Landung auf dem Mond und weitere Abenteuer



Auf dem Schrottplatz suchen die beiden Jungen Frank und Boris nach neuen Teilen für ihre Rakete, die sie bis zum Mond fliegen soll. Dort treffen sie auf den gleichaltrigen Michael, mit dem sie sich nach anfänglichen Reibereien schnell anfreunden. Und da sie einen wichtigen Motor inmitten all des Schrottes gefunden haben, können sie schon bald auf den Flug in den Weltall starten...

Der Audio Verlag hat schon für „Die Marsrakete“ tief in den Archiven gekramt und dort einige Hörspiele aus der Anfangszeit des Mediums ausgegraben. Mit „Landung auf dem Mond“ ist nun eine ähnliche CD auf den Markt gekommen, in der man so richtig in einer Nostalgiewelle schwimmen kann. Die vier enthaltenen Geschichte richten sich an Kinder, erzählen aber keine wirkliche Geschichte, sondern bieten viele Erklärungen an. Die erste Geschichte um die drei Kinder mit ihrem Flug zum Mond startet mit der Introszene auf dem Schrottplatz recht launig, zumal man hier einen interessanten Einblick in den Umgang der damaligen Kinder untereinander bekommt. Später wird hier gut aufbereitet, wie ein Flug auf den Mond mit dem stetigen Kontakt zur Erdbasis ablaufen könnte, wobei die drei Kinder vor Abenteuerlust glühen und dennoch sehr rationale Entscheidungen treffen. Das Hörspiel ist 1966 entstanden, als der „Mondfieber“ kurz vor ihrem Höhepunkt stand. Die anderen Geschichten widmen sich anderen Themen, sind aber inhaltlich ähnlich aufgebaut: Immer geht es darum, welche Meldungen gemacht werden, wie eine Informationskette zwischen verschiedenen Personen entsteht, um eine bestimmte Mission zu erfüllen. Da geht es um die Suche nach zwei Jungen auf hoher See, eine Agentenmission im U-Boot und die Notlandung eines Flugzeuges. Das mag für heutige Verhältnisse etwas dröge wirken, zumal keine wirkliche Handlung erzählt wird, ein interessanter Ausflug in eine ganz andere Art von Hörspielen wird aber allemal geboten.

In der ersten Episode ist die sehr junge Michael Harck als Boris zu hören und kann sowohl die anfänglich ziemlich raubeinige Art als auch die spätere, fast schon abgeklärte Sprechweise gekonnt präsentiert. Heidi Kabel gehört zu den prominentesten Sprechern der Besetzung, sie spricht in der zweiten Episode die Mutter und bringt ihre Aufregung dabei sehr glaubhaft zur Geltung. Friedrich Georg Backhaus ist als Konstrukteur des U-Bootes zu hören, er liefert eine sehr saubere Leistung ab und setzt seine schon damals markante Stimme gekonnt ein. Weitere Sprecher sind Wolfgang Schwarz, Rolf Mamero und Florian Kühne.

Jede der vier Episoden ist in den Jahren 1959 oder 1966 entstanden und hat damit schon viele Jahre hinter sich gebracht. Man hört dann auch, dass die Stimmen recht blechern wirken und sich ein leises Grundrauschen eingeschlichen hat. Musik ist dabei nicht im Einsatz, dafür sind zahlreiche Geräusche zu hören, die die einzelnen Vorgänge lebendiger gestalten.

Die Rakete, mit der die drei Jungen den Mond erreicht haben, ist in den Mittelpunkt des Covers gerückt und in einer detailreichen Zeichnung umgesetzt worden. Die zerklüftete Mondlandschaft und die Erde im Hintergrund sind gut dazu ergänzt. Auch die restliche Gestaltung ist um viele kleine Zeichnungen angereichert, die sich allesamt auf das Science Fiction-Thema stürzen.

Fazit: Vier unterschiedliche Geschichten, die die Neugier von Kindern nach genauen Informationen befriedigen, wie bestimmte Dinge ablaufen. Das ist gut aufbereitet und nachvollziehbar, aber auch recht speziell, da keine wirkliche Handlung eingebaut ist. Ein sehr interessanter Blick in sehr frühe Hörspielproduktionen.

VÖ: 31. August 2018
Label: Der Audio Verlag
Bestellnummer: 978-3-7424-0395-7

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