Johnny Sinclair – Beruf: Geisterjäger 2/3



Mit dem Totenschädel Erasmus von Rothenburg hat Johnny Sinclair schon einen guten Mentor gefunden, auch wenn dieser zum Schummeln im Geschichtstest eher weniger geeignet ist. Doch ein echter Assistent fehlt ihm noch, und genau dafür will er seinen Klassenkameraden Russell Moore rekrutieren. Gar nicht so einfach, denn an übernatürliche Erscheinungen will der Junge zunächst nicht glauben...

Sabine Städing bezieht sich mit der Buchreihe „Johnny Sinclair“ direkt auf den in Heftromanen und Hörspielen beliebten Geisterjäger John Sinclair und setzt einen jugendlichen Nachfolger in den Mittelpunkt, der selbst Ambitionen hat, ebenfalls Dämonen, Hexen und Vampire zu jagen. Dennis Ehrhardt hat nun den ersten Band dieser Serie als dreiteiliges Hörspiel umgesetzt. Der erste Teil hat noch recht viel Zeit darauf verwendet, die Charaktere und die Grundsituation vorzustellen, die zweite Episode ist deutlich temporeicher und mehr auf den Punkt gebracht. Zwar dauert es auch hier bis zu den richtig spannenden Sequenzen mit der Geisterjagd etwas, doch die Zeit davor ist mit abwechslungsreichen Szenen angefüllt. Dabei kommen auch gut die Probleme von Jugendlichen zur Geltung, die mit Druck in der Schule und fiesen Klassenkameraden konfrontiert werden. Schön, dass mit dem Anderssein hier so locker umgegangen wird und Außenseiter als ziemlich sympathisch dargestellt werden. Es reihen sich einige prägnante Szenen aneinander, wobei Russels ungewollte Karriere als Geisterjägerassistent den Kern bildet. Das ist mal witzig, mal ernst, mal unheimlich und steigert sich gegen Ende in einen sehr gut erzählten Kampf gegen die Geister im Schloss. Das geht nicht immer actionreich und bildgewaltig zu, sondern ist auch mal eher leise und nachdenklich geraten. Es ist diese Abwechslung, die den besonderen Reiz dieser zweiten Episode ausmacht.

Leon Blaschke ist wieder als Russell zu hören, den besten Freund von Johnny Sinclair kann er ebenso sympathisch darstellen wie die Hauptfigur, wobei er die Eigenheiten des Jungen und besonders seinen Humor treffend darstellt. Lene Calvez ist als Voodoo-Kindermädchen Cecile zu hören und bringt auch hier wieder jede Menge Humor mit ein, ihre skurrile und leicht überdrehte Art passt wunderbar in die Szenerie der Serie und wirkt dabei sehr präsent. Toll ist auch Sarah Madeleine Tusk als Millie, ein zurückhaltendes aber schlagfertiges Mädchen im Gothic-Look, die eine geheimnisvolle Atmosphäre um sich herum aufbaut. Weitere Sprecher sind Peter Matic, Johannes Steck und Luzie Buck.

Die akustische Umsetzung der Serie profitiert natürlich von dem erfahrenen Dennis Ehrhardt, besonders beim gelungenen Intro sind einige Parallelen zu erkennen. Ansonsten ist die Szenerie vielfältig umgesetzt, jede Umgebung hat einen passenden Klang erhalten und wird mit passender Musik und treffend eingesetzten Sounds umgesetzt – besonders die letzten, geisterhaften Szenen sind dabei sehr gelungen.

Das Cover des Buches wurde – wie bereits beim ersten Teil – für das Titelbild übernommen, ist hier allerdings anders eingefärbt worden. Der volle Mond in der Totenkopf-Optik ist dieses mal in Rot, Violett und Orange eingefärbt, was ihm eine ganz andere Wirkung verleiht. Neben den Mitwirkenden hält das Booklet keine weiteren Extras bereit.

Fazit: Der zweite Teil von „Beruf: Geisterjäger“ hält zwar weniger Querverweise zu John Sinclair bereit, startet aber deutlich temporeicher, die Stimmung ist von Anfang an sehr prägnant. Da ist alles gut zusammengestellt und steigert sich im Laufe der Zeit immer mehr, wobei besonders gegen Ende beim Kampf gegen die Geister eine sehr dichte Stimmung vorherrscht. Sehr hörenswert!

VÖ: 3. August 2018
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602567645467

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