Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger – Teil 3



Auf der alten Burg, in dem Johnny Sinclair wohnt, treiben sich nach der Erlöung des Uhrmachergespenstes schon weniger Geister herum, doch immer noch bekommt es der junge mit wütenden und unheimlichen Gegenspielern zu tun. Beflügelt von seinem Erfolg und unterstützt von seinem schrulligen Kindermädchen und dem sprechenden Schädel Erasmus sagt er ihnen den Kampf an – nicht ahnend, welche weite Kreise sein Handeln ziehen wird...

Auch Kinder und Jugendliche gruseln sich gern, doch die meisten Hörspiel-Produktionen für Erwachsene sind dann eben doch eine deutliche Spur zu hart für diese Zielgruppe. Und wenn von dem bekannten Geisterjäger John Sinclair eine allzu große Faszination ausgeht, ist mit „Johnny Sinclair“ eine lohnenswerte Alternative entstanden, die sowohl der eigentlichen Zielgruppe als auch Erwachsenen Spaß macht. Mit der dritten Folge wird dann auch schon der erste Handlungsstrang um die Geister in Johnnys Behausung abgeschlossen. Und da schon die meisten Parameter abgesteckt wurden, Szenerie und Charaktere sind bekannt, auch die gespenstigen Gegenspieler wurden bereits in den vorigen Episoden vorgestellt. Und so geht die Handlung hier schnell richtig zur Sache und konzentriert sich so auf das Wesentliche, was die Stimmung noch einmal verdichtet. Jeder der ungewünschten Gäste bekommt hier viel Aufmerksamkeit, was mal aufregend und unheimlich, mal aber auch melancholisch geraten ist. Schön, wie die verschiedenen Stimmungen so ineinander übergehen und sich ergänzen. Die Erzählweise hat mir sehr gut gefallen, da Johnny als Hauptfigur und auch die anderen Nebenrollen in dem ganzen Spektakel nicht untergehen, sondern weiterhin ihre eigene Note mit einbringen – das Konzept der vorigen Folgen geht also auch hier auf. Der Faden für weitere Abschnitte der Serie sind übrigens schon gelegt, sodass ich mich schon mal auf die kommenden Episoden freue – zumindest die Buchvorlagen hierzu sind bereits erschienen.

Auch wenn sie keinen allzu langen Auftritt hat, ist mir Luzie Buck als Geistermädchen sehr positiv aufgefallen. Sie schafft eine sehr interessante Mischung auf Grusel und Traurigkeit zu präsentieren, sodass einem das Schicksal des Geistes schnell ans Herz wächst. Johannes Steck ist in der Rolle des Malcolm Sinclair ebenfalls gut aufgehoben und passt sich gut der vorherrschenden Stimmung an und bringt seine eigene Note mit ein. Dirk Petrick macht seine Sache als Johnny Sinclair erneut sehr gut, er spricht die Rolle sicher, mit viel Charme und flüssig, sodass ein lebendiger Charakter entstanden ist, der eine gute Identifikationsfigur abgibt. Weitere Sprecher sind Sven Plate, Markus Stolberg und Wolf Frass.

Sebastian Breidbach und Dennis Ehrhardt zeichnen sich für die Umsetzung des Hörspiels verantwortlich und haben wieder eine sehr ansprechende Szenerie geschaffen. Hier wird es noch eine Spur düsterer, manche Effekte sind dafür mit mehr Druck und etwas lauter eingesetzt. Das wirkt eindringlich, ist aber immer noch kindgerecht umgesetzt.

Die Optik des Cover unterscheidet sich nur geringfügig von den beiden Vorgängern. Am Motiv selbst hat sich wieder nichts geändert, der unheimliche Totenkopf-Mond über einer stilisierten, altertümlichen Stadt, davor Johnny samt Laterne. Lediglich die Farbgebung wurde wieder etwas angepasst. Der Schriftzug erinnert mit den grellgelb verlaufenden Lettern eindeutig an das „erwachsene“ Vorbild, die kleine Spinne über dem Folgentitel ist aber eine ebenso gute Idee,

Fazit: Nicht immer muss bei einer Jugendversion der Hauptcharakter in jungen Jahren im Vordergrund stehen. So wird hier eine neue Mythologie gestaltet, die hier noch intensiver und unheimlicher umgesetzt ist. Das ergibt einige wunderbare Effekte und spannende Szenen, doch die charmanten Charaktere gehen dabei nie unter. Ein hörenswerter und lebendig erzählter Abschluss des ersten Dreiteilers.

VÖ: 14. September 2018
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602567645474

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