Sherlock Holmes & Co – 40. Zirkus des Verbrechens



New York wird von einem ungewöhnlichen Leichenfund in Atem gehalten, denn das bunte Kostüm, das er trägt, scheint direkt in die richtige Richtung zu führen. Dennoch kommt die Polizei nicht so recht weiter, und da Professor van Dusen von dem Fall nicht sonderlich angetan ist, ermittelt auch Hutchinson Hatch in dem Fall. Währenddessen versucht Inspector Mallory eine seltsame Reihe an Diebstählen aufzuklären – mit mäßigem Erfolg...

„Professor van Dusen“, die klassische Detektivfigur von Jacques Futrelle, hat besonders durch die Geschichten von Michael Koser Bekanntheit erlangt, ist aber auch von Anfang an ein Teil von „Sherlock Holmes & Co“ von Romantruhe Audio. Auch die 40. Episode der Reihe widmet sich dem New Yorker Genie und bringt damit auch den charmanten, aber nicht ganz so scharfsinnigen Reporter Hutchinson Hatch mit sich. Die grundlegenden Züge der beiden Charaktere kommen dabei auch gut zur Geltung, die Rollenaufteilung zwischen den beiden ist klar, doch ganz so prägnant sind die beiden in dieser Episode nicht umgesetzt. Dies hätte man für einen Zugewinn an Flair noch verschärfen können und so eine zusätzliche Ebene einfügen können. So konzentriert sich die Folge sehr auf den erzählten Fall, und dieser ist komplexer, als es anfangs den Anschein hat. Langsam fügen sich immer neue Elemente aneinander, geben neue Hinweise und führen auf verschiedene Fährten. Gut gefällt mir, wie man lange Zeit im Dunkeln tappt, wie alles zusammenhängt und deswegen so einige Überraschungen aufkommen. Das Zirkus-Thema bringt dabei eine unerwartet düstere Note mit sich, die sehr gut in die damalige Zeit passt und zudem noch ein wenig Gesellschaftskritik mit einfließen lässt. Zwar kann man dann schon einige Minuten vor der Auflösung erahnen, wohin sich alles entwickeln wird, ist eine spannende Episode entstanden, die gut durchdacht wurde und mit Schwung erzählt ist.

Martin Keßler ist natürlich wieder als Professor van Dusen zu hören und bringt eine leicht exzentrische und überhebliche Art mich sich, was den Charakter gut zur Geltung bringt, lässt sich dabei aber glücklicherweise nicht zu Übertreibungen hinreißen. Stefan Krause ist als Gabor zu hören und präsentiert eine weitere seiner gefühlt tausend verschiedenen Stimmen und sorgt dabei für viel zusätzliche Atmosphäre, die er mit einer glaubhaften Ausstrahlung versieht. Daniel Zillmann spricht Officer Cardone, auch er bringt seine eigene Note mit ein und schafft einen prägnanten Charakter, der gut zur Geltung kommt. Weitere Sprecher sind Karin Buchholz, Bodo Wolf und Robin Brosch.

Der Klang des Hörspiel ist wieder gut gelungen – ganz abgesehen davon, dass alles klar und natürlich klingt, sind auch Musik und Geräusche sehr gut eingefügt. Gemeinsam ergeben sie eine stimmige Atmosphäre, die die Handlung gut unterstützt und so den Spannungsbogen unterstreicht. Billige Effekthascherei ist hier nicht angesagt, sondern eine in sich stimmige Umsetzung.

Das Zirkuszelt auf dem Cover war wohl obligatorisch, um den Titel aufzugreifen, ist aber auch das einzige Fröhliche, was dieses Thema mit sich bringt – die Handlung beinhaltet ja eine eher düstere Inszenierung der Thematik. Und durch die typische Sepia-Optik des Covers wird dieser Effekt hier ebenfalls erzielt. Im Inneren sind die Mitwirkenden aufgelistet, weitere Extras sind jedoch nicht vorhanden.

Fazit: Auch wenn die beiden Hauptcharaktere der Geschichte etwas zu blass bleiben und deren Relation zueinander noch deutliche hätte sein können, ist eine gelungene Episode entstanden. Das liegt einerseits an der ungewohnten Themenwahl, die düsterer umgesetzt wurde als anfangs erwartet, andererseits an dem gut erzählten Fall, der mit passendem Tempo und einem steten Informationsfluss punktet.

VÖ: 31. August 2018
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-359-8

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