Kati & Azuro – 20. Geheimnis unterm Eulennest



Kurz nach einem mutigen Rettungseinsatz treffen Kati und Cleo auf einen jungen Reporter, der ihre Heldentat in der Zeitung beschreiben will. Dabei erfahren sie auch von den großen Geldsorgen des örtlichen Tierheims, und natürlich wollen die beiden sofort weiterhelfen. Gemeinsam mit dem netten neuen Mitarbeiter entwickeln sie einen Plan...

Die enge Naturverbundenheit ist ein zentrales Thema bei „Kati & Azuro“, was nicht nur durch das Reitthema, sondern auch durch den Beruf von Katis Vater als Tierarzt eingebracht wird – und in der 20. Episode noch ein bisschen prägnanter wird. Denn es geht um die Rettung des örtlichen Tierheims, das in arge Geldnöte gestürzt wurde. Es ist schön zu hören, wie alle Beteiligten mit viel Eifer bei der Sache sind, aber auch, dass hier die sozialen Netzwerke und neue Medien ihren Platz gefunden haben, was einen modernen Anstrich verleiht. Die Handlung ist dabei erneut etwas zäh geraten und kommt nur langsam in Schwung, ist allerdings im letzten Drittel auf einem guten Niveau angekommen. Das titelgebende Eulennest spielt dabei nur eine kleine Nebenrolle, bringt aber dennoch seine eigene Note in die Handlung mit ein. Gegen Ende gibt es dann noch eine schwere Entscheidung, die Kati zu treffen hat. Das ist wunderbar unaufgeregt umgesetzt und nicht so reißerisch erzählt wie in anderen Produktionen und – noch viel wichtiger – gibt dem Hörer Zeit, selbst zu entscheiden, wie er in dieser Situation reagieren würde. Die Auflösung des Ganzen ist dann typisch für das Genre des Kinderhörspiel recht weich gezeichnet und läuft dann harmonisch ab, dennoch wird nicht alles verklärt, was man so verklären konnte. So kommt eine anständige und hörenswerte Episode heraus, die jedoch anfangs etwas schneller erzählt werden könnte.

Freya Trampert spricht in dieser Folge die nette Vorsitzende des Tierheimes und bringt einerseits eine aufgeschlossene, freundliche Art mit ein, stellt aber auch die unterdrückten Sorgen der Frau glaubhaft dar. Robert Knorr ist als ebenso netter wie sympathischer Linus zu hören, der gut auf die beiden Mädchen eingeht, aber noch etwas mehr Energie in seine Stimme legen könnte. Alex Swadi, der neue Mitarbeiter des Tierheims, wird von Jonas Minthe gesprochen und glaubhaft dargestellt, wobei er gerade am Ende einen positiven Eindruck hinterlässt. Natürlich dürfen Linda Fölster, Katharina von Keller und Jürgen Holdorf nicht fehlen.

Akustisch ist die Geschichte wieder ruhig und unaufgeregt umgesetzt, was gut zu der Grundstimmung der Serie passt. Die Geräusche sind stimmig eingepasst, an einigen Stellen sind die Hintergrundszenerien aber einen Tick zu laut geraten, sodass man beispielsweise von dem vielen Vogelgezwitscher abgelenkt wird.

Kati beobachtet auf dem Cover in einer dunklen Nacht die merkwürdigen Vorgänge in einer einsamen Scheune – genauso, wie es auch im Hörspiel vorkommt. Dadurch wirkt das Cover aber auch düster und unheimlich, was zu der eigentlich eher ruhigen Grundstimmung nicht allzu gut passt. Ein Hinweis auf die nun erscheinende Buchreihe darf im Booklet natürlich nicht fehlen.

Fazit: Eine gut umgesetzte Episode von „Kati & Azuro“ die mit kleinen Querverweisen auf die erste Episode, einigen passenden Motiven und einem verzwickten Gewissenskonflikt am Ende. Doch gerade zu Anfang kommt die Handlung auch nicht so recht in Schwung, auch die akustische Untermalung hätte noch etwas mehr Wumms vertragen.

VÖ: 13. Juli 2018
Label: Europa
Bestellnummer: 190758363721

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