind, sodass die Szenen sehr abwechslungsreich wirken und immer gut zur Geltung kommen.

Wenn es in einem Hörspiel schon so eine markante Figur wie den titelgebenden Hund der Baskervilles gibt, kann man diesen auch wunderbar auf dem Cover in Szene setzen. Das Bild stammt noch von dem wunderbaren Firuz Askin, der Augen und Mundhöhle grünlich leuchten lässt. Im Hintergrund ist noch das sanft beleuchtete Herrenhaus zu sehen, was ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

Fazit: Titania Medien bringt die Düsternis in der Geschichte bestens zur Geltung, überzieht dabei aber nicht und betont auch spannende und heitere Szenen. Der Fall ist komplex und vielschichtig, die Szenerien immer wieder andere, sodass während der zwei Stunden Laufzeit keine Langeweile aufkommt. Das ist sehr stark umgesetzt und erfüllt die Erwartungen, die im Vorfeld an die Serie gestellt wurden.

VÖ: 28. September 2018
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5725-3

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