Dorian Hunter – Hunteresque (Soundtrack)



Musik war und ist immer schon ein wichtiger Bestandteil der „Dorian Hunter“-Serie aus dem Zaubermond-Verlag. Die Geschichten um den Dämonen-Killer sind dabei nicht nur ziemlich düster geraten, sondern überzeugen auch mit wechselnden Grundstimmung und vielen unterschiedlichen Szenerien – und hierauf muss die musikalische Untermalung natürlich reagieren, was immer wieder für eine sehr dichte Atmosphäre sorgt. Die Musik gibt es also schon, wird aber normalerweise immer von den Dialogen überlagert. Wer sich man nur den eingebauten Sounds widmen möchte, hat mit „Hunteresque“ nun die Möglichkeit dazu, die 19. Stücke in Reinform an den Hörer bringt.

Und gerade dann merkt man erst, welche detailreiche Arbeit hier geleistet wurde. Trotz eines ähnlichen Klangkonzeptes sind immer sehr individuelle Feinheiten eingebaut, die auch ohne die Einbindung in eine Handlung ihre Wirkung entfalten können. Da gibt es mal spanische Anklänge, mal wird der Klang durch klassische Instrumente ergänzt und mit einer Klaviermelodie angereichert, mal gibt es ziemlich destruktive und verstörende Stücke, die sich immer weiter aufbrausen und so einen ganz eigenen Spannungsbogen erhalten. So gibt es während der Stunde Laufzeit immer wieder Neues zu entdecken, selbst wenn man die Hörspiele bereits gehört hat. Natürlich werden dabei auch Erinnerungen an bestimmte Szenen geweckt, die besonderen Eindruck hinterlassen haben, doch auch ohne diese wird oft eine sehr unheimliche Atmosphäre geschaffen.

Stilistisch bewegt sich der Soundtrack im Bereich des elektronischen Industrial, folgt meist keiner eingängigen Rhythmik oder hat eine wirkliche Melodie. Doch auch hier wird viel „gespielt“ und experimentiert, sodass ganz unterschiedliche Dinge als Instrumente verwendet werden, verzerrte Stimmen eingebaut sind oder geisterhaftes Rauschen eingebaut ist. Nichts also für einen gemütlichen Abend, sondern für einen stimmungsvollen, düsteren Moment, dem man dann auch seine volle Aufmerksamkeit widmen sollte.

Natürlich gibt es auch hier ein Cover, welches das Motiv zur allerersten Episode der Serie zeigt – die Seite eines Mannes, der ein schlichtes Holzkreuz in der Hand hält und vor einer reich verzierten, gedrungenen Tür steht. Viel interessanter ist hier aber das Innenleben, denn Komponist Andreas Meyer hat zu jedem einzelnen Stück einen Kommentar verfasst, welcher auf die Entstehungsgeschichte oder einzelne Komponenten hinweist. Sehr lesenswert, zumal man dann noch mehr aus dem Klangkonzept heraushören kann, was einem sonst vielleicht verborgen geblieben wäre.

Fazit: 19 Stücke voller Stimmung und Atmosphäre, mal keine zwei Minuten lang, mal ein eigenes Mini-Drama über acht Minuten, aber immer sehr eindrucksvoll und mit düsterem Grusel angefüllt. Immer wieder gibt es dabei andere Känge zu hören, die auch ohne Dialoge sehr intensiv wirken und sehr eindringlich sind – oder eben „hunteresque“.

VÖ: 1. Juni 2018
Label: Zaubermond
Bestellnummer: 978-3-95426-681-4

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