Dr. Morbius – 7. Phönix



Trotz zahlreicher Verluste und überstandener Gefahren ist das Team um Dr. Morbius nicht sicher, wie ihnen eine erneute Bedrohung eindeutig zeigt. Und so ist die Aufregung nach einem geheimnisvollen Telefonanruf groß, welches den Tod eines seiner Vertrauten ankündigt. Doch was hat die Reporterin Marie Hope damit zu tun, die bislang kritisch über Dr. Morbius berichtet hat...

„Dr. Morbius“ ist schon mit bislang sechs Episoden seit einiger Zeit auf dem Hörspielmarkt vertreten, nun hat jedoch Audionarchie das Zepter in die Hand genommen und die erste Folge unter seiner Fahne auf den Markt gebracht: „Phönix“. Wer hier neu in die Handlung einsteigen möchte, wird sich recht schnell zurechtfinden – die wichtigsten Zusammenhänge ergeben sich aus der Handlung, sodass man diese schnell durchschauen kann und nur Detailfragen offen bleiben. Das trübt den Spaß an dem Hörspiel aber nicht, denn die gebotene Handlung ist ziemlich spannend erzählt. Das Setting ist dabei sehr dicht geschildert, die Ereignisse eng aneinander gereiht, sodass während der gesamten Laufzeit ein sehr dynamischer Eindruck entsteht. Die Bedrohung ist dabei sehr greifbar, man fiebert um das Überleben des Teams mit, während auch die wahren Beweggründe und Loyalitäten einiger Charaktere ergründet werden wollen. Dabei ist es eine wohltuende Abwechslung, dass man keine übernatürlichen Bedrohungen bekämpft werden müssen, sondern sehr irdische Feinde bekämpft werden müssen. Ein spannender Verlauf, ein stimmig erzähltes Finale und so einige Handlungsstränge, die bereits hier ausgelegt werden - „Phönix“ ist eine hörenswerte Produktion, die mir richtig gut gefallen hat.

Udo Schenk hat sich für die Hauptrolle des Dr. Morbius eine sehr düstere, betonte und langsame Sprechweise ausgewählt und betont somit das bedachte Handeln des Wissenschaftlers, schafft aber auch eine ganz besondere Aura um ihn. Ilona Otto ist als Marie Hope zu hören, mit ihrer leicht aufgedrehten, sehr präsenten Art schafft sie einen weiteren Charakter, der im Gedächtnis bleibt, verleiht ihrer Stimme aber auch einen ungewohnt harten Klang, was wunderbar in die Szenerie passt. Erzählerin Karin Schulz-Vobach unterstützt die Stimmung der Handlung mit ihrer sehr präsenten Stimme, ihre kurzen Passagen wirken sehr lebendig. Weitere Sprecher sind Joachim Tennstedt, Thomas Nero Wolff und Boris Tessmann.

Audionarchie hat für „Phönix“ eine sehr schöne akustische Gestaltung geschaffen, die die Spannungsbögen gekonnt unterstreicht. So wirken die einzelnen Szenen noch markanter und kommen besonders durch die treffenden Melodien gut zur Geltung, aber auch die Geräusche fügen sich sehr gut ein. Das erinnert manchmal an eine Geisterjäger-Serie und überträgt viele positive Elemente davon in das Thriller-Genre.

Der unverkennbare Stil von Timo Wuerz ziert das Cover zu dieser Folge, als Motiv wurde ein dunkel verfärbter menschlicher Arm, angeschlossen an einen Tropf und andere medizinische Geräte, die Finger verkrampft – sehr passend zu der Handlung. Das Design mit den herunterlaufenden Schlieren, welches im Cover verwendet wird, zieht sich auch durch die restliche Gestaltung und schafft einen roten Faden durch das Design.

Fazit: Der Fortlauf der Ereignisse, der Fluss an neuen Informationen, wird hier stetig weiter genährt und hält das Hörspiel spannend und dynamisch. Die Bedrohung für die Charaktere, aber auch das teils überraschende Verhalten sind sehr gut gelungen und machen „Phönix“ zu einem unterhaltsamen Einstünder. Schön, dass hier auch mal eine Thriller-Serie auf viele Folgen ausgelegt ist.

VÖ: 24. August 2018
Label: Maritim / Audionarchie
Bestellnummer: 978-3-96282-218-7

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